Keine Spur von Corona-Pandemie

Unglaubliche Bilder: 50.000 Menschen bei Rugby-Party - warum das in Australien funktioniert

Rugby: State of Origin Series, 3. Spiel, Queensland Maroons - New South Wales Blues: Die Zuschauer beobachten das Spiel. Die 2020 State of Origin-Serie ist die 39. jährliche Best-of-Three-Serie zwischen den Rugby-League-Teams von Queensland und New South Wales.
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Rugby: State of Origin Series, 3. Spiel, Queensland Maroons - New South Wales Blues: Die Zuschauer beobachten das Spiel. Die 2020 State of Origin-Serie ist die 39. jährliche Best-of-Three-Serie zwischen den Rugby-League-Teams von Queensland und New South Wales.

Brisbane - Fast 50.000 Menschen zusammen in einem Stadion. Das hört sich in der aktuellen Zeit unglaublich an. In der Hafenstadt Brisbane ist dies derzeit aber möglich und erlaubt. Ein Erfolg der Corona-Politik in Australien.

49155 Fans strömten am Mittwochabend ins Suncorp Stadium, um das entscheidende Spiel der Rugby-Finalserie „State of Origin“ zu sehen. In drei Partien traten hier die besten Spieler der beiden Bundesstaaten Queensland und New South Wales gegeneinander an - mit dem besseren Ende für Queensland. Queensland gewann das Spiel 24:10 und holte sich den Titel. Das Stadion war fast ausverkauft, auf Bildern waren nur wenige Menschen mit Masken zu sehen.


Fans feierten ihre Teams an, tranken Bier und hatten jede Menge Spaß. Nach Angaben der Veranstalter war es das weltweit größte Sport-Event seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Zuschauerzahl von 52.000 toppt noch einmal die 46.061 Fans, die im vergangenen Oktober in Neuseeland das Rugby-Spiel der All Blacks gegen Australien im Stadion verfolgt haben.

Die Bilder wirken wie aus einer anderen Zeit. Möglich wurde dies nur durch die strikten Corona-Maßnahmen, die in den vergangenen Monaten in Australien galten und in einzelnen Regionen noch weiterhin greifen.


Strikte Maßnahmen in Australien: Monatelanger Lockdown

Im australischen Bundesstaat Queensland ist die Corona-Lage derzeit entspannt. Am Tag des Spiels meldete der Bundesstaat lediglich einen neuen Fall. Kommt es jedoch zu lokalen Ausbrüchen, werden in Australien strikte regionale Lockdowns verhängt. Während also in Queensland kurz vor dem Spiel wieder eine hundertprozentige Auslastung der Stadien erlaubt wurde, dürfen etwa die Bürger im Nachbarbundesstaat South Australia seit Donnerstag nicht mal mehr zum Sport vor die Tür.

Von Mitternacht an muss unsere Region für sechs Tage pausieren“, sagte Premierminister Steven Marshall am vergangenen Mittwoch. Bewohner, die sich aktuell in ihrer Heimat befinden, müssen auch bis Ende der Einschränkungen in ihrem Bundesstaat bleiben. In dem Bundesstaat mit 1,7 Millionen Einwohnern waren in den vergangenen Tagen 22 neue Fälle registriert worden. Die ersten Fälle seit sieben Monaten.

State of Origin Series, 3. Spiel, Queensland Maroons - New South Wales Blues: Die Fans der Queensland Maroons zeigen ihre Unterstützung. Die 2020 State of Origin-Serie ist die 39. jährliche Best-of-Three-Serie zwischen den Rugby-League-Teams von Queensland und New South Wales.

Relativ entspannte Corona-Situation „down under“

Auch internationale Sport-Events sind von den strikten australischen Regeln betroffen. So ist rund zwei Monate vor dem Start der Australian Open am 18. Januar immer noch nicht geklärt, ob das erste Grand-Slam-Turnier der neuen Tennis-Saison wie geplant stattfinden kann. Die Politik will erst wieder ab 2021 Einreisen aus dem Ausland ermöglichen. Da die Spieler nach der Einreise in eine zweiwöchige Quarantäne müssten, wären keine Turniere vor den Australian Open möglich. Unklar ist auch, ob Zuschauer zugelassen werden. 

Im Bundesstaat Victoria, wo mit Melbourne der Austragungsort der Australian Open liegt, war erst im Oktober nach einer zweiten Welle ein fast vier Monate langer harter Lockdown beendet worden.

Insgesamt ist das 25-Millionen-Einwohnerland mit bisher 27 800 Fällen und 901 Todesmeldungen vergleichsweise glimpflich durch die Krise gekommen.

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