Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

"Vielleicht muss ich was ändern"

Guardiola deutet Systemumstellung an

+
Pep Guardiola gestikulierte beim Auftaktspiel wild an der Seitenlinie.

München - Schon ganz schön peppig: Beim 3:1 gegen Gladbach zeigt der „neue“ FC Bayern schon gute Ansätze. Doch Trainer Pep Guardiola gibt sich äußerst selbstkritisch. „Wir werden uns verbessern“, verspricht er.

Pep Guardiola stand auch lange nach dem Abpfiff seines Bundesliga-Debüts noch sichtbar unter Strom. Nervös rieb sich der neue Trainer von Triple-Sieger Bayern München immer wieder das linke Auge oder wischte sich über die schweißnasse Stirn. Mit dem 3:1 (2:1) gegen Borussia Mönchengladbach war Guardiolas Einstand zwar geglückt, doch das „bisschen Tiki-Taka“, das Superstar Franck Ribery dabei gesehen hatte, war dem Spanier nicht genug. „Für das erste Spiel war es okay, aber wir müssen uns verbessern“, sagte er.

Gegen eine mutige Borussia ließen Guardiolas mitunter unsichere Bayern noch zu viel zu. Torhüter Manuel Neuer berichtete: „Ich hatte schon viel, viel zu tun.“ Guardiola missfiel dies, das wurde während des Spiels klar. 71 der 90 Minuten stand er engagiert dirigierend in seiner Coaching-Zone. Vornehm im grauen Anzug mit bordeauxroter Krawatte und Einstecktuch - und ebenso laustark wie kritikfreudig.

Die Mängelliste, die er nach dem Sieg präsentierte, war lang - zu lang für die hohen Ansprüche des FC Bayern. „Wir haben nicht immer gut gepresst, Gladbach zu viel Zeit gelassen, die Konter nicht immer gut kontrolliert und waren bei Ballverlust nicht immer gleich wieder in Position.“

Wer ist Meisterschaftsfavorit: Das sagen die 18 Klubs

Wer ist Meisterschaftsfavorit: Das sagen die 18 Klubs

Pep Guardiola, Trainer FC Bayern München: „Ich hoffe, der FC Bayern. Aber bis dahin müssen wir viel arbeiten ...“ © dpa-mm
Jürgen Klopp, Trainer Borussia Dortmund: „Bayern München. Stark schätze ich Leverkusen, Schalke und Mönchengladbach ein.“ © dpa
Sami Hyypiä, Trainer Bayer Leverkusen: „Bayern München.“ © dpa
Jens Keller, Trainer FC Schalke 04: „Eine Vorherrschaft von Dortmund sehe ich nicht unbedingt, aber die Bayern sind natürlich wieder der Favorit auf den Titel. Allerdings starten alle Vereine bei Null in die neue Saison, so dass alle Prognosen reine Spekulation sind.“ © dpa
Christian Streich, Trainer SC Freiburg: „Favorit sind klar die Bayern, ansonsten käme noch Dortmund infrage.“ © dpa
Bruno Hübner, Sportdirektor Eintracht Frankfurt: „Bayern München“ © picture-alliance-dpa-tz
Thorsten Fink, Trainer Hamburger SV: „FC Bayern“ © dpa
Lucien Favre, Trainer Borussia Mönchengladbach: „Meister wird der FC Bayern.“ © dpa
Mirko Slomka, Trainer Hannover 96: „Die besten Chancen hat meiner Einschätzung nach der FC Bayern München.“ © dpa
Michael Wiesinger, Trainer 1. FC Nürnberg: „FC Bayern München, aber es wird ein Zweikampf mit Dortmund oder einem anderen Überraschungsteam.“ © dpa
Dieter Hecking, Trainer VfL Wolfsburg: „Mein Favorit ist erneut Bayern München. Diesmal wird der Vorsprung aber nicht so groß ausfallen. Im Moment sehe ich kein Team, dass Bayern und Dortmund gefährlich werden könnte. Das wird erst der Saisonverlauf zeigen.“ © dpa
Bruno Labbadia, Trainer VfB Stuttgart: „Ich denke auch in diesem Jahr wird am FC Bayern nichts vorbeiführen.“ © dpa
Thomas Tuchel, Trainer FSV Mainz 05: „Die Bayern werden es wieder machen. Ob erneut mit einem so großen Vorsprung, weiß ich nicht. Neben Dortmund rechne ich mit Schalke als härtestem Konkurrenten. Schalke hat sich gut verstärkt.“ © dpa
Robin Dutt, Trainer SV Werder Bremen: „FC Bayern München.“ © dpa
Markus Weinzierl, Trainer FC Augsburg: „Bayern München.“ © dpa
Alexander Rosen, Leiter Profifußball TSG 1899 Hoffenheim: „Ich tippe wie in den vergangenen drei Spielzeiten auf einen Zweikampf zwischen den Bayern und Dortmund. Es wird spannender als zuletzt, aber mit dem besseren Ende für die Münchner.“
Jos Luhukay, Trainer Hertha BSC: „Bayern München.“ © dpa
Torsten Lieberknecht, Trainer Eintracht Braunschweig: „Bayern oder Dortmund.“ © dpa

In einer weit ausholenden Bewegung zeichnete er die zu Beginn der zweiten Halbzeit riesigen Lücken in der Defensive nach - und schüttelte den Kopf. Neuer assistierte, die Bayern hätten „noch Steigerungspotenzial im Umschaltspiel“ - der großen Stärke 2012/13. Sportdirektor Matthias Sammer sah sich genötigt zu betonen: „Pep ist kein Zauberer!“ Kleinere Startschwierigkeiten seien normal.

Allerdings: Phasenweise brannten die Bayern ein Offensivspektakel ab wie zu besten Triple-Zeiten. An diese wurden sie am Samstag noch einmal erinnert, als Ministerpräsident Horst Seehofer die Helden des vergangenen Mais in die Bayerische Staatskanzlei lud. Guardiola aber interessiert allein die Zukunft. Und für die versprach der Spanier trotz aller Probleme: „Wir wissen, wir werden uns verbessern.“

Zumal ihm im nächsten Spiel bei Eintracht Frankfurt sein diesmal erkrankt fehlender Wunschspieler Thiago ebenso zur Verfügung stehen wird wie Mario Götze. Letzterer sollte am Sonntag beim Testspiel in Györ/Ungarn nach überstandener Muskelverletzung sein Debüt für die Bayern geben. Am Freitagabend verfolgte Götze das Geschehen an der Seite seiner Freundin Ann-Kathrin von der Tribüne aus. Von dort sah er auch viel Gutes, vor allem in der Münchner Offensive.

Bilder des Spiels und Noten der Bayern-Stars

Arjen Robbens 1:0, dem ein Geniestreich von Ribery vorausging, war ein Traumtor (11.). Und nach dem Abstauber von Mario Mandzukic zum 2:0 (16.) deutete manches auf einen Kantersieg hin. Das Eigentor von Dante brachte Gladbach heran (40.). Thomas Müller vergab mit dem ersten von Alvaro Dominguez verursachten Handelfmeter das 3:1 (68.), das David Alaba mit dem zweiten Strafstoß besorgte (69.). Präsident Uli Hoeneß verließ selig lächelnd die Arena, wohl wissend, dass der ein oder andere Spieler im Fitnessbereich noch zulegen muss.

Männer mit Binde: Die Kapitäne der 18 Bundesligisten

Männer mit Binde: Die Kapitäne der 18 Bundesligisten

In der Kapitänsfrage setzen die Clubs der Fußball-Bundesliga auf Kontinuität. Nur drei Vereine besetzen die Führungsposition zur Saison 2013/14 neu.Klicken Sie sich hier durch die Fotostrecke. © picture alliance / dpa
Fabian Lustenberger übernimmt in Berlin das Amt von seinem Vorgänger Peter Niemeyer. © picture alliance / dpa
Andreas Beck steht seit der Rückrunde der vergangenen Saison bei Hoffenheim in der Verantwortung. © picture alliance / dpa
Augsburgs Trainer Markus Weinzierl vertraut auch in der kommenden Saison auf Abwehrroutinier Paul Verhaegh. © picture alliance / dpa
Clemens Fritz ist in Bremen weiterhin im Amt. © dpa
In Mainz hat Abwehrchef Nikolce Noveski das Sagen. © picture alliance / dpa
In Stuttgart fungiert Christian Gentner als verlängerter Arm des Trainers. © dpa
Der schweizer Nationaltorhüter Diego Benaglio ist beim VfL Wolfsburg die absolute Nummer 1. Sowohl im Tor, als auch im Mannschaftsgefüge. © picture alliance / dpa
Filip Daems übernimmt als Elfmeterschütze und Kapitän die Führung bei Gladbach. © picture alliance / dpa
Rafael van der Vaart beerbte beim Hamburger SV in der Rückrunde der vergangenen Saison Heiko Westermann als Kapitän. © dpa
Julian Schuster wurde 2012 als einziger Kapitän von seinen Freiburger Teamkollegen gewählt und nicht vom Trainer bestimmt. © picture alliance / dpa
Benedikt Höwedes ist seit 2001 bei Schalke und führt die Mannschft als Kapitän aufs Feld. © AFP
Beim Werksclub aus Leverkusen ist Simon Rolfes der Chef auf dem Platz. © dpa
In Dortmund vertraut Jürgen Klopp nun auf Mats Hummels. © dpa
Unter Trainer Pep Guardiola hat sich vieles geändert bei den Bayern. Der Kapitän aber bleibt weiterhin Phillip Lahm. © AFP
Lars Stindl
Bei Hannover 96 ist Lars Stindl der Chef. © dpa
Kevin Trapp
Kevin Trapp bekam von Eintracht Frankfurts Neu-Trainer Thomas Schaaf die Kapitänsbinde anvertraut. © dpa
Miso Brecko
Bei den Geißböcken aus Köln hat Miso Brecko das Ruder in der Hand. © dpa
Uwe Hünemeier
Seit August 2014 ist Uwe Hünemeier Kapitän beim Aufsteiger SC Paderbron. © dpa

Auch Guardiola war gedanklich noch immer bei den Defiziten. War das schon sein FC Bayern? „Manchmal ist es schwierig, den Spielern in meinem Deutsch zu erklären, was ich will“, sagte er. Überraschend ließ er durchblicken, dass das 4-1-4-1 mit Bastian Schweinsteiger auf der Sechs nicht der Weisheit letzter Schluss sein muss. „Ich mag das System, aber vielleicht muss ich mich in Zukunft meinen Spielern anpassen und es ändern. Ich hätte kein Problem damit.“

Probleme hatte indes die Borussia, das Ergebnis zu akzeptieren. Er könne sich nicht erinnern, dass seine Mannschaft jemals zuvor so viele gute Torchancen in München gehabt habe, sagte Trainer Lucien Favre. Die Statistik wies aus Sicht des VfL 11:26 Torschüsse aus (4: 9 aufs Tor), doch Favre hatte recht, wenn er sagte: „Ich habe viel Positives gesehen.“

Der couragierte Auftritt der Borussia machte das peinliche Aus im Pokal gegen Drittligist Darmstadt 98 vergessen. Allerdings monierte Favre ebenfalls richtig, es gebe „viele Details zu korrigieren“.

Aller Anfang, das weiß nicht nur Guardiola, ist halt schwer.

Pep: So wild gestikulierte er bei seinem Debüt

sid

Kommentare