„Hat sein Können oft unter Beweis gestellt“

„Von Null auf 100“: Manuel Mattera schafft es aus Buchbachs Jugend in die Regionalliga

Manuel Mattera konnte bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz gleich einen Assist verbuchen.
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Manuel Mattera (2.v.l.) konnte bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz gleich einen Assist verbuchen.

Buchbach - Im Sommer 2020 hat der TSV Buchbach einen neuen Weg eingeschlagen und pandemiebedingt die bestehenden Altersstrukturen aufgebrochen. Zu diesem Umbruch gehörten auch Veränderungen des Unterbaus.

Die zweite Mannschaft wurde bereits in der Vergangenheit als U23 gesehen und soll künftig noch mehr als Bindeglied zwischen Juniorenbereich und erster Mannschaft fungieren. Nun soll diese zweite Mannschaft noch intensiver den U23-Gedanken leben und neben eigenen Jugendspielern auch regionalen Talenten als Sprungbrett dienen.

Einer der größten Profiteure dieser Entwicklung, und damit auch das Aushängeschild des Buchbacher Jugendfußballs, ist Manuel Mattera. Der 19-jährige begann in den Nachwuchsmannschaften des TSV Obertaufkirchen mit dem Fußball und kam so auch mit dem Partnerverein TSV Buchbach in Berührung. Dort gilt er schon länger als großes Talent. Im Zuge des Umbruchs erhielt der Youngster dann im Sommer 2020 einen festen Kaderplatz im Regionalliga-Team und debütierte im Oktober für die erste Mannschaft.

Mattera schafft es in die Regionalliga: „Da musste ich mich erst reinkämpfen“

So richtig startete Mattera im Sommer 2019 durch. Obwohl der Mittelfeldspieler nie höher als in der Junioren-Kreisklasse gespielt und auch kein Nachwuchsleistungszentrum durchlaufen hatte, stach er in fast allen Spielen heraus. Deshalb wurde er bereits in seinem letzten U19-Jahr zur Bezirksligamannschaft hochgezogen. „Das war dann schon komplett was anderes“, beschreibt Mattera seine damaligen Gefühle. „Vor allem die Intensität und das Körperliche im Herrenbereich haben mir am Anfang Probleme bereitet. Da musste ich mich erst reinkämpfen.“

Als Kämpfer beschreibt sich der angehende Steuerfachangestellte auch selbst - allerdings nur auf dem Platz. Neben dem Rasen gilt „Manu“ als eher ruhiger und zurückhaltender Zeitgenosse. „Auf dem Platz will ich aber schon ein Leader sein und mitreißen“, betont der Obertaufkirchener selbstbewusst. „Ich glaube, das gehört auch zu meiner Position.“

Mattera will seine Torgefahr auch im Herrenbereich beweisen

Von seinen Qualitäten war auch U23-Coach Markus Nistler schnell überzeugt - Mattera eroberte direkt den Stammplatz auf der Zehnerposition. „Über das Vertrauen habe ich mich sehr gefreut und auch, dass es dann so gut weiterlief.“ Bei seinen 19 Einsätzen saß der bekennende Fan des TSV 1860 München nur viermal auf der Ersatzbank. Mit vier Treffern zeigte er zudem seine Torgefahr, übte sich aber demütig in Selbstkritik „Ich denke, da hätte noch mehr gehen können. In der Jugend war ich immer einer der torgefährlichsten Spieler“, erzählt Mattera und erhöht den Druck auf sich selbst. „Das will ich jetzt auch im Herrenbereich beweisen.“

Dass Manuel Mattera in der zweiten Mannschaft sofort überzeugte, blieb den Verantwortlichen nicht verborgen. Sie honorierten die Entwicklung des Youngsters, der so im Februar 2020 mit der Regionalliga-Truppe ins Trainingslager nach Portugal fliegen durfte. Von da an durfte er immer häufiger „oben“ reinschnuppern und nach vielen Fördertrainings und einigen Testspielen folgte im Zuge des Umbruchs der logische nächste Schritt – ein fester Kaderplatz im Regionalliga-Kader.

Bichlmaier: „Mattera muss noch an gewissen Dingen arbeiten“

„Manu hat bei den Junioren sein Können oft unter Beweis gestellt und in kurzer Zeit bei der U23 eine enorme Entwicklung genommen“, lobt Trainer Andreas Bichlmaier. „Er ist total ehrgeizig und hat sich seinen Platz im Kader redlich verdient. Wir glauben, dass er sich mittelfristig toll entwickeln kann.“

In der Regionalligamannschaft hat der zentrale Mittelfeldspieler schnell Anschluss gefunden, bei den gleichaltrigen Spielern um Tobias Sztaf wie bei den Routiniers um Aleks Petrovic und Thomas Leberfinger. „Manu kommt auch mal früher ins Training, arbeitet an sich und fragt die Erfahrenen um Rat“, berichtet Bichlmaier, bremst aber auch die Erwartungen. „Obwohl er für sein Alter schon sehr weit ist, muss er noch an gewissen Dingen wie seiner Handlungsschnelligkeit oder seinem ersten Kontakt arbeiten.“

Das Ziel des Talents: „Ein fester Bestandteil des Teams werden“

Was er drauf hat, stellte Mattera direkt in seinem ersten Pflichtspieleinsatz unter Beweis. Im Liga-Pokal-Spiel gegen den TSV 1860 Rosenheim legte er „Spezl“ Sztaf den wichtigen Ausgleichstreffer kurz vor Schluss auf. „Das war ein geiles Gefühl! Man wartet lange auf seinen ersten Einsatz und dann noch eine Vorlage zu geben - davon träumt man“, berichtet er ein halbes Jahr danach voller Stolz.

Bisher kam Pandemiebedingt nur ein weiterer Einsatz in der Liga hinzu, aber das soll natürlich nicht der letzte bleiben. „In Zukunft möchte ich so viel Spielpraxis wie möglich sammeln und ein fester Bestandteil des Teams werden“, formuliert der Mittelfeldmann hohe Ziele. In den Planungen von Coach Bichlmaier spielt Mattera ebenfalls eine wichtige Rolle. „Wir haben im nächsten Jahr einen Altersdurchschnitt von 23,3 und wollen unsere Jungspunde in der Regionalliga etablieren“, betont der Trainer und sagt, an welchen Weltmeister er denken muss, wenn er Mattera spielen sieht. „Manu erinnert mich mit seiner Spielweise ein wenig an Thomas Müller - den können wir in Buchbach sicherlich gut brauchen.“

Mattera ist ein Jugendspieler, der gezeigt hat, dass der Schritt aus der Buchbacher Jugend in die Regionalliga-Mannschaft möglich ist. Buchbachs Verantwortliche hoffen nun, dass er mit seinem Weg zum Vorbild für viele weitere Nachwuchsspieler wird.

Thomas Huber

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