Talk aus Hamburg-Bahrenfeld

Markus Lanz (ZDF): Corona ist der Brennstoff für die Show

ZDF-Moderator Markus Lanz steht vor dem Logo seiner Sendung im Fernsehstudio.
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Redet viel über Corona: ZDF-Talkmaster Markus Lanz.

Die Lockdown-Verlängerungen sind für Markus Lanz ein Segen. Das Corona-Thema befeuert Abend für Abend seine Talkshow – und bescheren dem ZDF verlässliche Quoten.

Hamburg – Corona, Corona, Corona: Die Pandemie ist der Dauerbrenner für die ZDF-Talkshow von Markus Lanz*. Seit nunmehr einem Jahr hält das totbringende Virus Deutschland und die Welt fest im Griff. Deshalb kommt auch kaum eine Sendung ohne das Thema aus. Unablässig passen Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer die Regeln und Beschlüsse für den Lockdown an. Und immer wieder gibt es dazu einen großen Redebedarf.

Glücksfall für Markus Lanz: Das Corona-Thema birgt viel Streitpotenzial

Wie lange soll der nächste Lockdown gelten? Wann dürfen Kitas und Schulen wieder in den Normalbetrieb? Wie sehr schadet der Shutdown Kindern und Jugendlichen? All das sind Fragen, die Lanz mit seinen Gästen Abend für Abend in seinem Studio in Hamburg-Bahrenfeld einordnet. Zu Gast sind dann Politiker, Ärzte, Künstler oder andere Promis wie Tim Mälzer* und Co. Oft genug prallen dann unterschiedliche Meinungen aufeinander.

Generell blüht der ZDF*-Talkmaster im Rahmen seiner Coronavirus*-Berichterstattung regelrecht auf. Der Hamburger Moderator schlägt aus seinen vermeintlichen Schwächen Kapital und nutzt diese zu seinem Vorteil*. Nur so ist es Markus Lanz möglich, Herr der Lage zu bleiben und ausufernde Diskussionen und Debatten weitestgehend im Griff zu behalten. War die Sendung in früheren Jahren von unterschiedlichen Themen geprägt, sind mittlerweile viele Ausgaben des Quotenhits monothematisch konzipiert. In einem Interview gestand Lanz kürzlich, dass er das Corona-Thema als einen Segen für das TV-Format sehe. Durch die gesellschaftliche Relevanz des Themas habe sich die Sendung nach vielen Jahren quasi neu erfunden, sagte er.

Sendungen von „Markus Lanz“ (ZDF) im Überblick: Madsen nimmt Regierung unter Beschuss, Stelter zerreißt Bund-Länder-Beschlüsse verbal in der Luft

Markus Lanz von Donnerstag, 4. März 2021*: „Knallhart-Kritik – nächster Knockout ist tödlich“ – Die Bundesregierung hat aus der Corona-Zeit und den Fehlern, die sie in selbiger gemacht hat, nichts gelernt. Das findet zumindest Claus Ruhe Madsen. Der Rostocker Oberbürgemeister, mit seiner Stadt ein Vorbild, was einen niedrigen Inzidenzwert angeht, lässt in der Sendung bei ZDF-Talker Markus Lanz jedenfalls kein gutes Haar an der Regierung um Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Olaf Scholz, der an diesem Abend auch Gast im Studio in Hamburg-Altona ist. „„Es scheint, dass wir gar keine Lernkurve haben“, sagt Madsen unter anderem und regt sich auf: „„Kommunikation funktioniert so nicht. Wenn von der Kommandobrücke in den Maschinenraum gesagt wird: Das ist der Kurs – dann setzen wir das natürlich um. Mein Problem ist, dass ich die Menschen vor Ort jedes Mal aufs Neue dafür begeistern muss.”

Markus Lanz von Mittwoch, 3. März 2021*: „Die können es alle nicht, die ganze Truppe“ – Mit einer Generalabrechnung hat Ökonom Daniel Stelter die Beschlüsse von Bund und Ländern in der Luft zerrissen. Nur wenige Minuten nach dem Ende eines neunstündigen Corona-Gipfels kritisierte er die Länderchefs für ihren Zickzack-Kurs bei der Bewältigung der Corona-Pandemie. „Die können es alle nicht, die ganze Truppe“, wetterte der Wirtschaftswissenschaftler und Autor in der ZDF-Sendung von Markus Lanz. Pro Woche würde der Lockdown den deutschen Steuerzahler rund vier Milliarden Euro kosten. „Das ist für mich Staatsversagen“, polterte Stelter. Die anderen Gäste wollten sich den wütenden Angriffen aber nicht so recht anschließen.

Markus Lanz von Dienstag, 2. März 2021*: „Still, Mahner! FDP schimpft auf Lockdown-Chaos“ – Die FDP ist zunehmend genervt von der Corona-Strategie der Bundesregierung. Friseure dürfen öffnen, Blumenläden nur zum Teil. In einigen Ländern ja, in anderen nein. Das sei doch keine verlässliche Perspektive, beklagte FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff in der ZDF-Sendung von Markus Lanz. Statt ständig über Lockerungen zu reden, sollten Bund und Länder das Hin und Her beenden und endlich konkrete Stufenpläne für bedrohte Branchen wie Gastronomie oder Einzelhandel vorlegen schlug er vor.

Markus Lanz von Donnerstag, 25. Februar 2021*: „Moderator flippt aus – Impf-Vordrängler am Pranger“ – Bei Markus Lanz ging es am Donnerstagabend hoch her. Denn mit Bernd Wieland hatte der ZDF-Moderator einen waschechten Impf-Vordrängler zu Besuch. Der Oberbürgermeister von Halle hatte sich im Januar gegen Corona impfen lassen, obwohl er noch gar nicht an der Reihe war. Das forderte den ZDF-Talker geradezu heraus. Ob er, Wieland, denn glaube, dass Kanzlerin Angela Merkel so ein Verhalten an den Tag gelegt hatte. Ein geknickter Wieland versuchte sich gegen die Angriffe zu verteidigen, war am Ende aber recht kleinlaut. Er könne die Kritik an seiner Person verstehen, aber es habe sich um Restimpfstoff gehandelt, der sonst verfallen wäre.

Markus Lanz von Mittwoch, 24. Februar 2021*: „Lauterbach rät Lockdown-Gegnern – seid still!“ – Wenige Tage vor einem erneuten Corona-Gipfel von Bund und Ländern stand bei Markus Lanz die Frage im Raum: Ist eine Lockerung des Lockdowns sinnvoll oder nicht? SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte dazu eine klare Meinung: Auf keinen Fall. „Wenn wir jetzt zu früh lockern, dann hat das katastrophale Auswirkungen“, rief der streitbare Politiker und Mediziner alle Befürworter einer Lockerung zu Zurückhaltung auf. Denn wegen der Virusmutationen stände Deutschland kurz vor einer dritten Infektionswelle, so Lauterbach, der allerdings von den übrigen Gästen ordentlich Widerspruch erhielt. Vor allem Journalist Heribert Prantl hielt dagegen. Die Dauerdurchhalteparolen würden nur zur Pandemiemüdigkeit führen, warnte er. Seiner Meinung nach hätten zuviele Gesundheitspolitiker und Virologen das Sagen. Er forderte deswegen mehr Mitsprache von anderen Experten wie Psychologen oder Kinderärzten.  

Markus Lanz vom Dienstag, 16. Februar 2021*: „Laschet-Kritik – Moderator beißt bei Röttgen auf Granit“ – Im Mittelpunkt der Sendung stand jemand, der gar nicht in der Hamburger Runde dabei war: der neue CDU-Chef Armin Laschet. Moderator Markus Lanz konfrontierte Laschets Parteifreund Norbert Röttgen mit den jüngsten Aussagen des NRW-Ministerpräsidenten. Der hatte zuvor erklärt, man könne „nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass das Leben wieder stattfindet.“ Für Lanz ein Unding. Dies sei eine „Kampfansage an die eigene Politik. Das, war wir alle gemeinsam beschlossen haben, das war gar nicht so gemein.“ In seinen Augen, so Lanz weiter, „verwirrt das die Leute doch komplett.“ Auch, wenn er sich redlich mühte, konnte der ZDF-Talker den CDU-Politiker nicht zu einer Kritik an Parteifreund Laschet bewegen, sondern biss bei Röttgen auf Granit.

Markus Lanz vom Donnerstag. 11. Februar 2021*: „Corona-Eigenlob – Moderator stutzt Söder zurecht“ – Die Beschlüsse des Corona-Gipfels und die Wirksamkeit der Lockdown-Maßnahmen standen im Mittelpunkt der Sendung, in der Markus Söder (CSU) mehrfach in den Fokus von Markus Lanz geriet. Der ZDF-Moderator hielt dem bayerischen Ministerpräsidenten vor, dass in dessen Bundesland im Jahr 2020 Pannen bei Corona-Tests geschahen und sich Söder mit seinem Eigenlob, er und sein Bundesland Bayern würden vieles richtig machen, zurückhalten solle. Im weiteren Verlauf gerieten Lanz und Söder auch in Sachen neuer Corona-Beschluss aneinander. Söder erklärte nach einem Lanz-Vorwurf, dass der Öffnung der Friseursalons mehr Platz eingeräumt wird als Schutzmaßnahmen für Alte, dass dies nicht stimme und Friseurbesuche etwas mit Würde und Hygiene zu tun haben. Lanz konterte Söders Aussage damit, dass er den Begriff „Würde“ im Zusammenhang mit Haareschneiden als „zu hoch ins Regal gegriffen“ einstuft.

Markus Lanz vom Mittwoch, 10. Februar 2021*: „Neuer Lockdown – Philosophin giftet gegen Tschentscher – Nach der erneuten Lockdown-Verlängerung stand Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in der Sendung von Markus Lanz Rede und Antwort. Ein Auftritt, der an Aktualität nichts zu wünschen übrig ließ. Erst drei Stunden zuvor hatte Tschentscher zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den anderen Ministerpräsidenten beim Corona-Gipfel zusammengesessen und die bestehenden Kontaktverbote und Maskenregeln verlängert. Für Tschentscher gab es keine Alternative. Mantramäßig verteidigte er den strikten Kurs gegen Kritik. Das war keine leichte Aufgabe, so warf ihm Philosophin Svenja Flaßpöhler die Verletzung von Grundrechten vor. Für einen Politiker wie Tschentscher ein harter Vorwurf. Doch der Mediziner ließ sich auch nach einem stundenlangen Arbeitstag nicht zu sehr reizen.

Markus Lanz vom Dienstag, 9. Februar 2021*: „Lockdown-Tipps vom Welten-Bummler verpuffen“ – 80 Tage lang segelte Boris Herrmann einmal rund um die Welt. Als erster Deutscher hat er an der Vendée Globe teilgenommen und das härteste Solo-Segelrennen der Welt als Fünfter beendet. Eigentlich ist das Grund genug für eine Einladung als Talk-Gast von Markus Lanz. Doch der Wahl-Hamburger kann nicht nur über die Abenteuer auf See sprechen. Nein, denn immerhin verbrachte er 80 Tage im Dauerstress und in Isolation. Das macht ihn natürlich zu einem Experten in Sachen Corona-Quarantäne. Doch seine Ideen gegen Einsamkeit zündeten bei den anderen Gästen wie Jugendmedizinerin Tanja Brunnert und Münsters CDU-Oberbürgermeister Markus Lewe nicht so richtig. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

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