Unser Golf-Gigant Kaymer: Was jetzt auf ihn zukommt

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Martin Kaymer (rechts) erhält die "Wanamaker"-Trophäe nach seinem Sieg bei der PGA Championship in Kohler (US-Bundesstaat Wisconsin).

Kohler - Ein Major-Sieg im Golf eröffnet neue Dimensionen. Martin Kaymer genießt den größten Karriere-Erfolg in der Karibik, aber der Rheinländer musste die Traumreise verkürzen.

Aus Martin Kaymers dreiwöchigem Karibik- Urlaub wird ein einwöchiger Kurztrip. Nach seinem Sensationssieg bei den US PGA-Championships stehen die Sponsoren Schlange, die Interviewanfragen nehmen kein Ende, aber der Golfprofi aus Mettmann genießt die Terminhatz zwischen München und New York. Mit unglaublicher Selbstverständlichkeit hat der 25-Jahre alte Rheinländer seine neue Rolle als Superstar angenommen - und plant seine sportliche Zukunft mehr auf der US PGA Tour als in Europa.

Sein Coup in Kohler/Wisconsin zahlt sich für den mehrfachen Millionär nicht nur pekuniär aus. Der erste Grand Slam-Titel eines Kontinental-Europäers bei der 92. US PGA Championship seit 1916 eröffnet dem selbst-kontrollierten, perfekt strukturierten und begnadeten Talent neue Dimensionen.

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Sensation durch Martin Kaymer

Seine erstmalige Ryder-Cup-Teilnahme, die Kaymer mit dem Coup in Kohler geschafft hat, hilft auch der ersten deutschen Bewerbung für 2018. “Sein Erfolg hilft uns auch über eine Hürde des Ryder-Cup- Komitees, da bei einer Bewerbung größtes öffentliches Interesse nachgewiesen werden muss“, sagte Stefan Quirmbach, Präsident der PGA of Germany.

Kaymer ist sich der gestiegenen Verantwortung bewusst. “Ich hoffe nur, dass das Golf in Deutschland einen enormen Schub erhält. Ich versuche, es noch populärer zu machen und wie einst Bernhard Langer Kinder noch mehr für die Sportart zu inspirieren“, sagte er auf dem Weg in den mit seiner Freundin Allison verabredeten Urlaub.

“Am kommenden Montag ist ein Pressekonferenz in New York und eine Woche drauf eine in München angesetzt“, sagte Kaymers Manager Johan Elliot am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa, “das große Interesse der Sponsoren über die bisherigen hinaus ist schon enorm, aber wir machen alles wie beim Aufbau seiner Karriere immer Schritt für Schritt.“ Fünf Sponsoren-Verträge hat sein Schützling seit dem Wechsel ins Profilager 2006 bereits abgeschlossen.

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In der neuen Saison wird Kaymer seinen Turnier-Schwerpunkt und sein Leben noch mehr in die USA rund um seinen Wohnsitz in Scottsdale/Arizona verlegen: “Ich will mehr in Amerika spielen, weil ich weiß und fühle, dass mein Spiel besser wird, wenn ich in den USA spiele“, meinte der “Shootingstar“. Dazu müsste er 15 Mal auf der US-PGA-Tour spielen, um nicht die Tourkarte zu verlieren. Das gilt für ihn allerdings erst von 2015 an, da sein erster Major-Sieg nicht nur 1,208 Millionen Dollar Preisgeld, sondern auch die fünfjährige PGA- Tour-Mitgliedschaft wert war.

Das heißt aber nicht, dass Kaymer Europa ganz den Rücken kehren wird und seine ohnehin spärlichen Auftritte in Deutschland noch weiter reduziert. Sein einziger Turnierstart in der Heimat ist im kommenden Jahr in München. Die European-Tour mit Sitz in Wentworth bei London geht davon aus, dass “Martin wie bisher mindestens 12 Turniere in der im November beginnenden Saison bestreiten wird“. Nach den Regeln würde er sonst seine Tourkarte verlieren.

Egal, wo Kaymer 2011 spielen wird, erwartet Quirmbach eine “deutliche Steigerung des öffentlichen und medialen Interesses für den Golfsport in Deutschland schon per se“. “Unglaublich, was Kaymer gelungen ist. Aber auch für unseren Golfsport ist das sensationell“, sagte Quirmbach. “Er ist eher ein Star auf dem Niveau wie Steffi Graf. Er braucht keine grellen Klamotten, er wirkt für sich selber.“

Auch große Töne sind nicht Kaymers Ding. Seine selbstbewusste Analyse nach dem größten Erfolg seiner Laufbahn hat fast schon Raritätscharakter. “Majors sind die größten Turniere, die man in seiner Karriere gewinnen kann. Mehr geht nicht. Aber jetzt weiß ich, dass ich jeden und die besten Spieler in der Welt schlagen kann“, meinte Kaymer. “Das gibt mir riesiges Selbstvertrauen für jedes Turnier, das ich für den Rest meines Lebens noch spielen werde.“

Von Rainer Fülscher

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