Entscheidung fällt nächste Woche

Zu viel Reiseverkehr abseits der A10: Salzburg will Autobahn-Abfahrten sperren

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Bei den offenen Ausfahrten und auf den Schleichwegen soll die Polizei das Fahrverbot für den Durchzugsverkehr kontrollieren.

Salzburg - Mit gesperrten Abfahrten will man in Salzburg verhindern, dass staugeplagte Autofahrer die Autobahn verlassen. Welche Ausfahrten in Richtung Süden und Norden gesperrt werden ist noch geheim, soll aber Ende der Woche veröffentlicht werden.

Der Reiseverkehr im Sommer nimmt kontinuierlich zu, die Tauernautobahn in Richtung Süden ist speziell an den Wochenenden bereits ab dem Knoten Salzburg überlastet, zu sehen bereits am Pfingstwochenende, als der Verkehr in mehreren Staubereichen stockte und bei Flachau gar nur mehr blockweise abgefertigt wurde. In Richtung Norden kommen erschwerend die 24-Stunden- Grenzkontrollen am Walserberg dazu, die die Urlauberkarawane für viele unnötig aufhalten. Dieser Stau in Richtung Bayern reicht oft vom Walserberg bis Hallein zurück, die Navis empfehlen dann meist Alternativen abseits der Autobahn, große Wohnmobile oder auch doppelachsige Wohnwagen quälen sich dann durch die Ortszentren entlang der Autobahn oder zum Beispiel über Grödig und die enge, steile Latschenwirtstraße.

Waren die Grenzkontrollen ursprünglich der Hintergrund für geplante Sperren und für die zwangsweise Umleitung des Verkehrs ab Salzburg-Süd in Richtung Marktschellenberg und Berchtesgaden fordern nun auch andere Gemeinden entlang der Tauernautobahn wie zum Beispiel Werfen, Pfarrwerfen und Hallein Maßnahmen gegen die Autofahrer, die dem Stau auf der Tauernautobahn entkommen wollen. Die „Lösung“ des Verkehrslandesrat lautet jetzt: Autobahnabfahrten einfach sperren, in beiden Richtungen, und zwar für alle. „Welche Abfahrten wir sperren legen wir diese Woche gemeinsam mit dem Autobahnbetreiber Asfinag, der Polizei und den Gemeinden fest“, hält sich Schnöll- Sprecher Christoph Bayrhammer noch bedeckt. Bis Mitte Juli will das Land die erforderlichen Genehmigungen des Verkehrsministeriums für die Sperren von Abfahrten haben.

Kontrolle bei nicht gesperrten Abfahrten

Die Sperre von Ausfahrten mit Hilfe von Absperrbalken soll vom 13. Juli an bis zum 18. August gelten, und zwar für alle, also auch für Einheimische. Wichtig sei vorallem, dass diese Sperren dann von den Navigationssystemen übernommen und dann keine Alternativen abseits der Autobahn mehr angezeigt würden. Dass die Touristen dann einfach die nächste, offene Ausfahrt nutzen weiß auch der Verkehrslandesrat, bei diesen Abfahrten wird allerdings dann die Nutzung der gewünschten Bundesstraße oder Landesstraße nur noch für den Ziel- und Quellverkehr freigegeben, eine Durchfahrt in Richtung Deutschland also nicht möglich sein. Entsprechende Hinweisschilder entlang der Autobahn sind bereits aufgestellt.

Salzburg will Autobahn-Abfahrten sperren

Zwangs-Umleitung über Berchtesgaden und Inzell

Während zahlreiche Ausfahrten also für die Urlauber gesperrt werden sollen wird in Richtung Norden die Ausfahrt Salzburg-Süd/Berchtesgaden eine forcierte Abfahrt werden, hier werden Autofahrer bereits seit dem vergangenen Sommer in Richtung Marktschellenberg und Berchtesgaden und dann über Bad Reichenhall und Piding oder über Inzell umgeleitet, um dann wieder auf die bundesdeutsche A8 zu kommen. Über Inzell bedeutet das einen Umweg von fast 40 Kilometer, sowie ein Zeitverlust von fast 45 Minuten, unter der Annahme, es wäre kein Stau vor dem Walserberg und in weiterer Folge bis Siegsdorf. Mit Walserberg-Stau könnte sich der Umweg „lohnen“, allerdings ist auch die Umleitungsstrecke auf deutschen Bundesstraßen nur bedingt aufnahmefähig, im schlimmsten Fall geraten heimfahrende Urlauber allerdings von einer Staufalle in die nächste.

Michael Hudelist

Quelle: rosenheim24.de

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