Bänderriss bei "Petko" - Olympia in Gefahr

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Andrea Petkovic ist im Moment die Nummer 12 der Welt.

Stuttgart - Andrea Petkovic hat sich beim WTA-Turnier in Stuttgart am Donnerstagabend einen zweifachen Bänderriss zugezogen. Die Folgen sind gravierend.

Keine French Open, kein Wimbledon und wohl auch kein Olympia: Andrea Petkovic bleibt der große Pechvogel im deutschen Tennis. Die 24-Jährige zog sich beim WTA-Turnier in Stuttgart am Donnerstagabend einen zweifachen Bänderriss im rechten Fuß zu und muss nach ersten Diagnosen vom Freitag erneut rund drei Monate pausieren. Die Sommerspiele in London werden am 27. Juli eröffnet. Der Kampf um die Fitness für das große Saisonziel gerät für die Darmstädterin damit auch zum Wettlauf mit der Zeit.


So stöhn ist das Damen-Tennis! Wir zeigen die lautesten Spielerinnen

So stöhn ist das Damentennis!
Seien Sie froh, dass diese Fotostrecke keinen Ton hat - aber dafür ganz viel Foto: So stöhn ist das Damentennis! © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Hier sehen Sie die Queen des lauten Schreis: Maria Scharapowa. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Die schöne Russin bringt es auf unfassbare 101 Dezibel. Das entspricht einer lauten Motorsäge und liegt knapp unter der Schmerzgrenze - für manche ihrer Gegnerinnen auch deutlich darüber. © Getty
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Bei so viel Geschrei geraten die spielerischen Fähigkeiten Scharapowas fast in den Hintergrund. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Spielerin, die grunzt, schreit oder stöhnt. © Getty
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Dinara Safina, die Schwester von Marat Safin, unterstrich ihre Schläge oft mit einem Ä-Ton. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Ääääääääh! © Getty
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Auch Elena Dementieva gab gern Laute von sich, die vor allem männliche Fans grübeln ließen © Getty
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Obacht, gleich kommt's! © Getty
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Die Sache mit dem Stöhnen hat übrigens nicht zwangsläufig etwas mit Extrakraft zu tun. © Getty
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Denn auch bei wahren Kraftpaketen wie den Williams-Schwestern, hier Venus, geht es lautstark zur Sache © Getty
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Serena steht ihrer Schwester auch da in nichts nach. © Getty
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Duelle unter den Schwestern sind ein wahrer Ohrenschmaus. © Getty
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Andrea Petkovic (l.) kann nicht nur gut tanzen, nein, ...  © Getty
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... vor ihren Siegen gibt sie lautstark alles! © Getty
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Auch Victoria Azarenka konnte glatt als Sirene durchgehen. © Getty
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Das hier war allerdings ein Jubelschrei. © Getty
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Michelle Larcher de Brito schlug sie alle! Zwar nicht im Tennis, sondern im Schreien. © Getty
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Mit 109 Dezibel war sie die lauteste Spielerin von allen. © Getty
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Und wer hat's erfunden? Hier sehen Sie die Mutter des Stöhnens, Monica Seles. © Getty
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Schon in ihren Duellen mit Steffi Graf ging sie deutschen Zuschauern damals gehörig auf den Zeiger. © Getty
So stöhn ist das Damentennis!
Kommen wir zu den tieferen Tonlagen. © Getty
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Francesca Schiavones Urschreie waren deutlich tiefer als die der Konkurrenz. © Getty
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Und jetzt kommen wir zu den ganz tiefen Tönen. Denn wer denkt, dass nur Frauen stöhnen, liegt falsch. © Getty
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Die weltbesten Männer tun's auch, zum Beispiel Novak Djokovic. © Getty
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Oder Rafael Nadal, der seine Schläge ebenfalls akustisch untermalt © Getty
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Genau so! Roger Federer ist übrigens mucksmäuschenstill. © Getty
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Auch bei den Männern gibt es zwei Ur-Stöhner. © Getty
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Jimmy Connors ... © Getty
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... und Andre Agassi.  © Getty
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Bei ihm beschwerten sich die Gegner Ende der 80er-Jahre als Erstes, aber noch immer gibt es keine Lautstärkeregeln. Und so bleibt das Gestöhne ein Teil des Tennis! Nur auf den Tribünen gilt weiterhin: Quiet, please! © Getty

“Ich muss das nun erstmal verarbeiten“, sagte Petkovic, bei der zudem die Dehnung eines dritten Bandes und eine leichte Verletzung des Syndesmosebandes festgestellt wurden. Dass der Knochen und der Knorpel nicht beschädigt sind, war nur ein schwacher Trost. “Als Profi-Sportler gibt es immer wieder Rückschläge, aber ein solches Verletzungspech ist schon bitter“, sagte Petkovic geschockt. Ob sie sich operieren lässt, will sie später entscheiden.


Die deutsche Nummer eins hatte sich die Verletzung im Achtelfinale gegen die Weltranglistenerste Victoria Asarenka zugezogen. Gegen Ende des zweiten Satzes hatte Petkovic auf der Vorhandseite einen Ball erlaufen wollen und war dabei übel umgeknickt. “Ich habe den Knöchel gesehen, er war sofort dick“, sagte Asarenka. Auch Petkovics Vater Zoran wusste sofort um die Tragweite der Verletzung. “Ich bin fassungslos. Dass Andrea jetzt wieder bei Null anfangen muss, das ist extrem bitter“, sagte er im ZDF.

Petkovic hatte beim einzigen Damen-Event in Deutschland gerade erst ihr Turnier-Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause gefeiert. Ein komplizierter Ermüdungsbruch im Rücken hatte sie seit Mitte Januar außer Gefecht gesetzt und auch einen Start bei den Australian Open unmöglich gemacht. Schon gegen Ende des vergangenen Jahres hatte die Nummer zwölf der Welt wegen eines Meniskuseinrisses im Knie pausieren müssen. 2008 war sie bereits ein halbes Jahr wegen eines Kreuzbandrisses zur Tatenlosigkeit verdammt.

Doch Petkovic kämpfte sich stets zurück und machte in Stuttgart bereits wieder einen erstaunlich fitten Eindruck. “Das ist unglaublich bitter für sie. Ich weiß, wie sehr sie sich zuletzt gequält hat“, sagte Fed-Cup-Kollegin Angelique Kerber. “Ich war geschockt, als ich es gehört habe.“

Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner war das Entsetzen ebenfalls ins Gesicht geschrieben. “Andrea war am Boden zerstört“, berichtete Rittner von ihrer ersten Kontaktaufnahme mit Petkovic unmittelbar nach dem unglücklichen Zwischenfall. “Das ist eine Katastrophe. Andrea war auf einem so guten Weg.“ WTA-Chefin Stacey Allaster ist überzeugt, dass Petkovic stark zurückkehrt. “Sie ist eine starke junge Frau und eine tolle Sportlerin. Sie wird ihren Kampfgeist, den sie immer auf dem Platz zeigt, jetzt auch in der Reha zeigen.“

Statt sich in Madrid, Rom und Straßburg auf die French Open vorzubereiten, steht für Petkovic nun wieder die auch mental belastende Reha an. Schon die drei Monate in der Einsamkeit zu Beginn des Jahres hatten ihr zugesetzt, ihr aber auch wichtige Erkenntnisse über sich selbst gebracht. “Ich sehe es jetzt viel mehr als Geschenk an, Tennisprofi zu sein“, hatte Petkovic gesagt.

Nun muss sie wieder von vorne anfangen. “Ich habe mich nun schon zweimal nach schweren Verletzungen zurückgekämpft und werde es ein drittes Mal tun. Ich hoffe allerdings, dass ich meinen Kampfgeist dann damit genug unter Beweis gestellt habe“, sagte Petkovic.

dpa

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