Mehr Konkurrenz für Lena

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Lena

Düsseldorf - Lena will ihren Titel beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf verteidigen. Dabei bekommt sie mehr Konkurrenz, als sie noch in Oslo 2010 hatte.

Lena gegen 42: Beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf gibt es viel Konkurrenz für die deutsche Titelverteidigerin Lena Meyer-Landrut. Insgesamt werden bei dem Musikwettbewerb im Mai 43 Länder um die Wette singen, wie der Norddeutsche Rundfunk am Dienstag in Hamburg mitteilte. So hoch war die Teilnehmerzahl bisher nur im Jahr 2008. Vergangenes Jahr hatten in Oslo 39 Länder an der Musikshow teilgenommen. Erstmals seit 14 Jahren ist Italien wieder dabei. Auch Ungarn, Österreich und San Marino singen diesmal mit, sie hatten zuletzt pausiert. Abgesagt hat dagegen der südosteuropäische Staat Montenegro - er hatte nach einem enttäuschenden Aus im 2009er Halbfinale bereits vergangenes Jahr auf eine Teilnahme verzichtet.


Zuletzt hatte Italien 1997 mit der Sängerin Jalisse (“Fiumi di parole“) beim Grand Prix mitgemacht. Seitdem stand das jährliche Musikfestival in San Remo im Vordergrund des Interesses. Beim Wettbewerb im Mai will Italien nun wieder in Deutschland dabei sein. Hoffentlich kein schlechtes Omen für Lena: Bei der Fussball-WM auf deutschem Boden im Jahr 2006 gewannen die Italiener bekanntlich. Zumal Italien einen weiteren Vorteil gegenüber der Konkurrenz hat: Das Land gehört zu den großen Geldgebern des Veranstalters, der Europäischen Rundfunkunion (EBU, European Broadcasting Union), und ist somit wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien direkt für das Finale qualifiziert - aus den bisherigen “Big Four“ werden also jetzt die “Big Five“.

Welche anderen Länder beim Finale am 14. Mai in Düsseldorf gegen Lena antreten dürfen, entscheiden zwei Halbfinals am 10. und 12. Mai mit je 19 Teilnehmern. Alle drei ESC-Shows werden 2011 zum ersten Mal bundesweit live im Fernsehen gezeigt. Moderiert wird das mit Spannung erwartete TV-Ereignis von den Entertainern Stefan Raab und Anke Engelke zusammen mit der “Tagesschau“- und Talkshow-Moderatorin Judith Rakers. Die Veranstalter rechnen mit rund 35 000 Zuschauern in der Esprit- Arena in Düsseldorf. Noch mehr Menschen werden vor dem Fernseher mitverfolgen, ob Publikumsliebling Lena an ihren Erfolg von Oslo anknüpfen kann: Bis zu 120 Millionen Fernsehzuschauer in ganz Europa und auch darüber hinaus werden erwartet. Der Kommentar für die Grand- Prix-Fans in Deutschland kommt wieder von dem NDR-Musikexperten Peter Urban. 


Unser Star für Oslo! Lena Meyer-Landrut im Porträt

Die Entscheidung ist gefallen! Lena Meyer-Landrut vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest in Oslo. © dpa
Das Finale der Castingshow-Reihe "Unser Star für Oslo", die den deutschen Teilnehmer des Eurovision Song Contest 2010 ermittelte, hat am Freitagabend durchschnittlich 4,5 Millionen Zuschauer für sich gewonnen. © dpa
Nach Senderangaben entsprach das einem Marktanteil von 14,6 Prozent. © dpa
Damit unterlag die TV-Show ab 20.15 Uhr der ZDF-Serie “Der Kriminalist“ mit durchschnittlich 5,97 Millionen Zuschauern (18,7 Prozent) und dem RTL-Quiz “5 gegen Jauch“, das 5,2 Millionen Menschen sahen (16,5 Prozent). © dpa
In der begehrten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schaffte die Show, in der die Zuschauer Lena Meyer-Landrut (18) zur Oslo-Reisenden kürten, 20,3 Prozent Marktanteil (2,5 Millionen Menschen), bei den 14- bis 29-Jährigen sogar 22,7 Prozent (0,74 Millionen). © dpa
Die 18-Jährige im Porträt. © dpa
Ihr Song für Oslo heißt "Satellite". © dpa
Die Abiturientin aus Hannover ist nicht 08/15, sondern sehr außergewöhnlich. © dpa
„Das geht mal weg von den glattgebügelten Performances, die man überall hat“, sagte Jury-Mitglied Barbara Schöneberger über Lena. © dpa
Schöneberger weiter: „Da ist ein bisschen Nora Tschirner, Björk. Ich habe auch Bewegungen von Joe Cocker erkannt. Das ist alles spitze.“ © dpa
Auch Lenas Musikgeschmack ist anders: Zu ihren Lieblingstiteln gehören unter anderem Adele mit "My Same", Jack Johnsons "Better" Together oder "Again" von The Bird and the Bee. © dpa
Die größte Musiklegende ist für sie Falco (1957 -1998). © dpa
Schon im April will Lena (2.v.r.) ihr Abitur machen. © dpa
Lena hatte übrigens nie Gesangsunterricht © dpa
Lena mit ihrer Konkurrentin aus dem Finale, Jennifer Braun. © dpa
Zickenzoff wie bei „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) kam für die beiden dunkelhaarigen Mädchen, die beim Halbfinale den letzten männlichen Konkurrenten Christian Durstewitz triumphierten, nicht in Frage. © dpa
„Wir haben schon so viel Stress mit der Vorbereitung auf unsere Auftritte, da wären wir ja schön blöd, wenn wir uns jetzt auch noch bekriegen würden“, sagt Lena. © dpa
Selbstbewusst verteidigt die 18-Jährige, die kurz vor dem Abi steht, ihren außergewöhnlichen Musikgeschmack, der so abseits des Mainstreams zu liegen scheint: „Es müssen ja nicht immer die Radiohits sein. Es gibt so viele gute Musik, wäre doch schade, wenn die nicht gehört würde.“ © dpa
Und es wäre nicht Lena, wenn sie diesen Satz nicht mit einer Prise schrägem Pathos sagen würde. Lena Meyer-Landrut und das, was man im Zeitalter der Castingshows von jungen Sängerinnen so hört – dazwischen scheinen Welten zu liegen. © dpa
Und auch die Song-Contest-Tradition, die nostalgische Verklärung des Grand Prix, sind der jungen Frau im Prinzip fremd: „Ich hab’ mich nie mit 18 Tüten Chips und fünf Flaschen Cola vor den Fernseher gesetzt.“ © dpa
Ein Event für die nicht mehr ganz Jungen also? „Genau deshalb haben wir ja diese Aktion hier gestartet, damit das Ganze mal ein bisschen aktueller und ein bisschen frischer wird“, sagt Lena. © dpa
Als Zuschauer fragt man sich vielleicht, ob Lena Meyer-Landrut Drogen nimmt. Oder man genießt einfach die feenhaft entrückten Auftritte der 18-jährigen Schülerin aus Hannover. Lena tanzt seit vielen Jahren und verströmt auf der Bühne einen ganz eigenartigen Zauber. © dpa
Hoffentlich verzaubert Lena (2.v.r., mit den ausgeschiedenen drei Konkurrenten) damit auch das internationale Publikum. © dpa
„Für mich ist diese ganze Sache noch gar nicht real oder fassbar“, sagte Lena schon deutlich vor ihrem Sieg. „Ich denke immer noch, dass das eine andere Person sein muss, die da in den Zeitungen steht.“ © dpa
Jetzt ist sie unsere große Hoffnung für Oslo. Viel Erfolg! © dpa

dpa

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