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Änderungen schnell umgesetzt

Starbulls vor Play-off-Start: Das sind die neuen Regeln im Eishockey

Das Trapez: In diesem Bereich hinter dem Tor darf der Goalie (hier Christopher Kolarz) die Scheibe spielen.
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Das Trapez: In diesem Bereich hinter dem Tor darf der Goalie (hier Christopher Kolarz) die Scheibe spielen.

„Der Sinn der Regeländerung ist, dass es in den Ligen einheitlich ist“, erklärt Franz-Josef Trainer, seit 2011 Schiedsrichter-Coach für die DEL2, Oberliga und die U20-Nachwuchsliga DNL. Vor dem Play-off-Start noch einmal alle neue Regeln im Überblick.

Rosenheim – Jede Menge Regeländerungen hat es zu Saisonbeginn im deutschen Eishockey gegeben, unter anderem auch neue Linien auf dem Eis. Nachdem die Hauptrunde in der Oberliga vorbei ist, lässt sich eines sagen: Alles halb so wild! Die OVB-Sportredaktion listet die wichtigsten Regeln noch einmal auf und hat bei Franz-Josef Trainer, seit 2011 Schiedsrichter-Coach für die DEL2, Oberliga und die U20-Nachwuchsliga DNL, sowie Starbulls-Rosenheim-Coach John Sicinski nachgefragt.

Internationales Regelbuch umgesetzt

„Der Sinn der Regeländerung ist, dass es in den Ligen einheitlich ist“, erklärt Trainer, der seine Schiedsrichter-Laufbahn 1984 in Rosenheim begann und aktuell für den EHC Bad Aibling aktiv ist. Bis 2011 war er als Hauptschiedsrichter in der DEL2 im Einsatz und hatte sein Abschiedsspiel zur Stadioneröffnung in Bremerhaven. Nachdem viele der nun neuen Regeln im nordamerikanischen Eishockey bereits gültig waren, hat man die Umsetzung nun auch auf europäischem Eis. „Wir setzen damit das internationale Regelbuch um“, so Trainer, „für die Zuschauer ist das eine gute Sache“.

Dreidimensionale Raum über der blauen Linie

Abseits: Ein Spieler muss nicht mehr mit beiden Schlittschuhen das Eis berühren, um eine Abseitsposition aufzuheben. „Der dreidimensionale Raum über der blauen Linie zählt jetzt mit“, erklärt Trainer, „das ist für alle eine Vereinfachung“. Trainer Sicinski stellte fest: „Es gab da eigentlich keine schwierigen Entscheidungen.“

Bully: Der Hauptschiedsrichter macht die Bullys nur noch zu Drittelbeginn. Alle weiteren Anspiele werden von den Linesperson ausgeführt. „Es soll möglichst einheitlich sein“, sagt Trainer, „es gibt da Richtlinien: Wie fahre ich zum Bully hin? Wie müssen sich die Spieler aufstellen?“ Der Schiedsrichter-Coach weiß: „Einwürfe sind bei den Trainern und Mannschaften ein Riesenthema. Deshalb werden das Stellungsspiel und die Einwürfe im Rahmen der Schiedsrichter-Lehrgänge auch immer wieder trainiert.“ Der ehemalige Referee betont weiter: „Es soll alles recht zügig gehen. Ein gutes Spiel läuft immer, und deshalb sind Linesperson, die da schnell sind und gute und schnelle Einwürfe machen, auch unglaublich wichtig.“

Checks gegen den Kopf

Eine Änderung gibt es zudem bei den Anspielen, wenn es zuvor ein Icing, eine Strafe oder ein unabsichtliches Torverschieben gab oder ein Torhüter einen Schuss blockert, der vor der roten Linie abgefeuert wurde: Früher hatte man das Bully auf der Seite ausgeführt, von wo geschossen wurde – jetzt kann die angreifende Mannschaft wählen, auf welcher Seite angespielt wird. „Das ist für alle gleich und damit gerecht“, sagt Trainer. Für die Mannschaften ist es ein wichtiges Mittel. „Das ist schon ein Vorteil für die Offensivmannschaft“, weiß Sicinski.

Checks: Das Strafmaß von zwei plus zehn Minuten für Checks gegen den Kopf, gegen die Bande und von hinten gibt es nicht mehr. „Der Schiedsrichter hat nun in einigen Fällen einen höheren Ermessensspielraum“, erklärt Trainer. Für einen Check gegen die Bande „ist die ganze Palette offen“, von zwei, fünf, fünf plus Spieldauer oder Matchstrafe. Beim Check gegen den Kopf gibt es nur noch zwei Minuten oder gleich eine Matchstrafe, beim Check von hinten lautet die Auswahlmöglichkeit für den Referee zwischen fünf Minuten plus Spieldauer oder einer Matchstrafe. „Das kommt selten vor, aber da ist halt auch immer die Verletzungsgefahr höher“, sagt Trainer.

Faustkämpfe: Die meisten Kämpfe wurden bislang mit zwei plus zwei plus zehn Minuten geahndet. „Das gibt es nicht mehr“, weiß Trainer. Stattdessen gibt es automatisch mindestens eine Fünf-Minuten-Strafe. Es kann aber noch mehr werden: „Wenn ein Spieler den Helm bewusst runter nimmt und dann weiter schlägt, kann es auch noch eine Spieldauerstrafe geben.“ Sicinski findet es „gut, dass es nicht automatisch eine Spieldauerstrafe dazu gibt“.

Hoher Stock: „Früher wurde gesagt, dass jeder für seinen Stock verantwortlich ist“, erzählt Trainer, jedoch: „Das hat es noch nie gegeben, gibt es jetzt nicht und wird es auch in Zukunft nicht geben.“ Vor der Regeländerung hat es bei der Aushol- und Durchschwingbewegung eine Strafe gegeben, wenn dabei ein gegnerischer Spieler getroffen und gar verletzt wurde. Nun gib es dafür keine Strafe mehr.

Puckfesthalten: „Die Torhüter dürfen den Puck nur noch festhalten, wenn dies bei einer direkten Abwehrbewegung nach einem Schuss geschieht oder sich die Scheibe in unmittelbarer Nähe des Tores befindet. Bei jeder anderen Situation muss der Torhüter sofort weiterspielen“, erklärt Trainer. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt es eine Strafe wegen Spielverzögerung.

Franz-Josef Trainer ist als Schiedsrichter-Coach auch bei Oberliga-Spielen der Starbulls Rosenheim.

So manchen Haudrauf ausbremsen

„Der Spielfluss soll so gefördert werden“, erläutert Trainer die Gedanken hinter dieser Regel. „Die Torhüter schauen schon, dass die Scheibe schneller gespielt wird“, hat Sicinski festgestellt.

Strafen: Wenn in den letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit oder in der Verlängerung gegen eine Mannschaft eine Fünf-Minuten-Strafe und gegen das andere Team eine Zwei-Minuten-Strafe verhängt werden, dann gibt es eine Veränderung. „Es kann sein, dass dann die Strafminuten reduziert werden“, sagt Trainer – im angegebenen Beispiel dann auf drei Minuten Überzahlspiel. Früher hatte das Powerplay erst begonnen, wenn die Zwei-Minuten-Strafe abgelaufen war. „Es kann verwirrend sein, wenn es das erste Mal passiert“, weiß Trainer, „aber es bremst vielleicht so manchen Haudrauf in der Schlussphase etwas aus“.

Starbulls-Coach Sicinski fand es etwas komisch

Trapez: Die beiden neuen roten Linien hinter dem Tor sorgen für ein Trapez. Nur in diesem Bereich dürfen die Torhüter die Scheibe spielen. „Wenn er sie hinter der Torlinie außerhalb dieses Bereichs spielt, dann gibt es eine Zwei-Minuten-Strafe“, erklärt der Schiedsrichter-Coach. Diese Regel hat in Nordamerika schon seit Jahren Bestand. „Der Torwart ist dadurch indirekt etwas mehr geschützt“, findet Trainer. Starbulls-Coach Sicinski fand es „in den ersten Spielen etwas komisch mit dem Trapez. Aber die Torhüter haben das schnell hingekriegt. Es gab nur ganz selten solche Situationen.“

Für Franz-Josef Trainer sind zwar „viele Regeländerung, aber sehr nachvollziehbare“. Die Schiedsrichter könnten sich eigentlich schnell auf solche Änderungen einstellen. Dies gilt auch für die Coaches und Spieler: „Die Regeln helfen dem Spiel“, sagt John Sicinski, der sich gerne noch den Videobeweis dazu gewünscht hätte: „Den finde ich absolut notwendig, er bringt Klarheit.“ Für Schiedsrichter-Coach Trainer sind die neuen Regelungen gut, „weil sie vereinfachen und es gut ist, wenn es einheitlich ist“. Für ihn war die Abschaffung des Zwei-Linien-Passes vor etlichen Jahren die wichtigste Regeländerung: „Das hat für Aufsehen gesorgt, die Athletik gefördert und das ganze Spiel schneller gemacht. Deshalb finde ich auch das Hybrid-Icing gut.“ Und der einstige Stürmer Sicinski hat an einer anderen Änderung gefallen gefunden: „Das Drei-gegen-drei in der Verlängerung finde ich sehr attraktiv.“

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