Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kino

Warum Dresens neuer Film auf der Berlinale überrascht

„Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
+
Alexander Scheer (l) und Meltem Kaptan spielen in den Hauptrollen in „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“.

Regisseur Andreas Dresen stellt auf der Berlinale seinen neuen Film vor. Der erzählt die Geschichte des Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz - und fällt ganz anders aus als erwartet.

Berlin - Wie erzählt man eine Geschichte über das US-Gefangenenlager Guantánamo? Regisseur Andreas Dresen hat über diese Frage lange nachgedacht.

Der 58-Jährige findet in seinen Filmen oft ungewöhnliche Ansätze. Nach „Gundermann“ veröffentlicht er nun ein neues Projekt. Am Samstag stellte er auf der Berlinale seinen Film „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ vor. Die Namen lassen aufhorchen.

Im Film geht es um Murat Kurnaz - den Mann also, der in Bremen aufgewachsen ist und nach den Terroranschlägen vom 11. September ohne Anklage in Guantánamo festgehalten wurde. Dresen erzählt dessen Geschichte mit einem ungewöhnlichen Blick - er schaut nämlich auf die Mutter. Eine Bremer Hausfrau also, die ihren Sohn befreien will.

Zu Beginn des Films klopft sie resolut an die Zimmertür ihres Sohnes. „Murat, ist schon Mittag. Murat, steh' auf oder ich schneid' deinen Bart ab“, droht sie ihm. „Murat, lass' den Scheiß.“ Der Film zeigt eine Frau, die sich für ihre Familie abmüht, mit ihrem Mercedes durch die Stadt schießt und auf den Apfelkuchen ordentlich Puderzucker streut.

Der Regisseur Andreas Dresen beschäftigt sich in seinem neuen Film mit der Geschichte des Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz.

Als ihr Sohn verschwindet, fliegt sie bis in die Türkei, um einen Politiker abzupassen. Schließlich landet sie beim Bremer Rechtsanwalt Bernhard Docke (Alexander Scheer). Murat Kurnaz war von 2002 bis 2006 in dem US-Lager auf Kuba inhaftiert. Nach und nach enthüllt der Film den juristischen Kampf um seine Freilassung und das politische Versagen.

Erste Hauptrolle für Meltem Kaptan

Die Intensität des Films ist vor allem Meltem Kaptan zu verdanken. Die Comedienne („Ladies Night“) ist in ihrer ersten Hauptrolle in einem deutschen Kinofilm zu sehen. Energiegeladen, mit Charme, Verschmitztheit und Witz zeichnet sie das Porträt einer Frau, die bis zur Erschöpfung um ihr Kind kämpft. Dresens Film ist auf diesem Weg erstaunlich leicht und warm geworden, ohne die schweren Momente zu vernachlässigen.

Der Film erzählt geradlinig und ohne Extravaganzen. Erneut arbeitet der Regisseur Dresen mit der Drehbuchautorin Laila Stieler zusammen. Auch Schauspieler Alexander Scheer war schon in „Gundermann“ dabei - diesmal trägt er Schnauzer und norddeutschen Akzent. Will man nach all den Jahren noch einen Film über den Fall sehen? Ja, weil der Film einen Triumph der Menschlichkeit zeigt. Ein zeitloses Thema. dpa

Kommentare