Der tiefe Fall des Tiger Woods

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Tiger Woods steht nach der schwärzesten Stunde seiner glänzenden Golfkarriere vor einem Trümmerhaufen.

Akron - Tiger Woods steht nach der schwärzesten Stunde seiner glänzenden Golfkarriere vor einem Trümmerhaufen. Das Denkmal Woods wankte, fiel aber nicht vom Thron, weil die Konkurrenz schlief.

Tiger Woods steht vor den Scherben seiner 14-jährigen Golfprofikarriere. Den Sturz vom Thron der Nummer 1 in der Welt hat der Superstar nur vermieden, weil sein Dauerrivale Phil Mickelson die Gunst der Stunde beim WGC Invitational in Ohio einmal mehr verpasst hat. Die Demontage des scheinbar unangreifbaren Überfliegers aber hat der Vorjahressieger mit einer beispiellosen Negativ-Bilanz ausgerechnet bei dem Turnier selber begonnen, das der 14-malige Major-Sieger seit 1999 bereits siebenmal gewinnen konnte.


Tiger Woods und Elin: Bilder einer angeknacksten Ehe

Am 27. November 2009 verunglückte Tiger Woods in seinem Auto um zwei Uhr morgens. Durch den Unfall kam alles ins Rollen. Immer mehr Details über außereheliche Affären drangen an die Öffentlichkeit. Bilder der Ehe: © dpa
2003 waren Tigerwoods und Elin Nordegren noch nicht verheiratet. Damals soll der Golfstar schwer verliebt gewesen sein. © dpa
Ehefrau Elin begleitete ihren Mann oft auf seinen Golfterminen. © dpa
Flushing Meadows: Gemeinsam sah sich das Paar 2006 die US-Open an. © dpa
Tiger Woods und Frau Elin. Das ehemalige Model trägt Tochter Sam (heute 2 Jahre alt) auf dem Arm. © dpa
Elin Nordegren kommt aus Schweden. Sie arbeitete bis zur Geburt der Kinder als Model. © dpa
Elin gratuliert ihrem Mann Tiger zum gewonnenen Tunier. Der Presidents Cup at Harding Park Golf Course in San Francisco fand am 11. Oktober 2009 statt. Da war die Welt wohl noch in Ordnung. © dpa
So ein Caddy ist schon etwas Feines! Tiger Woods und Ehefrau Elin sind bester Laune. © dpa
Tiger Woods ist der bestbezahlteste Sportler der Welt. © dpa
Tiger Woods und Elin führten eine Musterehe. Von Skandalen war lange Zeit nicht die Spur. © dpa
Schwer verliebt gibt Tiger Woods 2003 bekannt, dass er seine Freundin Elin heiraten möchte. © dpa
Die Affären von Tiger Woods dominieren die Medien in der ersten Dezemberwoche 2009. "Ja, er hat betrogen" - so titelte beispielsweise das US-Magazin US Weekly. Das Ende der Ehe? © dpa

Eine Woche vor dem vierten Major des Jahres bei der US PGA Championship und knapp zwei Monate vor dem Ryder Cup in Wales hat Woods sportlich den absoluten Tiefpunkt erreicht. Seine 77er- Schlussrunde, seine Gesamtschlagzahl von 298 und seine Platzierung als 78. und Vorletzter waren die schlechtesten Ergebnisse seiner glanzvollen Laufbahn überhaupt. Bei elf Starts zuvor war er dort nie schlechter als auf Rang fünf gelandet.


“Ich werde nicht im Ryder Cup spielen, wenn ich so weitermache. Definitiv nicht! Ich würde dem Team nicht helfen können in dieser Form. Niemand würde helfen können mit einem Gesamtergebnis von 18 über Par. Die machen natürlich keinen Spaß“, knurrte der Tiger nach dem letzten Putt und reiste direkt weiter zur Vorbereitung für die PGA Championship nach Whistling Straits in Wisconsin.

Selbst als Amateur hatte Woods nie so schlecht gespielt wie auf seinem Lieblingsplatz im Firestone CC. Vor zehn Jahre schrieb er mit 259 Schlägen zum Platzrekord auf dem South Course - 39 Zähler weniger als am Sonntag - Geschichte. Aber das ist Geschichte.

Seit 270 Wochen führt Woods ununterbrochen - und 612 Wochen insgesamt - die Weltrangliste an. Das ist der einzig positive Aspekt des Tigers. Aber die tiefste sportliche Krise, die Skandale nach seinem öffentlichen Bekenntnis zum Ehebruch und die drohende Scheidung von seiner Frau Elin haben aus dem strahlenden Held von einst einen Flüchtling vor sich selbst gemacht.

Seinen Trainer hat er vor Monaten entlassen und seitdem bei acht Turnierstarts noch nicht einmal in diesem Jahr gewinnen können. Zwei vierte Major-Plätze beim Masters und der US Open sind darunter das beste Ergebnis, das er vorweisen kann. Sein Einsatz für das amerikanische Ryder Cup-Team steht bei der Direkt-Qualifikation auf der Kippe, weil er noch nicht genügend Punkte gesammelt hat.

Die Frage stellt sich dabei nicht, ob der Tiger den Sprung direkt in das Team schafft oder über eine Wildcard von Team-Captain Corey Pavin erhält. Vielmehr muss sich Woods ernsthaft fragen lassen, ob er in der Form wirklich gebraucht werden kann.

Woods abgelöst & Schumi bester Deutscher: Die Geldrangliste des Sports

Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Golfprofi Tiger Woods wurde als Krösus unter den internationalen Top-Verdienern des Sports abgelöst. Stattdessen wird US-Profi-Boxer Floyd Mayweather jr. von "Forbes" an der Spitze der Großverdiener im Profisport geführt, was Preisgeld und Gehalt plus Werbeeinnahmen angeht. © Getty
Der neue Spitzenreiter in der Geldrangliste heißt Floyd Mayweather jr. Der US-Boxer verdiente durch seine Kämpfe und mit Werbung umgerechnet ungefähr 67 Millionen Euro. © dpa
Platz 2: Der philippinsche Boxer Manny Pacuiao mit 49 Millionen Euro. © dpa
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 3: Woods kassierte 46,9 Millionen Euro im Jahr. © Getty
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 4: LeBron James (Basketball) mit 41,9 Millionen Euro.  © Getty
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 5: Roger Federer (Tennis) mit 41,6 Millionen Euro. © Getty
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 6: Kobe Bryant (Basketball) mit 41,3 Millionen Euro.  © Getty
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 7: Phil Mickelson (Golf) mit 37,8 Millionen Euro. © Getty
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 8: David Beckham (Fußball) mit 36,4 Milllionen Euro. © Getty
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 9: Cristiano Ronaldo (Fußball) mit 33,6 Millionen Euro. © Getty
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 10: Peyton Manning (American Football) mit 33,5 Millionen Euro. © Getty
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 11: Lionel Messi (Fußball) mit 31 Millionen Euro. © Getty
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 16: Rafael Nadal (Tennis) mit 26,4 Millionen Euro. © Getty
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 18: Alex Rodriguez (Baseball) mit 26,3 Millionen Euro. © Getty
Platz 19: Fernando Alonso (Formel 1) mit 25,5 Millionen Euro. © dpa
Platz 20: Michael Schumacher (Formel 1) mit 23,7 Millionen Euro . © dpa
Die internationale Geldrangliste des Sports 2010
Platz 20: Valentino Rossi (Motorrad) mit 23,7 Millionen Euro © Getty
Platz 24: Lewis Hamilton (Formel 1) mit 22,1 Millionen Euro. © Getty
Platz 24: Der Schwergewichtsweltmeister Wladimir Klitschko muss sich mit 22,3 Millionen Euro einen Platz mit Lewis Hamilton teilen.  © 
Platz 26: Die beste Frau im Ranking ist Maria Scharapova mit 22,1 Millionen Euro. © 
Platz 37: Mit ungefähr 19 Millionen Euro Manchesters Superstar Wayne Rooney. © 

“Ich glaube, ich kann das ganze noch drehen. Wir haben noch viel Zeit bis zum Ryder Cup“, antwortete Woods auf die Frage, ob er sich selbst für den Kontinentkampf gegen Europa nominieren würde. “Aber ich muss den Ball besser treffen, ich muss besser chippen, besser putten und noch bessere Ergebnisse einspielen.“

Leichter gesagt als getan. Woods war mit der Vorstellung nach Akron gekommen, dass er alle benannten Parameter wieder bestens beherrsche, nachdem er als 23. bei der British Open Ende Juli keine Rolle gespielt und daraufhin wie eine Berserker trainierte. Nach dem Debakel von Akron hat sich alles nur als große Illusion erwiesen

dpa

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