Wander-Tipp: Von Ruhpolding ins Unternberg-Gebiet

Eine Zweigipfeltour mit überraschender Aussicht

+
Klein und unbedeutend wirken Unternberg (links) und Eisenberg, die sich vor den noch schneebedeckten Loferer Steinbergen erheben.

Ruhpolding – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es von der Talstation der Unternbergbahn auf Unternberg und Eisenberg.

Rundzweihundert Meter kleiner als seine Nachbarn Hochfelln und Rauschberg, noch kleiner erscheint er, wenn sich nicht weiter südlich Sonntags- und Dürrnbachhorn aufbauen. Und dennoch ist der Unternberg ein lohnenswertes Ziel: Nicht nur wegen seiner Aussicht, sondern auch wegen seinerguten Begehbarkeit und dem vergleichsweise kurzen Weg bergauf bietet sich eine Tour an.


Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Unternberg, 1.425 Meter und Eisenberg, 1.488 Meter, Chiemgauer Alpen 

Höhenmeter der Wanderung: 621 Meter 


Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Talstation der Unternbergbahn, Raffner Alm 2, 83324 Ruhpolding, kostenlos 

Gehzeit: Zweieinviertel Stunden, bei guter Kondition jedoch schon in der Hälfte der Zeit zu schaffen. 

Schwierigkeit: Einfach. 

Einkehrmöglichkeiten: Raffner Alm, Boider Alm, Unternberg Alm Wann sollte man aufpassen? Der Weg bis zum Unternberg ist einfach und gut markiert, der kurze Abstecher zum Eisenkopf ist jedoch unmarkiert und erfordert Trittsicherheit. 

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Kurz, aussichtsreich, einfach. Eine Tour, die für jeden zu machen ist! 

Für Familien mit Kindern geeignet? 5/5: Nicht nur wegen der Kürze ist die Tour familientauglich, auch die drei Einkehrmöglichkeiten bieten Raum für Pausen. 

Für Hunde geeignet? 5/5: Nicht nur kurz ist der Weg hinauf zum Unternberg, sondern ist zudem nicht allzu steil, schmal und ausgesetzt sowieso nicht. Hundebesitzer kommen hier voll auf ihre Kosten. 

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 3/5: Man mag nicht meinen, dass dieser Berg, der sich so zwischen seinen Nachbarn versteckt, besonders aussichtsreich ist. Dennoch lässt sich von oben ein Blick auf Chiem- und Tachinger See, Traunstein, Siegsdorf und Ruhpolding, die Chiemgauer Alpen und sogar in die Reichenspitzgruppe der Hohen Tauern erhaschen!

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Als Feierabendtour möglich: Während die Nachbarn Rauschberg oder Hochfelln zweieinhalb Stunden oder mehr in Anspruch nehmen, kann der Unternberg von sportlichen Bergfreunden innerhalb einer guten Stunde erklommen werden und eignet sich damit auch unter der Woche als Tour. 

Das kulinarische Angebot: Drei Einkehrmöglichkeiten bieten sich unterwegs. Kleiner Wehrmutstropfen: durch die leichte Erreichbarkeit sind diese auch gut besucht. 

Mountainbike-tauglich: Durch einen breiten und nicht zu steilen Fahrweg bis unmittelbar unter den Gipfel ist der Unternberg auch prima für Mountainbiker geeignet.

Vamonos!

Wir starten am großen Parkplatz, an dem in Sommermonaten viel Betrieb herrscht. Am Nachmittag ist weniger los, darum ist eine Tour eher da zu empfehlen. Auf einen Asphaltweg gehen wir in Richtung Raffner-Alm, die wir nach 500 Metern erreichen. Durch den Biergarten hindurch und auf einer Sandstraße weiter können wir das erste Mal ins Tal und rüber zum Hochfelln blicken. Bald erreichen wir eine Weggabelung, an der wir den rechten, steiler nach oben führenden nehmen. 

Nach einer Dreiviertelstunde sind wir schon ziemlich hoch gekommen!

Nicht viel später kommen wir an ein Wegkreuz, an dem wir wiederum geradeaus gehen. Auf einer steileren Teerstraße schrauben wir uns nun recht zügig hoch. Bald gelangen wir wieder auf die Sandstraße und unterqueren die Seilbahn. Eine Dreiviertelstunde sind wir nun unterwegs und stellen anhand der bereits ziemlich tief liegenden Talstation fest, dass wir schon weit gekommen sind. Nicht viel später kommen wir an eine Weggabelung, die uns zwei Optionen bietet: entweder links auf der breiten Sandstraße unholprig, aber länger, oderrechts steiler, wegloser und baumfrei in Richtung Gipfelgrat. Auf der im Sommer als Almweide genutzten, blumenreichen Skipiste geht es nun zügig bergauf. In einer guten halben Stunde ist dieses steilste Stück der Tour überwunden und wir stehen auf dem sanften Gipfelgrat. 

Der Unternberg: Ein schöner Aussichtspunkt über Ruhpolding

Vom Traunreuter Ortsteil Frühling sieht man Unternberg(links) und Eisenkopf, die sich vor den noch schneebedeckten Loferer Steinbergen erheben. © Simon Schmalzgruber
Wir starten am großen Parkplatz an der Talstation der Unternbergbahn. © Simon Schmalzgruber
An der Sesselbahn entlang ist das erste Etappenziel schon ausgewiesen. © Simon Schmalzgruber
Noch ist es zu früh für eine leckere Mahlzeit auf der Raffner Alm... © Simon Schmalzgruber
...schließlich müssen wir noch einen Berg besteigen! Links geht's weiter... © Simon Schmalzgruber
...nun rechts... © Simon Schmalzgruber
...und nun geradeaus! © Simon Schmalzgruber
Etwas steiler geht's nun auf der Teerstraße hoch. © Simon Schmalzgruber
Bald erreichen wir aber wieder die Sandstraße... © Simon Schmalzgruber
...und unterqueren die Sesselbahn. © Simon Schmalzgruber
Der Blick nach unten verrät uns: Wir sind schon weit gekommen! © Simon Schmalzgruber
Diese Etappe noch meistern und schon wartet in der Einschartung der Gipfelgrat. © Simon Schmalzgruber
Verbunden sein funktioniert auch im Pflanzenreich! © Simon Schmalzgruber
Letzte Schneereste zeugen vom Winter... © Simon Schmalzgruber
...wie auch die Lawinenschutzverbauungen. © Simon Schmalzgruber
Der Weg teilt die Skipiste entzwei. © Simon Schmalzgruber
Das Schild würde den nächsten Streckenabschnitt kennzeichnen... © Simon Schmalzgruber
...doch wir verlassen die Sandstraße und lassen uns von den Blumen bezaubern. © Simon Schmalzgruber
Wir befinden uns bereits kurz unter dem 1.355 Meter hoch gelegenen Unternberg-Sattel. © Simon Schmalzgruber
Auf dem sanften und breiten Grat geht es Richtung Gipfel... © Simon Schmalzgruber
...an der Boider-Alm vorbei.. © Simon Schmalzgruber
...durch die "Stoamandln-Alley" hindurch... © Simon Schmalzgruber
...zur Unternberg-Alm kurz unterm Gipfel. © Simon Schmalzgruber
Und schon sind wir da! © Simon Schmalzgruber
Der Blick streift zum Chiemsee. © Simon Schmalzgruber
Ein sonderbares Gipfelkreuz. © Simon Schmalzgruber
Die Tiere lassen sich davon aber nicht beirren. © Simon Schmalzgruber
Gut vom Gipfel zu erkennen: Traunstein... © Simon Schmalzgruber
...Siegsdorf mit dem Hochberg... © Simon Schmalzgruber
...und Ruhpolding. © Simon Schmalzgruber
Außerdem zeigen sich Dachstein... © Simon Schmalzgruber
...und Hoher Göll. © Simon Schmalzgruber
Links die Leoganger, rechts die Loferer Steinberge. © Simon Schmalzgruber
Zu steil aufragenden benachbarten Hörndlwand hat man einen guten Blick... © Simon Schmalzgruber
...ebenso wie zum Hochfelln... © Simon Schmalzgruber
...und zum Sonntagshorn. © Simon Schmalzgruber
Gegenüber präsentiert sich das Dürrnbachhorn, rechts daneben Fellhorn und Wilder Kaiser. © Simon Schmalzgruber
Auch der Tachinger See ist zu erkennen. © Simon Schmalzgruber
Nun wenden wir uns dem Eisenberg zu. © Simon Schmalzgruber
Zuerst durch lichten... © Simon Schmalzgruber
...dann durch dichten Wald... © Simon Schmalzgruber
...erreichen wir letztlich den höchsten Punkt mit seinem kleinen Gipfelkreuz. © Simon Schmalzgruber
Durch die "Stoamandl-Alley" geht's zügig in Richtung Gipfel.

Bereits auf 1.355 Metern befindet sich der Unternbergsattel, den wir nach weiteren zehn Minuten erreichen. Zuerst entscheiden wir uns, links zu gehen und die letzten 70 Höhenmeter zum Gipfel zu überwinden. Zuerst an der Boider Alm vorbei, dann durch eine Allee von „Stoanamandln“ dauert es nicht lange, bis die aussichtsreiche Unternberg-Alm erreicht ist, die sich nahtlos an die Bergstation der Sesselbahn anschließt. Von hier aus sind es keine fünf Minuten mehr bis zum Gipfel. Dort erwarten uns neben einer durch die Bäume ziemlich eingeschränkten Aussicht zwei eher ungewöhnliche Sachen: einmal erinnert eine bebilderte Stele beispielsweise an Todesfälle in der Region, zum anderen „krönt“ die etwas höhere Stelle kurz vor dem „Gipfelkreuz“ ein Mobilfunkmast. Da hier mitunter ein Menschenauflauf geboten sein kann, marschieren wir nach kurzer Rast wieder auf dem Gipfelgrat zurück, bis wir wieder an die Skipiste gelangen. 

Von dort aus sehen wir die schmalen Steigspuren hinauf gen Eisenberg, den wir als höchsten Punkt des sanften Massivs noch mitnehmen wollen. Zuerst müssen wir noch ohne Weg auskommen, als wir über die Weide den Weg nach oben suchen, aber wenn der Wald wieder beginnt, ist er zumindest durch einen schmalen Trampelpfad erkennbar. Über liegende Bäume geht es steil, aber wenig schwierig nach oben. Auf dem letzten Stück wird das Gelände noch etwas schrofig, aber weiterhin unproblematisch. Nach einer guten halben Stunde haben wir den schmalen, ebenfalls wenig aussichtsreichen 1.488 Meter hohen Eisenberg erreicht. Immerhin haben wir eine etwas bessere Aussicht in den Westen, zum Beispiel zu Geigel- und Breitenstein. 

Dennoch bleibt zusammenfassend zu sagen, dass nicht die Gipfel an sich, sondern besonders die Passage auf dem Grat sehr aussichtsreich ist. Nicht nur die Nachbarn Sonntags- und Dürrnbachhorn und Hörndlwand zeigen sich hier von einer schönen Seite, bei guten Sichtverhältnissen ist ein Panorama bis zum Bayerischen Wald im Norden, beziehungsweise Dachstein, Kaisergebirge und Reichenspitzgruppe in den Hohen Tauern im Süden möglich. Abstieg wie Aufstieg.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

Quelle: rosenheim24.de



So schön ist die Tour vom Pattenberg auf den Bairerkopf

So schön ist die Tour vom Pattenberg auf den Bairerkopf

Kommentare