Das Stöhnen kommt nach Stuttgart

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Maria Scharapowa gibt nicht nur beim Aufschlag laute Töne von sich

Stuttgart - Das Stöhnen kommt nach Stuttgart! Auf dem Court werden die Weltranglistenerste Wiktoria Asarenka und Maria Scharapowa auch bei diesem Turnier laut. Abseits trennen sie Welten.

Es muss schon einiges passieren, ehe Maria Scharapowa so etwas wie Emotionen zeigt. Die bestverdienende Sportlerin der Welt scheint trotz ihrer erst 25 Jahre mit allen Wassern gewaschen. Dass jüngst ein harmloses Perücken-Foto von ihr auf Facebook einen wahren Sturm an Begeisterung und Entrüstung im Internet auslöste, sorgte selbst bei der immer etwas divenhaft wirkenden Scharapowa für höchste Verblüffung.


So stöhn ist das Damen-Tennis! Wir zeigen die lautesten Spielerinnen

So stöhn ist das Damentennis!
Seien Sie froh, dass diese Fotostrecke keinen Ton hat - aber dafür ganz viel Foto: So stöhn ist das Damentennis! © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Hier sehen Sie die Queen des lauten Schreis: Maria Scharapowa. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Die schöne Russin bringt es auf unfassbare 101 Dezibel. Das entspricht einer lauten Motorsäge und liegt knapp unter der Schmerzgrenze - für manche ihrer Gegnerinnen auch deutlich darüber. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Bei so viel Geschrei geraten die spielerischen Fähigkeiten Scharapowas fast in den Hintergrund. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Spielerin, die grunzt, schreit oder stöhnt. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Dinara Safina, die Schwester von Marat Safin, unterstrich ihre Schläge oft mit einem Ä-Ton. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Ääääääääh! © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Auch Elena Dementieva gab gern Laute von sich, die vor allem männliche Fans grübeln ließen © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Obacht, gleich kommt's! © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Die Sache mit dem Stöhnen hat übrigens nicht zwangsläufig etwas mit Extrakraft zu tun. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Denn auch bei wahren Kraftpaketen wie den Williams-Schwestern, hier Venus, geht es lautstark zur Sache © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Serena steht ihrer Schwester auch da in nichts nach. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Duelle unter den Schwestern sind ein wahrer Ohrenschmaus. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Andrea Petkovic (l.) kann nicht nur gut tanzen, nein, ...  © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
... vor ihren Siegen gibt sie lautstark alles! © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Auch Victoria Azarenka konnte glatt als Sirene durchgehen. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Das hier war allerdings ein Jubelschrei. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Michelle Larcher de Brito schlug sie alle! Zwar nicht im Tennis, sondern im Schreien. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Mit 109 Dezibel war sie die lauteste Spielerin von allen. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Und wer hat's erfunden? Hier sehen Sie die Mutter des Stöhnens, Monica Seles. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Schon in ihren Duellen mit Steffi Graf ging sie deutschen Zuschauern damals gehörig auf den Zeiger. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Kommen wir zu den tieferen Tonlagen. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Francesca Schiavones Urschreie waren deutlich tiefer als die der Konkurrenz. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Und jetzt kommen wir zu den ganz tiefen Tönen. Denn wer denkt, dass nur Frauen stöhnen, liegt falsch. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Die weltbesten Männer tun's auch, zum Beispiel Novak Djokovic. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Oder Rafael Nadal, der seine Schläge ebenfalls akustisch untermalt © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Genau so! Roger Federer ist übrigens mucksmäuschenstill. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Auch bei den Männern gibt es zwei Ur-Stöhner. © Getty
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Jimmy Connors ... © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
... und Andre Agassi.  © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Bei ihm beschwerten sich die Gegner Ende der 80er-Jahre als Erstes, aber noch immer gibt es keine Lautstärkeregeln. Und so bleibt das Gestöhne ein Teil des Tennis! Nur auf den Tribünen gilt weiterhin: Quiet, please! © Getty

„Ich habe mehr Mails bekommen als nach Siegen bei Grand-Slam-Turnieren. Vielleicht war ich ein bisschen naiv und habe vergessen, dass die sieben Millionen Menschen, die meine Seite anklicken, auch interessiert, was ich so treibe“, sagte die Russin, die in dieser Woche zum ersten Mal beim WTA-Turnier in Stuttgart an den Start geht.


Mit herkömmlicher Frisur übrigens, denn der flotte Kurzhaarschnitt Scharapowas auf besagtem Internet-Foto war nur das Ergebnis einer Perücken-Aktion im Rahmen von Modeaufnahmen für ein internationales Hochglanz-Magazin.

Die haarigen Geschehnisse der letzten Tage machten deutlich, wer in Sachen Glamourfaktor im Tenniszirkus noch immer die unangefochtene Nummer eins ist. Sollte die Weltranglistenerste Wiktoria Asarenka ihren Zopf stutzen, würde das bei den gerade einmal 105.000 „Followern“ ihrer Facebook-Seite sicher nur für ein laues Lüftchen sorgen. Verglichen zum Scharapowa-Orkan jedenfalls.

Und doch nährt die Weißrussin Asarenka, die im Januar die Australian Open gewann (im Finale gegen Scharapowa) und bis Ende März 26 Matches in Folge gewann, große Hoffnungen. Der athletischen Powerspielerin traut man zu, eine neue Ära einläuten zu können - nach insgesamt 15 Wechseln auf der Topposition des Rankings seit 2008. „Vika“ gilt im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Caroline Wozniacki (Dänemark) als würdige Branchenführerin. „Mein Erfolg ist kein Wunder, er basiert auf harter Arbeit“, meinte die 22-jährige Asarenka, die im Achtelfinale von Stuttgart auf Andrea Petkovic (Darmstadt) treffen könnte.

Kaum zu glauben, dass die Karriere von Asarenka vor gut einem Jahr am seidenen Faden hing. Nach bitteren Niederlagen saß sie bei ihrer Großmutter in Minsk am Küchentisch und wollte ihre Karriere zu Gunsten eines Studiums beenden. „Da hat meine Oma mir erzählt, wie hart sie ihr Leben lang arbeiten musste. Sie wollte mir damit wohl sagen: 'Mädel, höre auf, dich zu beschweren und genieße dein privilegiertes Leben als Tennis-Profi“, erzählte Asarenka über ihre 71-jährige Babuschka.

Oma Asarenka, eine Kindergärtnerin, hatte man regelrecht zur Rente zwingen müssen: „Wir haben die Papiere ausgefüllt, sonst wäre sie weiterhin jeden Morgen um fünf Uhr aufgestanden, um arbeiten zu gehen“, meinte die derzeit beste Tennisspielerin, die mit Sergej Bubka Jr., dem Sohn der gleichnamigen Stabhochsprung-Ikone, liiert ist.

Ihr Verhältnis zu Scharapowa, Nummer zwei des Rankings und größte Herausforderin der Weißrussin, beschreibt Asarenka schulterzuckend als „normal“. In punkto Stöhn-Allianz aber passt kein Blatt zwischen das Führungsduo. Beide müssen wegen ihres Gekreisches während der Spiele, das der Lautstärke einer Kettensäge gleichkommt, immer wieder Kritik einstecken. Über die Pläne der WTA, die künftig stöhnende Spielerinnen auf der Jugend-Tour bestrafen will, hatte Scharapowa angeblich bis Montag nichts gewusst. „Nein, das ist mir neu“, sagte die Russin mit einem Jahreseinkommen von rund 22 Millionen Dollar kühl. Emotionen zeigte sie dabei nicht.

sid

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