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Nach Personalnot auch noch Streik

Flug-Chaos immer schlimmer: Vor allem Malle betroffen - Airlines bauen schon Sitzplätze aus

Zahlreiche Fluggäste warten am Flughafen in München am Terminal 2 auf ihre Flüge. (Archivbild aus 2018)
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Zahlreiche Fluggäste warten am Flughafen in München am Terminal 2 auf ihre Flüge. (Archivbild aus 2018)

Erst am Montag (20. Juni) wurde bekannt, dass die Billigairline Easyjet ihre Kapazität für das zweite Halbjahr gewaltig zurückschrauben wird, zuvor traf das Unternehmen bereits eine andere drastische Entscheidung was Sitzplätze betrifft und jetzt auch noch das: Das Kabinenpersonal der Airline will an knapp zehn Tagen im Juli streiken. Auch Ryanair und Lauda Air haben Streiks angekündigt. Speziell Mallorca-Urlauber könnten so in den kommenden Wochen große Probleme bekommen.

Deutschland/Spanien - Mitten im Ferientrubel einiger Bundesländer im Juli (NRW startet sogar schon am 27. Juni in die Sommerferien) will das Kabinenpersonal der Billigairline Easyjet in Spanien an insgesamt neun Tagen für mehr Geld streiken.

Die Arbeitsniederlegungen seien für die Tage zwischen dem 1. und dem 3. Juli, zwischen dem 15. und dem 17. Juli sowie zwischen dem 29. und dem 31. Juli - jeweils über Wochenenden - angesetzt worden, teilte die zuständige spanische Gewerkschaft USO am Dienstag mit. Die britische Fluggesellschaft habe in Barcelona, Palma de Mallorca und Málaga 450 Flugbegleiter stationiert.

Es droht also Flug-Chaos. Denn neben Easyjet haben auch schon Mitarbeiter von Ryanair und Lauda Air für diesen Zeitraum Streiks angekündigt - zum Teil alle drei Airlines an den selben Tagen. Allen voran dürfte wohl Mallorca, eine der beliebtesten Urlaubsinseln der Deutschen, betroffen sein.

Der Streikplan in der Übersicht

RyanairEasyjetLauda Air
24.-26. JuniStreik------
30. Juni - 3. JuliStreik (30. Juni - 2. Juli)Streik (1.-3. Juli)Streik (2.-3. Juli)
9.-10. Juli------Streik
15.-17. Juli---Streik Streik (16.-17. Juli)
23.-24. Juli------Streik
29.-31. Juli---StreikStreik (30.-31. Juli)

Überall fehlt Personal

Bereits vor den angekündigten Streiks war klar, dass Ferienreisen per Flugzeug im Sommer zur Nervenprobe für Passagiere und Anbieter gleichermaßen werden. Grund ist Personalmangel an verschiedenen Punkten des Reiseprozesses: Von der Passagierkontrolle über die Flugzeugabfertigung bis hin zu den Flugbegleitern, überall fehlen die Leute, die sich in der Pandemie andere Jobs gesucht haben.

„Über alle Standorte hinweg fehlen den Dienstleistern, die an der Abfertigung der Passagiere beteiligt sind, rund 20 Prozent Bodenpersonal im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit. Das kann vor allem beim Check-in, beim Beladen der Koffer und in der Luftsicherheitskontrolle zu Engpässen in Spitzenzeiten führen“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel. Die Flughafenbetriebsräte schätzen den Gesamtbedarf auf 5500 Leute bundesweit.

Forderung: 40 Prozent mehr Gehalt

Nun auch noch die Streiks: Die Flugbegleiter von Easyjet fordern den Angaben zufolge vor allem eine deutliche Gehaltsanhebung um mindestens 40 Prozent. Das Grundgehalt liege derzeit bei 950 Euro im Monat, sagte der Vertreter der Airline-Mitarbeiter bei USO, Miguel Galán. Das seien 850 Euro weniger als etwa in Deutschland oder Frankreich. Die Flugbegleiter von Easyjet seien zu allem Übel in Spanien in sehr teuren Städten stationiert.

„Mit dem Grundgehalt können wir kaum die Miete oder die Hypothek bezahlen“, betonte Galán. Bei längeren Arbeitszeiten käme man zwar über die Runden. „Aber auf Kosten von weniger Ruhezeiten und längeren Flugzeiten.“ Die Tarifverhandlungen seien völlig festgefahren. Das Unternehmen zeige kein Interesse daran, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in Spanien zu verbessern. Neben mehr Geld fordere man auch eine Begrenzung der Flugzeiten, wie es sie in anderen Ländern gebe, und eine häufigere Erneuerung der Arbeitskleidung.

Easyjet baut Sitzplätze aus

Wegen fehlender Flugbegleiter sah sich Billigflieger Easyjet bereits zuvor zu einem drastischen Schritt veranlasst: In der britischen Teilflotte wird in diesem Sommer bei sämtlichen Flugzeugen vom Typ Airbus A319 die hintere Sitzreihe ausgebaut. Sechs Sitzplätze weniger bedeuten, dass die Airline nach geltenden Sicherheitsschlüsseln für die verbliebenen 150 Passagiere nur noch drei statt bislang vier Flugbegleiter in der Kabine einsetzen muss.

mz/dpa