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Trainer Hecking in der Kritik

Nürnberg-Fans gehen auf die Barrikaden

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Dieter Hecking wartet seit vier Spielen auf ein Tor seines Teams.

Nürnberg - Seit vier Spielen ist der 1. FC Nürnberg ohne Tor - und manche Fans verlieren die Nerven. Nach dem 0:1 auf Schalke blockieren Hunderte Anhänger die Abfahrt der Kicker. Trainer Hecking ist in der Kritik.

Nach dem sechsten sieglosen Spiel in Serie entlud sich bei einigen Nürnberger Anhängern der über Wochen angestaute Frust. „Hecking raus“, schallte es nach dem 0:1 beim FC Schalke 04 vom eigentlich abgesperrten Parkplatz an der Gelsenkirchener Arena. Der FCN hatte dort seinen Mannschaftsbus geparkt - für Hunderte Fans eine willkommene Gelegenheit, um Spielern und Verantwortlichen ihren Unmut persönlich zu demonstrieren und die Abfahrt zu blockieren.

Der Angegriffene wollte am Tag danach nicht zurückschießen. Hecking fand versöhnliche Worte - so, als wolle er die Scherben der vergangenen Wochen ganz persönlich zusammenkehren. „Friedliche Fans“ hätten nach der Niederlage eben mit seinen Spielern diskutieren wollen. „Man arbeitet bei einem Traditionsverein, dieser Verein ist so emotional“, sagte Hecking am Sonntag im Sport1-„Doppelpass“.

Aus den jüngsten sechs Spielen in der Bundesliga holte der „Club“ nur einen Punkt, zuletzt gelang viermal hintereinander kein Tor - das gab es noch nie unter Hecking. Kein einziger Nürnberger Profi hat es bisher, nach neun Spielen, schon auf zwei Saisontore gebracht. „Wir brauchen uns nichts schönzureden“, monierte Hecking angesichts der desaströsen Ausbeute, forderte aber mehr Gelassenheit im Umfeld. „Die Mannschaft funktioniert, das Spiel gegen Schalke war schon wesentlich besser als zuletzt das 0:0 gegen Augsburg.“

Die schnellsten Trainerentlassungen seit 1999

Die schnellsten Trainerentlassungen seit 1999

Bundestrainer, wie aktuell Joachim Löw, sitzen in der Regel fest im Sattel. Schwerer haben es da die Bundesliga-Trainer. Besonders wenn die ersten Spiele verloren gehen, wird der Coach meist als erstes hinterfragt. Sehen Sie hier die Trainerentlassungen seit 1999 und in welcher Situation sie den Verein verlassen mussten. © getty
1999/2000: Jörg Berger, Eintracht Frankfurt, 17. Spieltag, 18. Platz, 9 Punkte. © getty
2000/01: Andreas Zachhuber, Hansa Rostock, 3. Spieltag, 18. Platz, 0 Punkte. © getty
2001/02: Frank Pagelsdorf, Hamburger SV, 6. Spieltag, 12. Platz, 5. Punkte. © getty
2002/03: Andreas Brehme, 1. FC Kaiserslautern, 3. Spieltag, 16. Platz, 1 Punkt. © dpa
2003/04: Armin Veh, Hansa Rostock, 8. Spieltag, 14. Platz, 5 Punkte. © dpa
2004/05: Jupp Heynckes, Schalke 04, 4. Spieltag, 17. Platz, 3 Punkte. © dpa
2005/06: Klaus Augenthaler, Bayer Leverkusen, 4. Spieltag, 12. Platz, 4 Punkte. © getty
2006/07: Peter Neururer, Hannover 96, 3. Spieltag, 18. Platz, 0 Punkte. © dpa
2007/08: Petrik Sander, Energie Cottbus, 6. Spieltag, 18. Platz, 2 Punkte. © getty
2008/09: Jos Luhukay, Borussia Mönchengladbach, 7. Spieltag, 18. Platz, 3 Punkte. © getty
2009/10: Jörn Andersen, FSV Mainz 05, vor Saisonbeginn, nach der Pleite im DFB-Pokal gegen Lübeck. © dpa
2010/11: Christian Gross, VfB Stuttgart, 7. Spieltag, 18. Platz, 3 Punkte. © getty
2011/12: Michael Oenning, Hamburger SV, 6. Spieltag, 18. Platz, 1 Punkt. © getty
2012/13: Felix Magath, Vfl Wolfsburg, 8. Spieltag, 18. Platz, 5 Punkte © dpa

Dass die miese Serie erneut nicht gestoppt werden konnte, lag in der Tat mehr an der Qualität des Champions-League-Teilnehmers als an der eigenen Nürnberger Unfähigkeit. Einen „Aufwärtstrend“ erkannte Hecking. „Nach den negativen Ergebnissen haben wir eine couragierte Leistung gezeigt. Jeder war diesmal für den anderen da. Was noch fehlte, war die Konsequenz im Spiel nach vorn.“

Und trotzdem musste auch der Trainer erkennen, dass die scheinbar einfachen Sachen im Moment so schwer fallen. Vor dem 0:1 vertändelte Innenverteidiger Timm Klose ohne Not den Ball in der eigenen Hälfte und begünstigte den schnellen Schalker Gegenangriff. Resultat war Jefferson Farfáns Treffer (77.). Auch Hecking hatte keine Erklärung dafür. Er sagte nur: „Man merkt, dass keine Leichtigkeit da ist.“

Die rund 200 auf den Busparkplatz gerannten Fans brauchten eine gute halbe Stunde, um sich zu beruhigen - zwischenzeitlich waren auch Polizeibeamte und Ordnungskräfte hinzugekommen. Dann konnten die Nürnberger am Samstagabend endlich ihre Heimreise antreten - mit einem Ziel im Auge: drei Punkten kommenden Samstag gegen Wolfsburg. „Dafür nehmen wir die positiven Ansätze mit“, sagte Hecking. Den Raus-Rufen einiger Anhänger in seine Richtung konnte er dafür kaum etwas abgewinnen. Im Fußballgeschäft sei das ja inzwischen von Zeit zu Zeit „fast normal geworden“, kommentierte der 48-Jährige nur.

dpa

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