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Tarifverhandlungen bei der Post vertagt - Neue Warnstreiks

Ein Briefträger bei der Arbeit.Foto: Martin Gerten/Illustration
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Ein Briefträger bei der Arbeit.Foto: Martin Gerten/Illustration

Der Tarifkonflikt um Arbeitszeitverkürzungen bei der Deutschen Post spitzt sich weiter zu. Verdi und Arbeitgeber konnten sich auch in der dritten Verhandlungsrunde nicht auf kürzere Arbeitszeiten einigen. Die Gewerkschaft kündigt neue Warnstreiks an.

Siegburg/Bonn (dpa) - Bei der Deutschen Post droht ein neue Welle von Warnstreiks: Die Gewerkschaft Verdi und das Management haben ihre Tarifverhandlungen über Arbeitszeitverkürzungen am Dienstagabend erneut vertagt.

Nach zweitägigen Gesprächen in Siegburg bei Bonn gab es keine Annäherung zwischen den Tarifpartnern. Bislang lehne die Post ein Entgegenkommen ab, erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Ein Postsprecher ging nicht ins Detail und sagte lediglich: «Wir haben sondiert und wir werden weiter sondieren.» Für den 8. und 9. Mai haben sich beide Seiten in Berlin zu weiteren Verhandlungen verabredet.

Für die 140 000 Beschäftigten verlangt Verdi eine Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeiten von 38,5 auf 36 Stunden mit vollem Lohnausgleich. Das lehnt die Post ab. «Die Beschäftigten lassen sich nicht an der Nase herumführen. Jetzt müssen zusätzliche Warnstreiks für Bewegung sorgen», sagt Kocsis weiter. Die Arbeitsniederlegungen könnten kurzfristig erfolgen. Zu ersten Warnstreiks war es bereits vor Ostern und in der vergangenen Woche gekommen. Nach Angaben der Post hielten sich die Auswirkungen für die Kunden bei der Paket- und Briefzustellung aber in Grenzen.

Als Knackpunkt in dem Streit gilt das Thema Lohnausgleich. Das Postmanagement lehnt Verhandlungen darüber ab und verweist auf den Entgelttarifvertrag, der Ende Mai abläuft und neu verhandelt werden muss. Verdi möchte die beiden Tarifkomplexe aber nicht miteinander vermischen und pocht auf getrennte Gespräche.

Hintergrund des Tarifstreits ist der Aufbau eines flächendeckenden Netzes in der Paketzustellung. Dazu wurden 49 regionale Gesellschaften unter dem Dach der Posttochter DHL Delivery gegründet. Dort werden die Beschäftigten schlechter bezahlt als in der Muttergesellschaft. Die Post spricht von der Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze. Mehr als 5500 Menschen sollen bereits in den Unternehmen fest beschäftigt sein, darunter viele ehemals befristet Beschäftigte der Post.

Die Gewerkschaft sieht in dem Vorgehen des Konzerns eine Flucht aus dem Haustarifvertrag und einen Bruch tarifvertraglicher Vereinbarungen über das Verbot der Fremdvergabe im Bereich der Paketzustellung.

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