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Pechstein will zurück aufs Eis

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Claudia Pechstein bei ihrer Buchpräsentation in Berlin.

Berlin - Eisschnellläuferin Claudia Pechstein will in drei Monaten ihr Comeback starten. Sie werde aufs Eis zurückkehren, kündigte die fünffache Olympiasiegerin am Montag bei der Vorstellung ihrer Autobiografie “Von Gold und Blut - Mein Leben zwischen Olymp und Hölle“ in Berlin an.

 Sie trainiere den Umständen entsprechend mit ihrem jahrelangen Trainer Joachim Franke, fügte die 38-Jährige hinzu, die sich aufgrund der psychischen Belastung nach eigenen Angaben in ärztlicher Behandlung befindet. “Ob die Leistungen noch einmal für Medaillen reichen, muss man sehen, ich weiß nicht, wo ich derzeit stehe“, sagte sie.

Ihr größter Erfolg sei es, auf das Eisoval zurückzukehren. Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin war im Februar 2009 wegen auffälliger Blutwerte vom internationalen Eisschnelllaufverband ISU für zwei Jahre gesperrt worden. “Obwohl ich unschuldig bin“, beteuerte Pechstein, die seitdem mit ihren Anwälten bei Sportgerichten um die Aufhebung dieser Entscheidung kämpft, am Montag. Als wohl letzten Schritt hat sich die Sportlerin jetzt an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewandt. Sie hoffe, dass die dortigen Richter ihr Recht auf Unschuldsvermutung geltend machten und “ganz objektiv“ ihr Verfahren betrachteten, sagte Pechstein.

Diese Sportstars standen unter Dopingverdacht

Die lange Liste: Sportstars unter Dopingverdacht

Bei Eisschnelläuferin Claudia Pechstein wurden 2009 auffällige Blutwerte festgestellt. Der Retikulozytenanteil lag bei Proben über dem von der Internationalen Eislaufunion (ISU) festgelegten Höchstwert. Sie bekam eine Sperre aufgebrummt. Pechstein klagt dagegen. © dpa
Jan Ullrich soll in die Doping-Affäre um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verstrickt gewesen sein. Von seinem Team wurde er suspendiert. Er bestreitet die Vorwürfe. © dpa
Bei der erfolgreichen Sprinterin Katrin Krabbe-Zimmermann wurde im Juli 1992 das Mittel Clenbuterol nachgewiesen. © dpa
Im Oktober 1999 wurde Dieter Baumann positiv auf Nandrolon getestet. Der Wirkstoff stammte angeblich aus einer Zahnpasta. © dpa
Bei der WM 1994 wurde Fußballstar Diego Maradona des Dopings überführt. © dpa
Nach seiner Goldmedaille bei Olympia 1988 in Seoul wurde der Sprinter Ben Johnson positiv getestet. © dpa
2007 gestand Erik Zabel im Rahmen einer Pressekonferenz, bei der Tour de France 1996 eine Woche lang Doping mit EPO betrieben zu haben. © dpa
1992 wurde die Läuferin Grit Breuer überführt. © dpa
John McEnroe hat zugegeben, während seiner aktiven Zeit gedopt worden zu sein. © dpa
Radfahrer Marco Pantani wurde beim Giro d’Italia 1999 wegen überhöhter Hämatokritwerte disqualifiziert. © dpa
1988 hatte Sprinter Carl Lewis bei den US-Ausscheidungskämpfen drei verbotene Doping-Substanzen (Ephedrin, Pseudoephedrin und Phenylpropanolamin) im Blut. © dpa
Negative Schlagzeilen lieferte Ludger Beerbaum 2004, als der deutschen Mannschaft bei Olympia in Athen aufgrund eines positiven Dopingtests von Beerbaums Pferd Goldfever die Mannschafts-Goldmedaille nachträglich aberkannt wurde. © dpa
Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City gewann der für Spanien startende Langläufer Johann Mühlegg mehrere Medaillen. Kurz darauf musste er alle wegen nachgewiesenen Dopingmissbrauchs wieder abgeben. © dpa
Im Jahre 2004 geriet der Fußballer Marco Rehmer in die Schlagzeilen, als er ohne Absprache mit seinem Verein Hertha BSC ein Medikament nahm, das auf der Dopingliste stand. © dpa
Der Radrennfahrer Tom Simpson kam bei der Tour de France 1967 völlig überraschend ums Leben. Kurz vor dem Gipfel des Mont Ventoux bäumt er sich ein letztes Mal auf. Dann sackt er zusammen. Er flüstert: «Setzt mich wieder auf mein Rad». Dann stirbt er. Höchstwahrscheinlich war Doping im Spiel. © dpa
Nemanja Vučićević wurde 2005 positiv auf die verbotene Substanz Finasterid getestet. Er gab an, ein Haarwuchmittel genommen zu haben. © dpa
1999 wurde Linford Christie positiv auf das verbotene Dopingmittel Nandrolon getestet. © dpa
Dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ gestand Jörg Jaksche 2007, jahrelang gedopt zu haben. © dpa
Der Sprinter Konstantinos Kenteris und die Sprinterin Ekaterini Thanou entzogen sich 2004 bei Olympia in Athen einem Doping-Test. Die verweigerte Probe wurde als positiv gewertet. © dpa
Dem Fußballspieler Adrian Mutu konnte Kokainkonsum nachgewiesen werden. Das gilt als Doping, und er wurde für sieben Monate gesperrt. © dpa
Am 29. Juli 2006 gab Justin Gatlin selbst eine positive A-Probe auf Testosteron bekannt. © dpa
Im November 2008 wurde der österreichische Radstar Bernhard Kohl für 2 Jahre wegen Dopings gesperrt. Seine Ergebnisse der Tour de France 2008 wurden annulliert. Er hatte Gesamtplatz 3 belegt. © dpa
Sprinterin Marion Jones gestand im Oktober 2007 die Verwendung des Dopingmittels Tetrahydrogestrinon (THG). © dpa
Floyd Landis gewann 2006 die Tour de France. Im Nachhinein wurde ihm der Titel jedoch wieder aberkannt. © dpa
Ex-Eishockey-Spieler Uwe Krupp (M.) war 1990 bei einer WM positiv getestet worden – der erkältete Krupp, damals NHL-Profi in Buffalo, hatte ein Hustenmittel genommen, das Ephedrin enthielt. © dpa
Bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt 2005 wurde der Radfahrer Stefan Schumacher positiv auf Doping getestet. Im Oktober 2008 berichtete die französische Zeitung L’Équipe, dass Schumacher bei der Tour de France 2008 positiv auf das Blutdopingmittel CERA (EPO) getestet wurde. © dpa
Der Deutsche Leichtathletikverband eröffnete im November gegen Nils Schumann ein sportrechtliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen. © dpa
Der Radprofi Frank Vandenbroucke ist im Alter von 34 Jahren gestorben. Immer wieder hatte er unter Dopingverdacht gestanden © dpa
Am 18. Juli 2007 gab der Bund Deutscher Radfahrer bekannt, dass bei Patrick Sinkewitz in der A-Probe einer unangemeldeten Trainingskontrolle in den Pyrenäen am 8. Juni 2007 ein deutlich erhöhter Testosteron-Epitestosteron-Quotient festgestellt worden sei. © dpa
Das Pferd von Isabell Werth wurde im Jahr 2009 positiv auf die verbotene Substanz Fluphenazin getestet. © dpa
Am 24. Juli 2007 wurde bekannt, dass Alexander Winokurow beim Sieg im Einzelzeitfahren der 13. Etappe sowie drei Tage später auf der 15. Etappe der Tour de France positiv auf Blutdoping getestet wurde. © dpa
Nach mehr als zehn Jahren voller Vorwürfe hat Lance Armstrong gestanden, bei all seinen sieben Tour-de-France-Siegen gedopt zu haben. Bei US-TV-Talkerin Oprah Winfrey legte er eine Beichte ab: Ja, er habe illegale leistungssteigernde Substanzen wie Epo, Testosteron, Kortison und Bluttransfusionen eingenommen. © dpa

Detailliert berichtet die 38-Jährige in dem 480 Seiten starken Buch neben ihrer Karriere als Sportlerin und ihren Erfolgen über ihre Stimmungslage nach der Wettkampfsperre. “Ich wurde bejubelt, gefeiert, hofiert. Und öffentlich hingerichtet. Ich geriet in den Anti-Doping-Kampf. Ein Kampf, den ich selbst stets unterstützt hatte. Ein Kampf, der nur gegen die richtigen Gegner geführt wird. Gegen die Betrüger! So dachte ich jedenfalls. Bis zu dem Tag, an dem sich das Schwert gegen mich richtete. Mit aller Schärfe“, skizziert sie in dem Buch ihre Situation nach einer fast 20-jährigen Laufbahn.

Die Eisschnellläuferin dachte nach ihrer Sperre auch an Selbstmord. “Freitod als Heilmittel. Selbstmord als die Lösung aller Probleme. Niemals hätte ich mir auch nur im Ansatz vorstellen können, dass ich einmal ein Kandidat für einen solchen Schritt werden könnte“, beschreibt Pechstein in ihrem Buch ihre Lebenssituation. Nach einer Abschieds-SMS an ihren Manager Ralf Grengel, der Co-Autor des Buches ist, habe dieser angerufen und ihr ins Gewissen geredet. “Die Arbeit an diesem Buch war aufwühlend, manchmal hat sie mich wütend gemacht und dafür gesorgt, dass Tränen geflossen sind. Andere Male hat sie mich zum Lachen gebracht. Ich hoffe, das Ergebnis, dieses Buch, stimmt Sie genauso zufrieden wie mich. Es hat mir geholfen, meine innere Ruhe wiederzufinden“, resümierte Pechstein, die nach eigenen Angaben das Buch eigentlich erst nach dem Ende ihrer Karriere veröffentlichen wollte.

dapd

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