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IAA Mobility in München

Halbleitermangel: BMW, Daimler und VW trifft die Krise härter als befürchtet

Mehr Elektronik - mehr Halbleiter: Die Autobranche hat weiter mit fehlenden Kapazitäten zu kämpfen
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Mehr Elektronik - mehr Halbleiter: Die Autobranche hat weiter mit fehlenden Kapazitäten zu kämpfen.

Die Autobranche kämpft gegen den Halbleitermangel und wird noch mehrere Monate Angestellte in Kurzarbeit schicken. Ungeachtet dessen bleibt das Geschäft lukrativ.

München - Die Halbleiterkrise dürfte die deutschen Autobauer - und indirekt auch den Steuerzahler - länger im Griff halten als bislang gedacht. „Ich denke, dass die grundsätzliche Anspannung in den Lieferketten die nächsten sechs bis zwölf Monate andauern wird“, sagte BMW-Chef Oliver Zipse am Montag auf der IAA in München. Auch Volkswagen zeigte sich auf der Mobilitätsmesse in München vorsichtiger als bislang. Bis sich die Lage wieder entspanne, könne es „bis Ende 2022 dauern“, warnte Einkaufsvorstand Murat Aksel.

Ähnlich hatte sich zuvor auch Daimler-Chef Ola Källenius geäußert. Er hoffe, dass sich die Lage im vierten Quartal verbessere, hatte Källenius am Sonntagabend gesagt. Allerdings werde die Nachfrage nach Halbleitern höher sein als die weltweite Produktionskapazität. Dies sei „ein strukturelles Problem“ und habe nichts mit der Pandemie zu tun. Eine deutliche Entspannung sei erst 2023 zu erwarten. Vor einigen Wochen hatte der Konzern bereits die Absatzprognose gesenkt.

Halbleitermangel hat Autobranche im Griff - BMW, VW und Daimler mit Kurzarbeit

Die Autohersteller leiden seit gut einem Jahr unter wachsenden Lieferengpässen. Wegen des fehlenden Chip-Nachschubs hatten die großen Hersteller die Produktion in ihren Werken zuletzt mehrfach gedrosselt oder sogar komplett angehalten und Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit* geschickt.

Auslöser für den Halbleitermangel war Corona. Weil die Branche während der Pandemie ihre Bestellungen zunächst zusammenstrich und anschließend wieder erhöhte, kam es weltweit zu Engpässen*. Dazu brannte im März eine wichtige Chipfabrik in Japan. Zuletzt mussten auch noch mehrere Chipfabriken in Malaysia und Taiwan wegen Corona-Ausbrüchen schließen.
Die Entwicklung trifft die Branche zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Nach dem Corona-Einbruch im vergangenen Jahr hat sich die Nachfrage weltweit überraschend schnell erholt. Alleine von Januar bis Juni 2021 haben die 16 größten Autohersteller nach Berechnungen des Beratungsunternehmens EY operativ insgesamt 71,5 Milliarden Euro verdient und damit mehr als je zuvor.

Halbleitermangel: Autobauer setzen auf margenstarke Modelle

Um ihre Gewinne trotz des anhaltenden Halbleiter-Engpasses zu verteidigen, verbauen viele Hersteller die begehrten Bauteile derzeit vor allem in den margenstarken Baureihen – mit weitreichenden Folgen. So müssen sich etwa Käufer des Tesla Model S derzeit acht Monate gedulden. Beim Mercedes A 250 e liegt die Lieferzeit aktuell bei zwölf Monaten. Besonders schlimm ist die Lage aber beim neuen e-tron GT von Audi. Bis zur ersten Runde im neuen Flitzer müssen Fans der Marke 14 Monate warten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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