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French Open

Gigantengipfel in Paris: Djokovic fordert Nadal im Finale

Rafael Nadal hat zum 13. Mal das Finale im Stade Roland Garros erreicht. Foto: Aurelien Morissard/XinHua/dpa
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Rafael Nadal hat zum 13. Mal das Finale im Stade Roland Garros erreicht. Foto: Aurelien Morissard/XinHua/dpa

Ohne Satzverlust erreicht Rafael Nadal das Finale der French Open. Im 13. Endspiel hat er die Chance auf den 13. Titel. Sein Gegner am Sonntag ist die Nummer eins der Tennis-Welt - musste allerdings im Halbfinale fünf Sätze lang Schwerstarbeit verrichten.

Paris (dpa) - Auch der US-Open-Sieger-Besieger hat Rafael Nadal auf dem Weg zum 13. French-Open-Finale nicht stoppen können. Im Endspiel am Sonntag (15.00 Uhr/Eurosport) kommt es nun zum Duell der Giganten mit dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic.

Der 33 Jahre alte Serbe rang den griechischen Tennisprofi Stefanos Tsitsipas mit 6:3, 6:2, 5:7, 4:6, 6:1 nieder. Im Halbfinale zuvor wehrte sich Diego Schwartzman drei Tage nach seinem Erfolg gegen Dominic Thiem zwar tapfer, war beim 3:6, 3:6, 6:7 (0:7) aber doch chancenlos gegen Nadal. Schon 55 Mal standen sich Nadal und Djokovic bereits gegenüber, im direkten Vergleich führt der Serbe 29:26.

«Er ist hier zu Hause. Gegen Rafa in Roland Garros auf Sand zu spielen, ist die größte Herausforderung, die es gibt», sagte Djokovic und sprach von einem «großartigen Kampf» gegen den am Ende geschwächten Tsitsipas. Einen Tag vorher haben die Titelverteidiger Kevin Krawietz und Andreas Mies gegen die US-Open-Champions Mate Pavic (Kroatien) und Bruno Soares (Brasilien) die Chance auf die Wiederholung ihres Vorjahres-Coups. Im Damen-Endspiel stehen sich am Samstag (15.00 Uhr/Eurosport) die Australian-Open-Siegerin Sofia Kenin aus den USA und die Polin Iga Swiatek gegenüber.

Im Gegensatz zum Viertelfinale gegen den Spanier Pablo Carreño Busta, als Djokovic den ersten Satz verlor und körperlich angeschlagen war, startete er gegen den ATP-Weltmeister konzentriert und fokussiert. Nach der schnellen 2:0-Satzführung hatte er im dritten Durchgang beim Stand von 5:4 einen Matchball und schien schon auf dem Weg in die Umkleidekabine. Doch der 22 Jahre alte Grieche konterte, wehrte sich und entschied den Durchgang mit 7:5 für sich. Nun entwickelte sich endlich ein packendes Kräftemessen auf Augenhöhe.

«Äußerlich bin ich ruhig geblieben, aber im Inneren sah es anders aus», schilderte Djokovic seinen Seelenzustand nach dem Gang in den vierten Satz. Zu Beginn des vierten Satzes musste sich Tsitsipas kurz an der Leiste behandeln lassen und nahm eine Schmerztablette. Doch weil Djokovic nur einen von elf Breakbällen nutzte, gab er auch Satz vier ab. Im fünften leistete sich Tsitsipas einen Doppelfehler zum vorentscheidenden 1:4. Er war nun sichtlich angeschlagen, wehrte den ersten Matchball noch ab, war aber nach 3:54 Stunden geschlagen.

Nadal hatte es vorher etwas leichter. «Im Großen und Ganzen bin ich super glücklich über das Match. Das war ein wichtiger Sieg gegen einen schweren Gegner», sagte Nadal. «In den wichtigsten Momenten habe ich mit der richtigen Entschlossenheit gespielt.» In seiner kurzen Ansprache auf französisch auf dem wegen der Corona-Auflagen nur spärlich gefüllten Court Philippe Chatrier hatte er zuvor von einem «sehr schönen Moment» gesprochen. Mit dem Sieg gegen den 1,70 Meter großen Argentinier zementierte der Linkshänder aus Mallorca seinen Sonderstatus auf den roten Ascheplätzen am Bois de Boulogne. In seinem 101. French-Open-Match feierte er den 99. Sieg.

Zum 13. Mal steht er im Endspiel von Paris, er greift nach dem 13. Titel. Mit seinem 20. Grand-Slam-Triumph würde Nadal zudem mit dem Schweizer Roger Federer gleichziehen, der seine Saison bereits beendet hat. «Ich wusste, dass es schwer werden würde heute», sagte Nadal, «aber ich bin froh, dass ich es geschafft habe.»

Schwartzman wirkte nach seinem Fünf-Satz-Match über mehr als fünf Stunden gegen Thiem anfangs etwas müde. 14 Minuten dauerte das erste Spiel des ersten Satzes, ehe Nadal seinen Aufschlag durchbrachte. Ihm gelang das Break zum 2:0, es folgten jedoch Aufschlagverluste von beiden, ehe Nadal Durchgang eins nach 67 Minuten mit 6:3 abschloss.

«Die Nummer eins ist für mich ganz klar Rafael Nadal. Das stand aber schon vor dem Turnier fest, er war immer der Topfavorit», sagte Eurosport-Experte Boris Becker schon vor dem Match und attestierte dem Weltranglisten-Zweiten eine «blendende Verfassung».

Dass Nadal zuletzt beim Masters in Rom die bislang einzige Niederlage gegen Schwartzman hinnehmen musste, schien diesen nicht zu beeinträchtigen. Nadal kontrollierte die Ballwechsel, leistete sich nur wenige Schwächephasen und unterstrich eindrucksvoll, weshalb er der beste Sandplatzspieler der Welt ist. Der 28 Jahre alte Schwartzman, der in der neuen Weltrangliste von Rang 14 auf Platz acht und damit erstmals in die Top Ten klettern wird, hielt bis zum 6:6 im dritten Satz dagegen. Im Tiebreak aber trumpfte Nadal groß auf und gestattete seinem Gegenüber keinen einzigen Punktgewinn mehr.

© dpa-infocom, dpa:201009-99-890883/6

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