Weltmeister-Pferd aus Stall verschwunden

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Michael Jung auf seinem Pferd Sam

Horb - Das Pferd von Vielseitigkeits-Weltmeister Michael Jung ist nach Angaben des Reiters ohne sein Wissen aus der Pferdebox verschwunden. Gibt's jetzt einen Rechtsstreit wegen Horsenappings?

Jung wirft der aus Bayern stammenden Mehrheitsbesitzerin Sabine Kreuter vor, den zehnjährigen Wallach am Montag abgeholt zu haben. “Ich bin vorher nicht informiert worden. Die Frau Kreuter muss uns abgepasst haben“, sagte Jung der Nachrichtenagentur dpa.

Kreuter, der ein 60-prozentiger Anteil an dem Pferd gehört, widersprach dieser Darstellung. “Das Pferd steht bei mir und Michael Jung weiß das auch“, erklärte sie am Mittwoch auf Anfrage. Der 28 Jahre alte Weltmeister aus Horb will sich mit seinem Vater Joachim Jung beraten. Er kündigte juristische Schritte an. “Wir werden einen Rechtsanwalt einschalten“, sagte Jung. “Das ist sehr schade, dass es auf dieser Schiene abläuft“, entgegnete Kreuter.

Die Mehrheitsbesitzerin kann gemäß der Absprache mit der Familie Jung das Gold-Pferd am Ende des Jahres verkaufen. Dann läuft der Vertrag nach fünf Jahren und drei Monaten aus. Spätestens seit dem überragenden WM-Sieg am 3. Oktober in Lexington/USA drohte der Familie Jung, der 40 Prozent an Sam gehören, der Verlust des Gold-Pferdes. Joachim Jung hatte den Wert des Wallachs zuvor auf etwa eine Million Euro beziffert. Durch das WM-Gold dürfte der Marktwert aber noch gestiegen sein.

Ein Vermittlungsversuch von Holger Heigel, Vorsitzender des Ausschusses Vielseitigkeit, war vor einiger Zeit gescheitert. Er wollte mit Hilfe eines Sponsorenpools den 60-prozentigen Anteil von Sabine Kreuter für 600 000 Euro kaufen. “Der Preis war ihr dann aber nicht hoch genug. Sie hat das Doppelte verlangt“, berichtete Heigel. “Ich bedauere das sehr“, kommentierte er die Auseinandersetzung.

dpa

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