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Kombinierer drohen mit Streik

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Tino Edelmann ist noch immer wütend.

Lahti/Frankfurt - Mit einem Sturmlauf aufs Podest hat Tino Edelmann den Frust über die Olympia-Pleite bewältigt. Doch die Wut ist noch nicht verraucht und mündet in der Androhung eines Streiks

Der Ärger über die fragwürdige Einzel-Entscheidung in der Nordischen Kombination ist jedoch noch nicht verraucht. Beim Weltcup in Lahti musste der Thüringer am Freitag nach einem Sprung und dem Zehn-Kilometer- Langlauf lediglich dem siegreichen Norweger Magnus Moan und Hannu Manninen aus Finnland den Vortritt lassen. Olympiasieger Jason Lamy Chappuis aus Frankreich sicherte sich als Zehnter vorzeitig zum ersten Mal den Weltcup-Gesamtsieg. Björn Kircheisen wurde Zwölfter.

Die größten Ausrutscher bei Olympia

Die größten Ausrutscher bei Olympia

Die größten Pannen bei Olympia
Pech hatten die deutschen Curling-Herren gegen die Schweiz, als beim Wischen ein Besen einen Stein der Eidgenossen berührte. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
In so einem Fall darf der Gegner den Stein herausnehmen lassen. “Beim Wischen hat man einen Druck von 30 bis 50 Kilogramm auf dem Besen, da kann so etwas mal passieren“, meinte Skip Andreas Kapp. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Nicht lustig fand der japanische Eiskunstläufer Nobunari Oda, dass ihm in seiner Charlie-Chaplin-Kür der Schnürsenkel riss. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Der 22- Jährige lief hilfesuchend zum Preisgericht, um die dreiminütige Unterbrechung zu beantragen. © AP
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Mit dem notdürftig geflickten Schlittschuh durfte er die Kür beenden, erhielt aber für die unfreiwillige Pause von den Preisrichtern zwei Punkte abgezogen und landete auf Rang sieben. © AP
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Offizielle Begründung für die Strafe: Er hätte sich ja einen konditionellen Vorteil erschwindeln können. © dpa
Die größten Pannen bei Olympia
Ein Kalorien-Problem hatte der österreichische Bob-Pilot Wolfgang Stampfer, der wegen Überschreitung des Gewichtslimits seines Kufen- Fahrzeugs disqualifiziert wurde: Für den beim Aufwärmen verletzten Martin Lachkovics musste er den um 13 Kilogramm schwereren Jürgen Mayer einsetzen. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Stampfer schlug vor Ärger gegen den Bob, nachdem die Waage nach dem ersten Lauf ein halbes Kilogramm zu viel angezeigt hatte. Wissend, dass es vom Gewicht knapp würde, hatte das Duo sogar auf Unterhosen und Socken verzichtet - es reichte dennoch nicht. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Schmerzhaft und kurios war der Ausfall von Marion Rolland in der Damen-Abfahrt. © Getty
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Die Französin fiel wenige Meter nach dem Start um und zog sich einen Kreuzbandriss zu. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Nerven kostete Pascal Bodmer bei seinem Olympia-Debüt ein Problem mit seinem Sprunganzug. © Getty
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Kurz vor seinem ersten Sprung war dem 19- Jährigen der Zipper seines Reißverschlusses abgerissen und der Anzug komplett offen. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
“Ich mache 500 Sprünge im Jahr und nie passiert so was. Sein olympisches Debüt stellt man sich natürlich anders vor“, meinte Bodmer, dessen Verschluss mit einem Stück Draht repariert wurde. Doch die Konzentration bei Bodmer war weg: Er flog nur auf Rang 31. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Tragik und Triumph erlebte Petra Majdic aus Slowenien. Majdic (rechts) stürzte beim Warmlaufen zum Sprint eine Böschung hinab, zog sich vier Rippenbrüche und einen Lungenfellriss zu. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Sie startete trotzdem, holte Bronze - und bekam obendrauf noch den goldenen Staatsorden ihres Landes. © Getty
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“Sie hat gezeigt, welcher Kampfgeist und Stehvermögen möglich und notwendig sind, um ein Sportziel zu erreichen“, sagte Staatspräsident Danilo Türk. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Pech hatte Evi Sachenbacher-Stehle in der Doppelverfolgung: Eine abgefallene Startnummer einer Konkurrentin klebte unter ihrem Ski, kostete Sekunden und die Top-Ten-Platzierung. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Dafür lief es für sie im Teamsprint mehr als glatt: Gold gab es mit Claudia Nystad (links)! © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Mit Navi wäre das nicht passiert: Der Weißrusse Leanid Karneyenka hat im Halbfinale des Langlauf-Massensprints geführt, als ihm ein folgenschwerer Fehler unterlief. © Getty
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Im ersten Halbfinallauf fuhr Karneyenka in das Stadion ein. Die Zuschauer jubelten ihm zu. Und dann das: Der Weißrusse bog auf der Zieleinfahrt falsch ab. © Getty
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Sein Missgeschick merkte er erst nach einigen Metern, als seine Konkurrenz rechts neben ihm überholte. Weil der Weg zurück in die richtige Spur zu weit war, um wieder aufzuschließen, ließ sich Karneyenka enttäuscht in den Schnee fallen. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Mit Humor trug der deutsche Rodler David Möller ein Missgeschick nach dem Gewinn von Olympia-Silber. Der 28-Jährige hatte nach der Siegerehrung auf Wunsch von Fotografen in sein Edelmetall gebissen und sich dabei eine Ecke aus einem oberen Schneidezahn gebrochen. © dpa
Die größten Pannen bei Olympia
“Die Ecke ist mir zu Hause schon immer mal weggebrochen“, sagte Möller. “Nichts Dramatisches. Aber es ist lästig, wenn man sich nicht traut, so zu lächeln, wie man das eigentlich sollte.“ © dpa
Die größten Pannen bei Olympia
Andrea Henkel war sich als Schlussläuferin in der deutschen Biathlonstaffel ihrer Sache plötzlich nicht mehr ganz sicher. © dpa
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Auf offener Strecke drehte sie sich um und fragte nach, ob sie noch auf dem richtigen Weg sei. War sie übrigens - auf dem richtigen Weg zu Bronze. © dpa
Die größten Pannen bei Olympia
“Sven the Man“ Kramer hat im olympischen 10000-Meter-Rennen durch einen peinlichen Wechsel-Fehler nicht nur sein zweites Olympia-Gold, sondern auch seine guten Manieren verloren. © ap
Die größten Pannen bei Olympia
“Verdammt noch mal, was für ein A...loch. Er weist mich in die falsche Kurve. Alles Sch.... Jeder kann mal einen Fehler machen, aber das ist ein sehr teurer“, polterte der muskelbepackte Eis-Millionär und ließ kein gutes Haar an seinem Trainer Gerard Kemkers (rechts). © ap
Die größten Pannen bei Olympia
Dieser hatte ihn mit einem falschen Wink in der 17. Runde den Weg in die Innenbahn gewiesen und die bittere Disqualifikation maßgeblich mitverursacht. © ap
Die größten Pannen bei Olympia
Ziemlich peinlich war beim Eisschnelllauf der Ausfall von drei Eis-Maschinen im 500-m-Rennen der Herren, der fast zum Abbruch des Wettkampf-Abends geführt hätte. © dpa
Die größten Pannen bei Olympia
Die Pannen nahmen ihre Fortsetzung im 1000-m-Rennen, in dem dem Starter die Pistole versagte und der Russe Lebedjew fast 300 Meter um das Eis drehte. © dpa
Die größten Pannen bei Olympia
Erst dann bekam er mit, dass das Rennen eigentlich zurückgeschossen werden sollte. © dpa

“Ich bin sehr überrascht über die Leistung der Jungs und besonders von Tino. Alle waren doch sehr deprimiert über die Dinge, die bei Olympia vorgefallen sind. Da muss man erst mal wieder den Hebel umlegen. Das hat Tino hervorragend gemacht“, lobte Bundestrainer Hermann Weinbuch den Auftritt der DSV-Kombinierer. Wenige Stunden vor dem Wettkampf war es wegen des fragwürdigen Sprung-Wettbewerbs in der Olympia-Entscheidung von der Großschanze zu einer einstündigen Aussprache zwischen Sportlern und Trainern sowie FIS-Renndirektor Walter Hofer gekommen. “Es wurde viel geredet, aber ob es Konsequenzen gibt, steht noch infrage“, berichtete Edelmann.

Mit Wettkampf-Boykott gedroht

Weil die Krisensitzung zunächst keine greifbaren Ergebnisse brachte, kündigte Athleten-Sprecher Felix Gottwald weitere Maßnahmen an. “Fernseh-Übertragungen können nur stattfinden, wenn auch die Athleten mitspielen“, drohte der Österreicher mit einem Wettkampf-Boykott beim Weltcup-Finale am kommenden Wochenende in Oslo. In einer dreiseitigen Athleten-Erklärung forderten Kombinierer aus fünf Ländern, darunter auch die deutschen Winter-Zweikämpfer, eine Entschuldigung für den aus ihrer Sicht unfairen Wettbewerb vor gut einer Woche sowie ein Ende der “Funktionärs-Willkür, wie sie bei den Olympischen Spielen an den Tag gelegt wurde“.

Die Sportler kritisierten in ihrer Erklärung, dass der Wettkampf am 25. Februar von der Jury “trotz offensichtlich irregulärer - also nicht für alle Teilnehmer wenigstens annähernd gleicher Wettkampfbedingungen - durchgezogen worden ist. In einer Art und Weise, die den elementaren Wert des (olympischen) Sports grob verletzt hat: die Fairness.“ Auch die deutschen Kombinierer waren beim Olympiasieg des Amerikaners Bill Demong von der Großschanze vom Winde verweht worden. Bemängelt wurden vor allem fehlende Kommunikation zwischen Jury und Athleten sowie mangelnde Flexibilität.

“Bei Olympischen Spielen eine so fragwürdige Wettkampfplanung anzusetzen, die letztlich kaum Möglichkeiten offen ließ, einen für alle Athleten fairen Wettbewerb durchzuführen, ist entweder als inkompetent, ignorant oder eine Mischung aus beidem zu bezeichnen“, schrieben die Athleten. Hofer übernahm in der Aussprache die Verantwortung für die Vorfälle. Der FIS-Renndirektor wies jedoch daraufhin, dass er nicht Mitglied des Wettkampfmanagements in der Nordischen Kombination sei. Er habe daher keinen Einfluss auf die Entscheidung in Whistler gehabt. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Wettkampf-Jury künftig, wie beim Skispringen, aus einem festen Kreis von fünf Fachleuten besteht. Derzeit gibt es ständig wechselnde Besetzungen.

dpa

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