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Omikron-Variante in Amsterdam

In Flugzeug festgenommen: Spanisches Paar weist Vorwurf der Quarantäne-Flucht zurück

Flughafen Amsterdam (Archivbild).
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Flughafen Amsterdam (Archivbild).

Amsterdam – Sie mussten in Quarantäne, zusammen mit teils positiv getesteten Rückreisenden aus Südafrika: Das passte einem Paar in den Niederlanden gar nicht – es versuchte erfolglos, sich nach Spanien abzusetzen. Nun meldete sich das Paar zu Wort und weist den Vorwurf der Flucht zurück.

Update, Dienstag (30. November) - Spanisches Paar weist Vorwurf der Quarantäne-Flucht zurück

Ein Paar aus Spanien hat dem Vorwurf der Quarantäne-Flucht in den Niederlanden widersprochen. Die beiden waren nach der Ankunft aus Südafrika in Amsterdam in ein Quarantäne-Hotel eingewiesen worden, das sie später verließen, um nach Spanien zu fliegen. Kurz vor dem Start wurden sie von der Polizei aus dem Flugzeug geholt. Das Ehepaar sei nach der Festnahme zwangsweise in der Isolierstation eines Krankenhauses untergebracht worden.

Die Frau sagte der spanischen Zeitung „La Vanguardia“, ein niederländischer Polizist und ein Vertreter der Gesundheitsbehörde in ihrem Quarantäne-Hotel hätten ihnen nach zwei weiteren negativen Schnelltests am Sonntag erlaubt, das Hotel zu verlassen. „Sie haben mir die Erlaubnis erteilt; wir kauften die Flugtickets und haben ein Taxi genommen“, wurde sie von der Zeitung am Montag zitiert.

Paar sorgte in Quarantäne-Hotel für „reichlich Ärger“

Die Festnahme war auf Anweisung der für die Flughafenregion zuständigen Bürgermeisterin Marianne Schuurmans erfolgt. Sie stellte den Vorgang anders dar: Das Paar habe sich von Anfang an Anordnungen niederländischer Behörden widersetzt, sagte sie dem Sender NOS. Auch im Quarantäne-Hotel habe es für „reichlich Ärger“ gesorgt.

Eine Quarantäne erfolge zwar zunächst auf freiwilliger Basis, erklärte die Bürgermeisterin. Jedoch könne nach geltendem Recht eine zwangsweise Isolation von Infizierten angeordnet werden, wenn diese zu „einer Gefahr für die Volksgesundheit“ würden. Das sei der Fall, wenn sich eine mit Corona infizierte Person „in einen Zug, einen Bus oder ein Flugzeug begibt“. Die Polizei erstattete eine entsprechende Anzeige. Über ein Strafverfahren müsse die Staatsanwaltschaft entscheiden, sagte ein Polizeisprecher.

Erstmeldung, Montag (29. November) - Ehepaar flüchtet aus Quarantäne-Hotel

In den Niederlanden ist ein Ehepaar aus einem Quarantäne-Hotel für positiv auf Corona getestete Reisende aus Südafrika geflohen. Die Grenzpolizei am Amsterdamer Flughafen Schiphol nahm den Mann aus Spanien und die Frau aus Portugal am Sonntagabend in einem Flugzeug fest, das nach Spanien starten sollte.

Wie das Paar aus dem Quarantäne-Hotel in der Nähe des Flughafens entkommen konnte, sei ein Rätsel, sagte ein Sprecher der Grenzpolizei nach Angaben des Senders NOS. „Verschiedene Einheiten sorgen dafür, dass niemand in das Hotel oder heraus gelangt, darunter auch die Grenzpolizei.“ Unklar ist den Polizeiangaben zufolge auch, wie die beiden in das Flugzeug gelangen konnten. Nach ihrer Festnahme wurden sie der niederländischen Gesundheitsbehörde übergeben und wieder unter Quarantäne gestellt.

Strafverfahren wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit

Die Polizei erstattete Anzeige wegen Verletzung der gesetzlichen Quarantänepflicht. Über ein Strafverfahren wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit müsse nun die Staatsanwaltschaft entscheiden, sagte der Sprecher.

Auf dem Amsterdamer Flughafen waren am Freitag bei 61 von 624 Passagieren, die aus Südafrika eingereist waren, Corona-Infektionen festgestellt worden. Die Betroffenen wurden in das Quarantäne-Hotel gebracht. Am Sonntag teilte der staatliche Gesundheitsdienst RIVM mit, dass mindestens 13 der 61 positiv getesteten Personen mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron infiziert seien. Ob auch das geflohene Ehepaar mit dieser wahrscheinlich hoch ansteckenden Variante infiziert ist, war zunächst unklar.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Omikron-Variante als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht allerdings noch nicht fest.

Virologe Drosten „ziemlich besorgt“ über Omikron-Virusvariante

Der Berliner Virologe Christian Drosten blickt sorgenvoll auf die neue Omikron-Variante des Coronavirus. „Ich bin schon ziemlich besorgt im Moment“, sagte Drosten am Sonntagabend im ZDF-“heute journal“. Man wisse nicht all zu viel über die neue Variante. Berichte über milde Verläufe hätten noch nicht sehr viel Substanz angesichts von nur gut 1000 Fällen. Hier müsse man die klinischen Verläufe abwarten (News-Ticker Montag).

Man sehe aber, dass sie häufig bei jungen Leuten in Südafrika auftauche und auch Menschen betreffe, die eine Erkrankung schon hinter sich haben. Er habe die Sorge, dass man die erste wirkliche „Immunfluchtmutante“ vor sich habe. Auch könne man noch nicht sagen, wie sich die Variante hierzulande verhalte, wo viele Menschen geimpft seien. „Keiner kann im Moment sagen, was da auf uns zukommt. Das Einzige, was man wirklich mit Sicherheit sagen kann ist: Es ist besser, wenn man geimpft ist. Es ist noch besser, wenn man geboostert ist“, sagte Drosten. Die verfügbaren Impfstoffe würden gegen einen schweren Krankheitsverlauf wohl schützen.

Immer mehr Omikron-Verdachtsfälle

In Deutschland wurden bislang drei Omikron-Fälle gemeldet. Das hessische Sozialministerium bestätigte am Sonntag nach einer vollständigen Sequenzierung, dass es sich bei einem Verdachtsfall um eine Omikron-Infektion handelt. Der vollständig geimpfte Reiserückkehrer war bereits vor einer Woche aus Südafrika über den Flughafen Frankfurt eingereist.

Bayern meldete zudem zwei hochgradige Verdachtsfälle, die seit Samstagabend bestätigt sind (News-Ticker von Samstag). Die zwei am Mittwoch über den Flughafen München eingereisten Passagiere befinden sich nach einem positiven PCR-Test in häuslicher Isolation, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Samstagabend mitteilte.

Auch in Tirol ist im Bezirk Schwaz inzwischen ein Omikron-Fall bestätigt. Laut ORF-Bericht sei die neue Virusvariante mittels Sequenzierung nachgewiesen worden, und es würden aktuell 30 weitere Verdachtsfälle untersucht. 

mh/dpa

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