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Vor Länderspielen in Rosenheim

So hilft der Rosenheimer Herbert Schädler beim Schweizer Eishockey-Aufschwung mit

Der Rosenheimer Herbert Schädler ist seit 18 Jahren als Trainer in der Schweiz tätig.
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Der Rosenheimer Herbert Schädler ist seit 18 Jahren als Trainer in der Schweiz tätig.

Seit 18 Jahren ist der Rosenheimer Herbert Schädler als Eishockey-Trainer in der Schweiz aktiv. Einige Spieler, die im Aufgebot der Eidgenossen für die Länderspiele am Donnerstag und Samstag in Rosenheim stehen, sind von ihm in ihrer sportlichen Entwicklung begleitet worden. Ein Trainer hat ihn ganz besonders fasziniert.

Rosenheim – Über Ostern war Herbert Schädler wieder in der Heimat. Sprich, der gebürtige Rosenheimer war dort, wo er aufgewachsen ist. Denn mittlerweile ist die Schweiz ja auch Heimat für den 53-Jährigen. Seit 18 Jahren ist er nun im Land der Eidgenossen aktiv. Und er hat das Eishockey dort durchaus mit vorangebracht. Denn der Trainer ist seit vielen Jahren in der Nachwuchsarbeit engagiert und so sind etliche Nationalspieler und Superstars der Schweizer Puckjäger in ihrer Entwicklung durch seine Hände gegangen.

Zürich ist „die größte Eishockey-Organisation Europas“

Das hängt auch mit dem Nachwuchsprogramm der Schweiz zusammen. Schädler arbeitet in der Talentförderung der Ostschweiz, wo viele bekannte Clubs beheimatet sind – und anderem auch die ZSC Lions aus Zürich. „Das ist die größte Eishockey-Organisation Europas mit über 1000 Kindern“, sagt Schädler. Weil die Talente aber auch aus Davos, Rapperswil, Kloten oder Chur kommen, herrscht „ein brutaler Verdrängungswettkampf“, wie der 53-Jährige erklärt.

„Unsere Aufgabe ist es zunächst, 160 Spieler pro Jahrgang zu selektieren“, erklärt er. Für die U16 würden diese auf 70 reduziert, für die U17 auf 40 und für die U18 auf 30. Allerdings kommen diese dann nicht nur aus der Ostschweiz, sondern auch aus den anderen Regionen. Der Vorteil: „Wir haben noch keinen übersehen.“ Allerdings gibt er zu, damals den jungen Timo Meier nicht so gut bewertet zu haben. Der zeigt nun schon seit Jahren in der nordamerikanischen Profiliga NHL auf und hat in der laufenden Saison für die San Jose Sharks bereits 73 Punkte in 70 Begegnungen markiert.

13 Schweizer spielten heuer in der NHL

Meier ist aber ein gutes Beispiel für die Entwicklung des Eishockeys in der Schweiz. In der laufenden NHL-Saison sind schon 13 Eidgenossen in der besten Liga der Welt zum Einsatz gekommen – sechs von Ihnen (Roman Josi, Kevin Fiala, Timo Meier, Nico Hischier, Nino Niederreiter und Pius Suter) haben in der laufenden Spielzeit schon über 30 Skorerpunkte erzielt, Josi steht als Verteidiger sogar bei 88 Zählern. „Das ist ein absoluter Franchise-Player“, zeigt sich Schädler begeistert.

Coach Patrick Fischer hat die Denke verändert

Nationaltrainer Patrick Fischer hat die Schweiz auf ein anderes Level gehoben – auch von der Mentalität.

Der Aufschwung im Schweizer Eishockey ist eng mit Patrick Fischer verbunden. Der Nationaltrainer hat selbst eine Saison lang in der NHL gespielt und gibt seit 2015 als Chefcoach die Richtung vor. Er hat für einen Stimmungswechsel gesorgt, wie Schädler erklärt: „Früher hat die Schweiz gegen die großen Nationen defensiv gespielt und wollte ihnen das Leben schwer machen. Jetzt geht man offensiv ins Spiel, will Dinge selbst kreieren und hat auch das Vertrauen, dass man alle Nationen in der Welt besiegen kann.“ Nun spricht man bei den Eidgenossen davon, dass man auch Weltmeister werden kann. 2018 fehlte nicht viel, als man im WM-Finale den Schweden nur im Penaltyschießen unterlegen war.

„Die Denke ist jetzt ganz anders“, stellt Schädler fest – und das liegt an Fischer, der auch als Referent in Erscheinung tritt und da speziell die Themen Teambildung, Leadership und Mindset auf dem Schirm hat. Der Nationaltrainer, der schon bei Indianern am Amazonas im Zelt gelebt hat, schult auch die Nachwuchstrainer. „Er schaut immer mal an den Stützpunkten vorbei“, erzählt Schädler – und ist von Fischer begeistert: „Er hat mich brutal inspiriert!“

Zwei Siege über Frankreich

In die WM-Vorbereitung ist die Schweiz mit zwei Siegen über Frankreich gestartet. Noch ohne die Spieler der Halbfinalisten aus der Nationalliga gab es einen 4:2- und einen 4:1-Erfolg. „Der Rhythmus fehlt natürlich noch und die Automatismen gehen ab“, meinte Schädler. Man habe zunächst Wert auf die defensive Zone und das Forechecking gelegt. Nach den Länderspielen hat Fischer nur drei neue Leute nominiert und den kompletten Kader behalten. Für Schädler keine große Überraschung: „Sicher werden für die Weltmeisterschaft noch einige Spieler hinzukommen, auch aus der NHL. Ich glaube aber, dass ein paar junge Spieler gute Chancen haben.“ Stürmer Ken Jäger ist so einer, aber auch Verteidiger Noah Delémont hat gegen Frankreich „super gespielt“.

Erfahrene Spieler im Schweizer Aufgebot

Schädler weist auf den ersten Block aus den Frankreich-Spielen mit den Verteidigern Santeri Alatalo und Michael Fora sowie den Angreifern Luca Hischier, Jason Fuchs und Christoph Bertschy hin: „Die haben mir im Powerplay ganz gut gefallen.“ Er sagt aber auch, dass mit Lukas Frick, Romain Loeffel oder Tristan Scherwey durchaus erfahrene Spieler im Kader der Eidgenossen stehen. Und er glaubt, dass Coach Fischer nun die Phase einläuten wird, wo man Wert auf die offensive Zone legt. „Das 2-1-2-Forechecking mit wenig Zeit und Raum für den Gegner“, erklärt er.

Ein Nachbarschaftsduell, „da ist Brisanz dabei“

Auf die beiden Testspiele am Donnerstag und Samstag ist Schädler sehr gespannt, auch wenn er schon jetzt vorhersagt, „dass noch nicht alles glattgehen wird. Die Spieler müssen sich erst noch finden.“ Der Aufbau der Länderspiele hin bis zur Weltmeisterschaft sei „prozessorientiert“. Dennoch hofft er auf den besonderen Glanz, den solche Vergleiche mit sich bringen. „Zudem ist das ein Nachbarschaftsduell, da ist dann schon ein bisschen Brisanz mit dabei. Und jeder Sieg in der Vorbereitung bringt für die WM Selbstvertrauen.“ Herbert Schädler wird mit dabei sein. Schließlich hat er bei seinem Familienbesuch an Ostern schon erklärt, dass er „immer gerne in Rosenheim ist“. Und wenn seine neue Heimat in der alten Heimat aufkreuzt, „dann lasse ich mir das doch nicht nehmen“.

Herbert Schädler: Mit vielen Aufgaben in der Schweiz

Seit 2004 ist der gebürtige Rosenheimer Herbert Schädler in der Schweiz aktiv. Der mittlerweile 53-Jährige hatte über viele Jahren Trainerstationen im Herrenbereich beim EHC Arosa und beim EHC Chur, war aber auch schon früh zusätzlich in die Nachwuchsarbeit eingestiegen.

Der frühere Angreifer, der mit dem Rosenheimer Nachwuchs mehrmals Deutscher Meister wurde und zur legendären Mannschaft gehörte, die 1993 die Zweitliga-Meisterschaft und die Rückkehr in die Bundesliga errang, hat aktuell eine Vielzahl von Aufgaben zu bewältigen: Mit einem Mandat beim Schweizer Eishockey-Verband ist er zuständig für die Ausbildung im Kleinschülerbereich und kontrolliert hier die Arbeit der Vereine; als Regionenchef der Ostschweiz (unter anderem mit den Vereinen aus Davos, Zürich, Kloten, Rapperswil, Chur, Thurgau, Arosa und Winterthur) gehört die U15-Auswahl in seinen Aufgabenbereich; für den Graubündener Eishockey-Verband – ein Pendant zum Bayerischen Eissport-Verband – ist er Headcoach der U14-Auswahl; und beim EHC Chur ist Schädler Ausbildungschef, Skills-Coach und für die U20-Mannschaft verantwortlich.

Und weil das wohl noch nicht ausreicht, hat der Bruder von Tom Schädler, Frauen-Bundestrainer im Deutschen Eishockey-Bund, auch noch die Leitung der Nationalmannschaft Liechtensteins übernommen. Diese befindet sich im Aufbau und wird Anfang Mai am Development Cup des Weltverbandes IIHF teilnehmen. Beim Turnier in Füssen trifft die Auswahl des Herzogtums dann auf die Nationalmannschaften von Algerien, Andorra, Irland, Kolumbien und Portugal.tn

Alle Liveticker zu den Spielen der DEB-Auswahl bei der Eishockey-WM 2022

Freitag, 13. Mai, 19.20 Uhr: Deutschland 3:5 Kanada

Samstag, 14. Mai, 19.20 Uhr: Slowakei 1:2 Deutschland

Montag, 16. Mai, 19.20 Uhr: Frankreich 2:3 Deutschland

Donnerstag, 19. Mai, 15.20 Uhr: Deutschland 1:0 Dänemark

Freitag, 20. Mai, 15.20 Uhr: Deutschland 9:4 Italien

Sonntag, 22. Mai, 15.20 Uhr: Kasachstan 4:5 Deutschland

Dienstag, 24. Mai, 11.20 Uhr: Deutschland 3:4 Schweiz (SO*)

Donnerstag, 26. Mai, 15.20 Uhr: Deutschland -:- Tschechien

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