Das sind die Gewinner der 20. Echo-Verleihung

Berlin - Zum 20-Jährigen-Jubiläum der Echo-Gala waren von Peter Maffay (61) bis Lena (19) auch dieses Mal fast alle Altersklassen dabei. Manchen von ihnen fehlten bei der Preisverleihung die Worte. Das sind die Gewinner:

Heimspiel für Lena, Auswärtssieg für Unheilig: Bei der Gala für die Echo-Preise in Berlin hat es wenig Überraschungen gegeben, dafür einige Tränen und ein paar Erinnerungen. Zwei Auszeichnungen für die Grand-Prix-Siegerin und drei Trophäen für die Aachener Band und ihren Frontmann “Der Graf“ - Deutschlands Musikbranche belohnte am Donnerstagabend die aktuell erfolgreichsten Popstars mit einer Drei-Stunden-Show in fast familiärer Atmosphäre.


Bei der Einschaltquote kam die mehr als dreistündige Show nur auf Platz drei zur besten Sendezeit ab 20.15 Uhr. Im Schnitt 3,51 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 12,5 Prozent) blieben dran. Mehr interessierte das TV-Publikum das Serienangebot bei RTL und im ZDF.

Emotionaler Höhepunkt des Echo-Abends war die Ehrung der Musikerin und Produzentin Annette Humpe (Ideal, Ich+Ich), Ikone der Neuen Deutschen Welle und “Segen für die deutsche Popmusik“, wie sie Max Raabe lobte.


Das sind die Echo-Gewinner 2011

Das sind die Echo-Gewinner 2011

Sängerin Amy MacDonald bekam den Echo in der Kategorie "Künstlerin international Rock/Pop". © dpa
Phil Collins erhielt die begehrte Trophäe in der Kategorie "Künstler international Rock/Pop". © dpa
Der Geiger David Garrett freute sich über einen Echo in der Kategorie "Künstler national Rock/Pop". Außerdem räumte er mit "Rock Symphonies - Open Air Live" den Preis in der Kategorie "Erfolgreichste DVD-Produktion national" ab. © dpa
Ich + Ich dürfen den Preis in der Kategorie "Gruppe national Rock/Pop" ihr eigen nennen. © dpa
Doppelter Grund zur Freude: Anette Humpe von Ich + Ich wurde auch für ihr Lebenswerk mit einem Echo ausgezeichnet © dpa
Das englische Duo Hurts eroberten mit "Wonderful Life" die Herzen der Fans. Dafür gab es den Echo in der Kategorie "Erfolgreichster Newcomer des Jahres international". © dpa
Silbermond dürfen den ersten Echo in der Kategorie "Radio ECHO" ihr Eigen nennen. Er wurde in Kooperation mit den jungen Programmen und Popwellen der ARD verliehen. Ihre zweite Trophäe bekamen sie für ihr soziales Engagement. © dpa
Kaum wieder vereint, wird Take That mit Preisen überschüttet. In Berlin bekamen sie den Echo in der Kategorie "Gruppe international Rock/Pop". © dpa
Auch Lena wurde bei der Jubiläumsgala ausgezeichnet - und das sogar zwei Mal. Die Siegerin des Eurovision Song Contests gewann in den Kategorien „Künstlerin national Rock/Pop“ und „Erfolgreichster Newcomer des Jahres national". © dpa
Die Band "Unheilig" mit Frontmann "Der Graf" gewann die begehrte Trophäe in der Kategorie Album des Jahres für "Große Freiheit". Das ganze Team erhielt den Preis in der Kategorie "Produzent/in/-en-Team des Jahres". © dpa
Linkin Park holte sich den Preis in der Kategorie "Gruppe Rock/Alternative international". © dpa
Rammstein haben mit dem Video zu ihrer Singel "Ich tu dir weh" den Echo in der Kategorie "Bestes Video national" abgeräumt. © dpa
"Der Hit des Jahres" ist "Over the Rainbow" von Israel „IZ” Kamakawiwo'ole © dpa
Andrea Berg erhielt den Echo in der Kategorie "Künstler/Künstlerin/Gruppe Deutschsprachiger Schlager". © dpa
Nicht wie so oft die Kastelruther Spatzen, sondern das Brüder-Duo Die Amigos wurden in der Sparte Volkstümliche Musik geehrt. Sie bekamen den Echo in der Kategorie "Künstler/Künstlerin/Gruppe Volkstümliche Musik". © dpa
Pantha du Prince wurde für "Black Noise" mit dem Echo in der Kategorie "Kritikerpreis national" ausgezeichnet. © ap
Eminem gewann die begehrte Trophäe in der Kategorie "Künstler/Künstlerin/Gruppe HipHop/Urban". © dpa
Der verstorbene Sänger Peter Alexander wurde in die "Hall Of Fame" aufgenommen. © dpa

Zwischen Newcomerin Lena und Echo-Veteranen wie Take That, Herbert Grönemeyer, Peter Maffay und Gianna Nannini blickte die 20. Echo-Ausgabe auf die eigene Geschichte und schwelgte in der Erinnerung an die ganz Großen der Zunft wie Hildegard Knef oder Peter Alexander, aber auch Udo Jürgens.

Immer wieder flimmerten Videos aus den ersten Echo-Jahren auf - von den Anfängen, als Harald Schmidt den Toten Hosen eine Silbertrophäe überreichte (und die Düsseldorfer noch auf der Bühne den Preis in einer Papiertüte verstauten) bis zur tränenreichen Ehrung für den Komponisten Ralph Siegel: Mehr als 450 Silbertrophäen hat die Deutsche Phono-Akademie bisher verliehen.

Der Echo brauche sich nicht hinter dem Grammy zu verstecken, hatte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) erklärt. Tatsächlich erlebten das Publikum in den Messehallen unter dem Berliner Funkturm und die ARD-Fernsehzuschauer eine fast atemlos-rasante Party.

Laut und schrill zog Moderatorin Ina Müller durch den Saal und die Show, sang mit und sparte auch nicht an schlüpfrigen Anspielungen (“Ich hoffe, das ist jetzt ihr Hausschlüssel“). Mit Kai Pflaume spielte sie einen Heiratsantrag durch und forderte einen eher zurückhaltenden Robbie Williams heraus, zu ihr aufs Podium zu springen - Zeit zum Innehalten blieb da kaum.

Echo 2011: Die Promis auf dem roten Teppich

Echo 2011: Die Promis auf dem roten Teppich

Mit einer Gala in Berlin hat am Donnerstagabend die Verleihung der Echo-Musikpreise begonnen. In den Messehallen unter dem Funkturm hatten sich zahlreiche Popstars eingefunden. Hier sehen Sie, wer alles da war: © dpa
Die Band Die Atzen. © dpa
Schlagersängerin Andrea Berg und ihr Freund Ulrich Ferber © dpa
Bernd Heinrich Graf (Künstlername "Der Graf") von der Band Unheilig © dpa
Robbie Williams © dpa
Robbie Williams mit Take That © dpa
The Baseballs © dpa
Sänger Bruno Mars aus Hawaii © dpa
DSDS-Teilnehmerin Kim Debkowski © dpa
DSDS-Teilnehmerin Kim Debkowski © dpa
Popsängerin Ella Endlich © dpa
DSDS-Jurymitglied Fernanda Brandao © dpa
Sänger Herbert Grönemeyer © dpa
Adel Tawil (links) und Annette Humpe von der Band Ich+Ich mit Sänger Max Raabe © dpa
Theo Hutchcraft (R) und Adam Anderson von der britischen Band Hurts © dpa
Adel Tawil (links) und Annette Humpe von der Band Ich+Ich © dpa
Die Band Jennifer Rostock © dpa
Schauspielerin Sibel Kekilli (links) mit Sängerin Jasmin Wagner © dpa
Grand-Prix-Gewinnerin Lena Meyer-Landraut © dpa
Grand-Prix-Gewinnerin Lena Meyer-Landraut © dapd
Die Band Luxuslärm © dapd
Der deutsche Designer Michael Michalsky und die Schauspielerin Sibel Kekilli © dpa
Schlagersänger Mickie Krause © dpa
Die italienische Sängerin Gianna Nannini © dpa
Schauspieler Wilson Gonzalez Ochsenknecht und seine Freundin Jana aka Bonnie Strange © dpa
Transvestit Olivia Jones © dpa
Sängerin Sandra © dpa
SIlbermond © dpa
Die Band Silly © dpa
Schauspielerin Sophia Thomalla © dpa
Die schottische Sängerin Amy Macdonald
Marie-Jose van der Kolk von der holländischen Band Loona
Natascha Ochsenknecht und ihr Partner Umut Kekilli © dpa

Zwei Preise gingen an den deutsch-amerikanischen Geiger David Garrett, als internationale Preisträger holte die Boygroup Take That eine Auszeichnung für ihr Wiedervereinigungs-Album “Progress“. Robbie Williams, eher wortkarg hinter seiner Sonnenbrille, bedankte sich artig und lobte Deutschland und seine Mädchen.

Die schottische Sängerin und Komponistin Amy McDonald wurde zur besten internationalen Künstlerin gekürt. Modedesigner Michael Michalski - im Anti-Atom-T-Shirt - überreichte dem englischen Duo Hurts aus Liverpool den Preis als erfolgreichste internationale Newcomer. Insgesamt vergab die Deutsche Phono-Akademie 25 Ehrungen.

Mit sechs Nominierung waren Unheilig und ihr Erfinder “Der Graf“ in das Echo-Rennen gegangen. Am Ende gab es drei Auszeichnungen: Als beste Gruppe Rock/Alternative national, als Produzent und für “Große Freiheit“ als wichtigstes Album des Jahres. “Ich stehe mit meinen Gefühlen und Gedanken wohl nicht allein“, erklärte sich “Der Graf“ seinen Erfolg.

Fünf Nominierung hatte Lena - am Ende wurde sie beste deutsche Newcomerin und beste Sängerin. “Es ist so schön“, sagte sie. “Ich hab' so Herzklopfen und meine Hände zittern.“ Der Echo sei etwas “tierisch Großes“, sagte sie. Laudator Kai Pflaume fotografierte die Szene derweil mit seinem Smartphone.

Überraschung bei "Titel des Jahres"

Preise gingen auch an das Duo Ich+Ich als beste Gruppe national Rock/Pop, David Garrett wurde als bester deutscher Künstler und für seine DVD geehrt. Nicht wie so oft die Kastelruther Spatzen, sondern das Brüder-Duo Die Amigos wurden in der Sparte Volkstümliche Musik geehrt, Andrea Berg bekam ihren sechsten Echo als beste Schlagersängerin.

Doch weder Lenas “Satellite“ noch ein Titel von Unheilig wurden zum Hit des Jahres. Hier gewann posthum Israel “Iz“ Kamakawiwo'ole. Mit dem Evergreen “Somewhere over the rainbow“ hatte der schon 1997 gestorbene Mann aus Hawaii mit seiner Ukulele die Charts gestürmt.

Es war aber dann doch der große Abend von Annette Humpe. Sie habe gezeigt, dass man der deutschen Sprache “den klebrigen Beigeschmack“ nehmen könne, wie Max Raabe in seiner Liebeserklärung sagte. “Klug, rotzfrech und warm“ sei sie. Die 60-Jährige revanchierte sich mit einer Hymne auf die Hauptstadt, “die mich vor 35 Jahren aufgenommen hat, eine Stadt, die ich in diesem Leben nicht mehr verlasse.“ Und dann sang sie “Ich steh' auf Berlin“.

dpa

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