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Milliarden-Deal

Medien: Yahoo steht vor Verkauf an Verizon

Verizon galt in dem monatelangen Verkaufsprozess schon lange als der aussichtsreichste Bewerber. Foto: Justin Lane
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Verizon galt in dem monatelangen Verkaufsprozess schon lange als der aussichtsreichste Bewerber.

New York/Sunnyvale - Das Schicksal von Yahoo scheint entschieden: Wie erwartet ist der Telekommunikations-Riese Verizon Medienberichten zufolge der Käufer. Damit würde eines der bekanntesten Unternehmen der Internet-Industrie nach über 20 Jahren die Unabhängigkeit verlieren.

Der Telekom-Konzern Verizon hat laut Medienberichten den Bieterwettstreit um das Kerngeschäft des Internet-Pioniers Yahoo für sich entschieden.

Der Deal zu einem Kaufpreis von rund 4,8 Milliarden Dollar solle voraussichtlich noch am Montag bekanntgegeben werden, berichteten der Finanzdienst Bloomberg und das «Wall Street Journal». Verizon übernehme auch zumindest einen Teil der Yahoo-Immobilien, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Verizon galt in dem monatelangen Verkaufsprozess schon lange als der aussichtsreichste Bewerber. Nach bisherigen Informationen will der Telekom-Riese Yahoo mit seiner Internet-Sparte AOL zusammenlegen. Die Hoffnung dabei sei, dass man so einen schlagkräftigeren Konkurrenten für Google und Facebook bei Online-Werbung aufbauen könne.

Yahoo hatte sich zum Verkauf gestellt, nachdem es nicht gelungen war, die Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba steuerfrei für die Aktionäre abzuspalten. Nun soll stattdessen das Kerngeschäft abgestoßen werden. Die beiden Beteiligungen mit einem aktuellen Wert von rund 40 Milliarden Dollar bleiben bei dem bisherigen Unternehmen.

Zahlreiche Chefs scheiterten an Rettung von Yahoo

Ein Verkauf würde das Ende der Eigenständigkeit für eine der bekanntesten Firmen in der Internet-Wirtschaft markieren. Yahoo war vor über 20 Jahren als Verzeichnis von Webseiten gegründet worden. Dienste des Konzerns wie etwa E-Mail haben hunderte Millionen Nutzer, Yahoo tat sich jedoch schon seit Jahren schwer, das in Einnahmen umzumünzen. Das Geld wird vor allem mit Online-Werbung gemacht - und in diesem Geschäft wurde Yahoo immer mehr von Google und Facebook abgehängt.

Mehrere Chefs versuchten erfolglos, das Steuer bei Yahoo herumzureißen. Zuletzt hatte die ehemalige Google-Managerin Marissa Mayer vier Jahre Zeit dazu. Sie setzte auf einen Ausbau des Medienangebots, Investitionen in eigene Anstrengungen bei der Web-Suche und wollte jüngere Nutzer mit dem Kauf der Blog-Plattform Tumblr für rund eine Milliarde Dollar anlocken.

Doch zuletzt fielen die Netto-Werbeerlöse allein im vergangenen Quartal um rund ein Fünftel und über zwei Runden von Wertberichtigungen sind rund zwei Drittel des Tumblr-Kaufpreises raus aus den Büchern.

dpa

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