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Energiekrise

Vor der nächsten Heizperiode: was Ihr jetzt schon tun könnt

Eine Hand fasst an ein modernes Thermostat mit digitaler Anzeige an einer Heizung
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Moderne Thermostate an Heizkörpern sind echte Energiesparhelfer.

Die allgemeine Sorge vor der nächsten Heizperiode wächst. Vor allem Hausbesitzern macht die drohende Gasknappheit Angst. Wie Ihr die Zeit bis dahin nutzen könnt und wie sich mit etwas Feintuning Eurer Anlage die Heizkosten im nächsten Winter verringern lassen, lest Ihr hier.

Heizen spielt in den warmen Monaten eigentlich keine Rolle. Aber mit Blick auf den Winter sind besonders Besitzer von Gasheizungen in Sorge, denn wir stecken in einer Energiekrise. Ein Wechsel der Heizungsart noch vor dem Herbst ist schwierig und für Viele finanziell nicht möglich. Es gibt aber auch andere Schritte, die man als Heizungs-Besitzer unternehmen kann.

Heizung optimieren und Heizkosten sparen

Reinigung, Rohrdämmung und Co: Es gibt einige Tipps, wie Ihr Eure Heizungsanlage optimieren könnt und damit Energie und bares Geld spart.

Wartung und professionelle Reinigung

Der Heizkessel sollte frei von Schmutz sein, denn das beeinträchtigt die Verbrennungsprozesse – und das kostet Geld. Daher empfiehlt sich die regelmäßige Wartung und Reinigung - laut dem Portal Intelligent heizen der VdZ nach jeder Heizsaison

Eine Rußschicht von nur einem Millimeter erhöht den Energieverbrauch laut Experten schon um bis zu fünf Prozent. Die Kosten sind dabei abhängig vom Gerätetyp, dem Alter der Anlage und dem Umfang der Inspektionsleistungen. Die durchschnittlichen Wartungskosten liegen bei rund 160 Euro.

Hydraulischer Abgleich

Anzeichen, dass Eure Heizung einen hydraulischen Abgleich vertragen könnte, gibt es mehrere: Räume werden nicht richtig warm, manche Heizkörper im Haus bleiben bei gleicher Thermostateinstellung kühler als andere oder sie erwärmen sich später. Auch gluckernde Geräusche sind ein Anzeichen für Ineffizienz.

Ziel eines hydraulischen Abgleichs ist es dann, dass die optimale Wassermenge durch die Heizkörper läuft und damit die Heizkosten sinken - bei gleichzeitigem Komfortgewinn. Dafür ermitteln Sanitärfachleute für jeden Wohnraum die benötigte Wärmeleistung. „Bei vielen Heizungsanlagen ist das Heizwasser ungleichmäßig verteilt. Manche Heizkörper werden wärmer als notwendig, andere nicht warm genug“, erklärt Helmut Pertz, Energieberater der Verbraucherzentrale.

Beim hydraulischen Abgleich wird die Anlage durch Voreinstellung der Heizkörperventile so reguliert, dass nur die notwendigen Mengen Heizwasser in jeden Heizkörper gelangen. Sind noch keine voreinstellbaren Ventile vorhanden, ist ein Austausch notwendig.

Der Energieverbrauch bei der Erwärmung von Heizkörpern soll sich laut Energieberater durch einen hydraulischen Abgleich um bis zu 15 Prozent senken lassen.

Die Kosten sind davon abhängig, ob und welche Komponenten ausgetauscht werden müssen. Im Rahmen des Programms „Bundesförderung effiziente Gebäude“ kann für die Maßnahme unter www.bafa.de ein Zuschuss von 20 Prozent beantragt werden.

Den hydraulischen Abgleich sollte ein Fachbetrieb mit entsprechender Erfahrung durchführen. Problem: Das Handwerk ist derzeit stark ausgelastet, Termine sind nur schwer zu bekommen.

Kann ich auch etwas selbst machen?

Nicht für alle Wartungsarbeiten an Eurer Heizungsanlage braucht Ihr einen Fachmann. Es gibt einige Maßnahmen, die Ihr zur kommenden Heizperiode ganz einfach selbst umsetzen könnt.

Thermostat richtig einstellen

Mit jedem Grad weniger könnt Ihr ungefähr sechs Prozent Heizenergie einsparen. Thermostate an Heizkörpern sind also echte Energiesparhelfer.

Ein Thermostatventil lässt nur so viel heißes Wasser in einen Heizkörper fließen, wie Ihr für Eure Wunschtemperatur braucht. Meistens reichen Temperaturen zwischen 18 Grad im Schlafzimmer und 21 Grad im Wohnzimmer aus. In ungeheizten Räumen sollte die Temperatur nicht unter 16 Grad fallen, da sonst Feuchtigkeit an den Wänden und Schimmel drohen.

Wenn Ihr nicht zu Hause seid, wenn Ihr lüften wollt und in der Nacht solltet Ihr außerdem das Thermostat runter schalten. So stellt Ihr es richtig ein: Bei einem Standard-Thermostat entspricht Stufe 2 etwa 16 Grad, Stufe 3 etwa 20 Grad und Stufe 4 etwa 24 Grad.

Heizungsrohre dämmen

Offenliegende und nicht gedämmte Heizungsrohre und -ventile in unbeheizten Räumen wie im Keller geben Wärme ab. Deshalb sollten sie unbedingt isoliert werden, damit weniger Energie auf dem Weg zum Wohnraum verloren geht. 

Für die Rohrisolierung müsst Ihr keinen Fachbetrieb beauftragen. Alle Materialien bekommt Ihr günstig im Baumarkt - und die Heizungsrohre dämmen kann jeder selbst, zum Beispiel mit Hilfe von Dämmschalen. Laut der Verbraucherzentrale NRW lassen sich damit bis zu 200 Kilowattstunden Energie pro Meter Rohr einsparen, die Kosten liegen bei drei bis zehn Euro pro Meter für Dämmmaterial aus dem Baumarkt.

Übrigens: Die Dämmung der Heizungsrohre und Armaturen in unbeheizten Räumen ist laut dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) von 2020 sogar Pflicht.

Entlüften beim nächsten Heizbeginn

Wenn Ihr das nächste Mal Eure Heizkörper aufdreht, merkt Ihr gleich, ob eine Entlüftung nötig ist. Werden sie vor allem im oberen Bereich nicht richtig warm, befindet sich Luft in den Leitungen - und die muss raus. Auch Gluckergeräusche sind ein Anzeichen dafür.

Beim Entlüften dreht Ihr mit einem Vierkantschlüssel das Ventil an der Seite des Heizkörpers auf und lasst es so lange offen, bis nur noch Wasser nachkommt. Ihr solltet darauf achten, dass nur wenig Wasser austreten kann, denn sonst müsst Ihr gegebenenfalls welches an der Anlage nachfüllen.

Kann ich meine Gas-Heizung schnell austauschen?

Der Wechsel oder die Ergänzung - etwa um einen Pelletofen oder eine Solaranlage - der bestehenden Öl- und Gasheizung ist eine Maßnahme, die mittel- bis langfristig von explodierenden Kosten und Versorgungsängsten befreit, aber sie braucht genügend Vorlauf.

Bei den Ofenbauern liegen die Wartezeiten zum Teil bei einem Jahr, teils auch wegen Lieferproblemen. „Mit Ausbruch des Krieges ist die Nachfrage explodiert“, sagte ein Sprecher des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) Anfang Juli.

Die Umstellung auf einen anderen Energieträger oder die Ergänzung braucht außerdem eine ausreichende Planung. Beispiel Wärmepumpe: Ältere Gebäude müssen erst fit für eine Wärmepumpe gemacht werden. Je nach Zustand muss etwa die Dämmung von Dach, Fassade, Fenster oder Kellerdecke verbessert werden oder es müssen Flächenheizungen eingesetzt werden.

Gibt es andere Alternativen?

Stand-, Elektro- oder Direktheizungen sowie Radiatoren, Heizlüfter oder Konvektoren haben aktuell Konjunktur. Sie arbeiten mit Heizwiderständen, die warm werden, wenn Strom fließt.

In manchen alten Badezimmern findet sich auch nur diese elektrische Heizvariante - als fest montierter Heizstrahler oder als mobiles Gerät. Diese Elektro-Heizgeräte haben in der Regel allerdings einen sehr hohen Stromverbrauch.

as/dpa

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