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DEL2

Keine drei Minuten bis zum handfesten Skandal

Rosenheim - Keine drei Minuten Eishockey gab es am Freitagabend im Kathrein-Stadion. Dann endete das Derby zwischen den Starbulls und dem SC Riessersee mit einem handfesten Skandal. *Neu: Video*

Genau 167 Sekunden waren vor geschätzten 2.500 Besuchern gespielt - die erste Strafzeit gegen Garmischs Maximilian Kastner wäre noch ganze 18 Sekunden gelaufen - als Shawn Weller zum 1:0 für die Grün-Weißen getroffen hatte. Danach war Riessersees Aushilfskeeper Markus Eberhard, eigentlich ein 18-jähriger Feldspieler, offenbar verletzt zur Bank gefahren. Danach fuhr der Riesserseer direkt Richtung Kabine - und seine Mannschaftskollegen unter dem Pfeifkonzert der Rosenheimer Zuschauer hinterher.

Dass die Garmischer dafür von Schiedsrichter Ralph Bidoul noch eine kleine Bankstrafe wegen Spielverzögerung bzw. wegen der Weigerung, das Spiel fortzusetzen, kassierten, ging in den anschließenden Tumulten unter. Garmischer Anhänger, die wohl der ortsansässigen Ultra-Szene zuzuordnen sind, zündeten mitten im Gästeblock wiederholt Kanonenschläge und andere pyrotechnische Gegenstände. Einer dieser Böller dürfte auch auf die Rosenheimer Spielerbank geflogen sein. Bis sich die Szenerie beruhigt hatte und die Garmischer Anhänger Richtung Bahnhof abgezogen waren, dauerte es eine gute halbe Stunde. Am Bahnhof hat es dann offenbar noch weitere Auseinandersetzungen zwischen den SCR-Fans und der Polizei gegeben. Davor hatte Stadionsprecher "Pfeff" Dupski verkündet, dass das Spiel abgebrochen worden sei.

Dies war das traurige Ende eines Streits, der sich während der letzten Monate zwischen den Vereinen hochgeschaukelt hatte. Zuletzt hatte Rosenheim am Donnerstag den Wunsch nach einer Garmischer Spielverlegung abgelehnt. "Verloren hat heute der Sport", sagte Rosenheims Zweiter Vorstand Karl Aicher. Kollege Willi Graue konnte den finanziellen Schaden für den Verein direkt nach dem Spiel noch gar nicht beziffern. Hängen bleibt in jedem Fall ein Abend, der dem deutschen Eishockey mit Sicherheit schwer geschadet haben dürfte und auch durch das anschließende teaminterne Trainingsspiel der Starbulls nicht mehr aufpoliert werden konnte. Die Karten, die die Fans für das Spiel gekauft hatten, bleiben übrigens für das Heimspiel gegen Weißwasser (23.2.) gültig. Ob direkt gegen Vorlage oder gegen Umtausch, stand am Abend noch nicht fest.

Starbulls vs. SC Riessersee

Starbulls vs. SC Riessersee
 © Ruprecht
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mw/ro24

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