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Klimaschutz

Kampf gegen den Klimawandel: Forschende aus den USA entwickeln künstlichen Wald

Projekt gegen den Klimawandel aus den USA: Der mechanische Wald soll künftig CO2 absorbieren und weiterverwerten.
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Projekt gegen den Klimawandel aus den USA: Der mechanische Wald soll künftig CO2 absorbieren und weiterverwerten.

Mit künstlichen Bäumen gegen den Klimawandel: In den USA entwickeln Forschende um einen deutschen Physiker einen vielversprechenden mechanischen Wald.

Tempe – Der Klimawandel ist allgegenwärtig. Forschende suchen bereits seit vielen Jahren nach Lösungen, um ihn abbremsen oder gar bekämpfen zu können. An der Arizona State University in Tempe (USA) wurde nun ein mechanischer Wald entwickelt.

Die künstlichen Bäume übernehmen genau dieselbe Aufgabe, wie die natürlich vorkommenden Pflanzen: Sie fangen das Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre ein und binden es. In der Optik gibt es allerdings einen großen Unterschied: Dieser Wald besteht aus vielen aufrecht stehenden Säulen mit einer Reihe von Scheiben anstatt aus Holz und Blättern.

Effizienter als die natürliche Variante: Mechanischer Wald in Arizona (USA) saugt CO2 auf

Mithilfe der Scheiben wird das Kohlendioxid aus der Atmosphäre eingefangen und anschließend in unterirdische Tanks abgeleitet. Die von Klaus Lackner, einem deutschen Professor und Physiker an der Arizona State University (ASU), entwickelten Bäume sehen zwar nicht so schön aus wie die natürliche Variante, sollen jedoch tausendmal effizienter sein. Das schreibt die ASU auf ihrer Website. Das liegt unter anderem daran, dass sie weniger Platz benötigen. Die Säulen sind zehn Meter hoch und haben jeweils einen Durchmesser von 1,5 Metern. Zwischen ihnen befindet sich lediglich ein fünf Zentimeter breiter Spalt, schreibt Lackner in einem Bericht des Nachrichten-Netzwerks „The Conversation“.

Und so funktioniert der künstliche Wald: Die flachen Scheiben würden mit einem Harz getränkt, das das CO2 bindet. Sobald die Substanz gesättigt ist, tropfe sie schließlich in einen Auffangbehälter ab. Dies dauert Lackner zufolge rund 20 Minuten. „Wir leiten Wasser und Dampf ein, um das CO2 in einer geschlossenen Umgebung freizusetzen, und nun haben wir ein Niederdruckgemisch aus Wasserdampf und CO2“, schreibt der Physiker.

Für die Freisetzung des Kohlenstoffdioxids wird allerdings Energie benötigt. Der größte Teil der Wärme kann aber zurückgewonnen werden. Demnach ist der mechanische Wald aus den USA eher eine Art CO2-Staubsauger und kann nicht komplett mit einem natürlichen Wald verglichen werden.

Erfindung in den USA: Künstlicher Wald soll CO2 künftig auch recyclen

Aufgrund des großen Erfolgs sollen drei künstliche Wälder bereits in diesem Jahr eröffnet werden. Die Kosten dafür betragen circa 2,5 Millionen US-Dollar, das gibt die ASU auf ihrer Website bekannt. „Die Menschheit kann es sich nicht leisten, dass immer größere Mengen an überschüssigem Kohlenstoff in der Umwelt herumfliegen, also müssen wir ihn wieder herausholen“, schreibt Lackner in seinem Bericht. Pro Tag sollen die Wälder Tausend Tonnen Kohlenstoffdioxid aus der Luft auffangen. Der große Vorteil: Die mechanischen Bäume können auch in trockeneren Regionen aufgestellt werden, da sie keine Ansprüche an Boden und Klima stellen.

Der Wald soll künftig aber nicht nur schädliches CO2 speichern, sondern auch recyclen. „Man kann CO2 in synthetische Kraftstoffe – Benzin, Diesel oder Kerosin – umwandeln, die keinen neuen Kohlenstoff enthalten, indem man das abgeschiedene CO2 mit grünem Wasserstoff mischt, der mit erneuerbarer Energie erzeugt wird“, so Lackner. Solche synthetischen Kraftstoffe nennt man E-Fuels.

Ob ein solches CO2-Kreislaufsystem aber tatsächlich aussichtsreich ist, kann derzeit allerdings nicht beurteilt werden. Letztlich hängt dies auch von den Installations- und Betriebskosten des jeweiligen Systems ab. Im Falle von E-Fuels stehen der hohen Energiedichte, der unbegrenzten Lieferfähigkeit sowie der leichten Transportmöglichkeiten, die Kosten der mehrfachen Umwandlung als Nachteil gegenüber. (Alina Schröder)

Idee im Kampf gegen den Klimawandel: Forschende aus den USA wollen Mammuts wiederbeleben.

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