Zwei Millionen Euro gehen Behörden durch die Lappen

Rund 10.000 Deutsche haben noch Strafzettel in Salzburg offen

+
Der Radarkasten bei Salzburg Wals - Tauernautobahn mündet in die Westautobahn - wurde abgebaut, nachdem er zuvor von einem deutschen Autofahrer gerammt worden und Monatelang nicht in Betrieb war.
  • schließen

Salzburg - Eine Radarfalle samt Frontblitzern ist auf der Westautobahn nun einige Kilometer weiter gewandert und jetzt wieder „scharf“. Bei der Ausfahrt Salzburg-West in Richtung Wien war sie eine der Ursachen für häufige Auffahrunfälle.

Darum wurde sie an dieser Stelle auf Wunsch des Landes abgebaut. Insgesamt gibt es im Bundesland Salzburg neun Geschwindigkeits-Messanlagen, zuständig für das Versenden der Strafbescheide sind die Bezirkshauptmannschaften und das Strafamt der Landespolizeidirektion. Probleme beim Eintreiben gibt es allerdings bei rund 30.000 ausländischen Lenkern, darunter rund 10.000 Schnellfahrer mit deutschen Kennzeichen, rund zwei Millionen Euro sollen nicht eintreibbar sein.

Die Resonanz auf Facebook-Warnungen vor Radarfallen ist ungemein groß, kein Wunder, auf den beiden Autobahnen im Bundesland Salzburg, Westautobahn und Tauernautobahn, gibt es im Vergleich zu Niederösterreich und Kärnten verhältnismäßig viele Radarkästen, die meisten sind mittlerweile auch mit Frontblitzern nachgerüstet, da zum Beispiel in Deutschland nicht einfach der Zulassungsbesitzer bestraft werden kann, sondern der Schnellfahrer erkennbar sein muss. 

Insgesamt gibt es neun Radarkästen zwischen Eugendorf und Zederhaus, sieben davon werden direkt vom Autobahnbetreiber Asfinag betrieben, ausgewertet werden die Fotos von den Bezirkshauptmannschaften und in der Stadt von der Polizei. Wie auf Bundes- und Landesstraßen gilt auch für Radarstrafen auf der Autobahn, dass 80 Prozent der Einnahmen der Straßenerhalter bekommt, bei den Autobahnen also die Asfinag. Der Rest geht an das Bundesland. „Das betrifft aber nur sämtliche Einnahmen aus dem Titel der Straßenverkehrsordnung, also ‚normales Tempolimit‘. Ist der Umwelt-80-er oder Umwelt-100-er geschalten gehen diese Strafgelder zu 100 Prozent an die Länder“, so Asfinag-Sprecher Christoph Pollinger. 

Dass es in Salzburg mehr Radarfallen gebe als in anderen Bundesländern will Pollinger nicht bestätigen: „Salzburg ist da kein besonderer Hotspot, es wurden im Zuge des Luft-80-ers eben zusätzliche Anlagen auf der Westautobahn errichtet“. Auch die beiden Röhren der Einhausung Zederhaus sind mit neuen Front-Radarkästen ausgestattet, dies sei eine Vorgabe des Verkehrsministeriums gewesen, um die Sicherheit im Tunnel zu erhöhen, so Pollinger bei einer früheren Anfrage.

Rund 2 Millionen Euro Strafen offen

Während viele einheimische Schnellfahrer und Pendler besonders bei angezeigtem Umwelt-Tempo 80 kurz vor den bekannten Blitzer-Standorten herunter bremsen und dann wieder beschleunigen gibt es Fahrer, die wissen, dass sie in ihrer Heimat nicht zum Bezahlen verpflichtet werden können. So sind im Zeitraum 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2019 rund 30.000 Anzeigen bei Geschwindigkeitsübertretungen noch nicht bezahlt  worden, darunter rund 10.000 Lenker mit deutschem Kennzeichen. 

Grundsätzlich gibt es zwar bei ausländischen Lenkern die Möglichkeit den Strafbetrag auch innerhalb der EU zu vollstrecken, „dieses Recht greift aber erst ab einen Strafbetrag von 70 Euro“, so ein Sprecher von Verkehrslandesrat Stefan Schnöll. Eine Reihe von Verkehrsdelikten sei daher „nicht einholbar“. Einer Schätzung zufolge sollen rund zwei Millionen Euro noch offen sein.

hud

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Welt-News

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT