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Holzverarbeitung gestern und heute

100 Jahre Sägewerk in Inzell: Brett für Brett der Moderne entgegen

Das neue Sägewerk der Doppler & Spannring GmbH im Inzeller Ortsteil Sterr steht hier seit 1978.
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Das neue Sägewerk der Doppler & Spannring GmbH im Inzeller Ortsteil Sterr steht hier seit 1978.

Seit 1921 widmet sich das Familienunternehmen Doppler & Spannring der Holzverarbeitung in Inzell. Nun hat die vierte Generation die Geschäfte übernommen und will vor allem das zweite Standbein ausbauen, den Bau von Massivholzhäusern.

Inzell Ein Jahrhundert ist eine lange Zeit für einen Betrieb, in der sich meist viele Veränderungen vollziehen. Menschen verändern sich, ebenso wie Standorte und vor allem auch Werkzeuge und Holzbearbeitungsmaschinen. All diese Veränderungen hat die Doppler & Spannring GmbH & Co. KG aus Inzell durchlaufen, die in diesen Tagen ihr 100-jähriges Betriebsjubiläum feiert.

Die neuen Geschäftsführer Stefanie und Max Doppler mit den Senior-Chefs Georg und Peter Spannring (v. l.).

1921 gründete Georg Kamml die Zimmerei und Schreinerei an der Traunsteiner Straße. 1955 übernahm Zimmermeister Peter Spannring die Firma samt einem Sägewerk an der Schmelzer Straße, das schon vor 1921 in Betrieb war.

Immer weiter ausgebaut

Im Laufe der Jahre wurde der Platz im Ortskern zu klein. Mitten im Dorf war ein so großes Areal nicht mehr angemessen und auch die Lärmbelastung durch die Zunahme der Aufträge stieg immer mehr.

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Somit machte sich Peter Spannring auf die Suche nach einem neuen Standort für das Sägewerk und wurde im Ortsteil Sterr fündig. Im Juni 1975 begann man mit dem Bau eines neuen, großen Betriebsgeländes. Doch „Stillstand ist Rückschritt“ war die Devise von Firmenchef Peter Spannring senior und so wurde 1978 ein Hobelwerk am neuen Sägewerkgelände errichtet. Mitte der 1990er folgte der Bau der neuen 600 kW-Holzheizung für das Sägewerk und die Trockenkammern.

Söhne übernehmen 1995 die Firma

Im Jahr 1995, als Seniorchef Peter Spannring seinen 70. Geburtstag feierte, übernahmen die Söhne Peter und Georg Spannring die Firma von ihrem Vater. Peter junior kümmerte sich als Zimmermeister und Bautechniker um die Zimmerei und die Dachdeckerei und Georg war als Sägewerksmeister für das Säge- und Hobelwerk verantwortlich. Auch die beiden Söhne modernisierten das Sägewerk Schritt für Schritt. So wurde 2005 die Holzmessung an der Rundholzkappanlage erneuert und ein Jahr später entschied man sich für den Bau einer Rundholz-Beregnungsanlage im Ortsteil Pommern. 2011 war dann die Zeit gekommen für eine weitere Investition und es entstand die neue Trockenkammer mit ökologischer Frischluftzufuhr. In diesem Zuge wurde auch die Heizung von Öl auf Holz umgestellt. „Uns sind die regenerativen Energiequellen enorm wichtig und allein durch die Verbrennung von Spänen, Hackschnitzel und Restholz, sparen wir pro Jahr rund 150.000 Liter Heizöl ein“, erklärt Holzbauingenieur Max Doppler.

Vierte Generation am Start

Im Januar 2021 übernahmen er und seine Frau Stefanie – Firmengründer Georg Kamml war der Onkel ihres Großvaters Peter Spannring – das Familienunternehmen mit zuletzt rund drei Millionen Euro Jahresumsatz und führen es in der vierten Generation weiter.

Das alte Sägewerk aus dem frühen 20. Jahrhundert stand bis 1978 mitten im Dorf.

Dem Unternehmen sind viele der 35 Mitarbeiter seit Jahren treu. „Uns freut es besonders, dass viele unserer Angestellten aus der Region kommen und oftmals von der Lehre bis zur Pension bei uns arbeiten“, sagt Georg Spannring, der seine Ausbildung zum Sägewerksmeister damals in der Holzfachschule in Rosenheim absolvierte.

Massivholzbau als zweites Standbein

Ein weiteres Standbein der Firma ist seit den Anfängen der 1990er Jahre der Holzhausbau als Massivblock, der jetzt weiter ausgebaut werden soll. Der Markt gibt ihnen recht, denn obgleich der Massivholzbau als hochpreisig gilt, steigt die Nachfrage bei den Verbrauchern, vor allem im Zusammenhang mit dem Thema nachhaltig Bauen. Laut der Gütegemeinschaft Holzbau-Ausbau-Dachbau e.V. gilt Holz als das tragfähigste Baumaterial.

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Großen Wert legt man auf kurze Lieferwege und heimische Ressourcen: „Das Holz wird in der Region gekauft und danach bei uns verarbeitet, darunter ist ein großer Teil Bergwaldholz“, verdeutlicht Max Doppler. Außerdem werden vom Sägewerk meist umliegende Holzverarbeiter beliefert. Ein Ziel der neuen Geschäftsführer ist, noch mehr Holz vom eigenen Betrieb in den Massivholzhäusern zu verarbeiten.

CO2-Speicher Holz

Laut der Gütegemeinschaft Holzbau-Ausbau-Dachbau steigt die Nachfrage nach Holz als tragfähigstem und nachhaltigem Baumaterial.

Martin Kollmeier, Obermeister der Traunsteiner Zimmerer-Innung, hält den Massivholzbau aus Gründen des Klimaschutzes für eine „berechtigte Alternative“ zum Haus aus Beton. Denn während Holz heranwächst, speichert es CO2 – in einem Kubikmeter Holz ist eine Tonne Kohlenstoff gebunden. Rund 60 Kubikmeter Holz, schätzt Kollmeier, braucht es für ein Einfamilien-Holzhaus. Das CO2 werde nur dann wieder in die Atmosphäre freigesetzt, wenn es verbrannt wird. Angst, dass es in Bayern nicht genug Bäume für die steigende Nachfrage nach Holzhäusern gibt, hat er nicht: „In nur einem Jahr wachsen in Bayern rund 29,5 Millionen Kubikmeter Holz nach.“ Für ein Einfamilienhaus sei damit die benötigte Materialmenge in einer Minute gewachsen. „Bauen mit Holz als nachwachsendem Rohstoff ist aktiver Klimaschutz“, so der Zimmerer-Obermeister.

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