Kommentar zu den Terroranschlägen des IS

Egal ob Pegida oder Antifa: "Ihr werdet uns nicht spalten"

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Wir alle gedenken den Opfern von Brüssel, Ankara, Istanbul und Paris. Doch wie kann dem Terror Einhalt geboten werden?

Brüssel - Paris, Ankara, Istanbul, Brüssel: Der IS hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Terror zu uns zu bringen. Ein Kommentar über Zusammenhalt, der nie dringlicher war.

Der Islamische Staat (IS) verbreitet Angst und Terror in der Welt: 27 Menschen verlieren bei einem Massaker durch den IS am 18. März in Tunis ihr Leben. Am 20. Juli 2015 sterben 34 Menschen im türkischen Suruc durch einen islamistischen Akt des Terrors- auch dieser Anschlag wird mit dem IS in Verbindung gebracht. Am 10. Oktober 2015 müssen 102 Menschen ihr Leben lassen - Islamisten verübten einenAnschlag in Ankara. Die türkische Regierung schreibt diesen Terror-Akt ebenfalls dem IS zu. Am Freitag, den 13. November 2015 verloren 130 Menschen bei einer beispiellosen Terror-Serie in Paris ihr Leben. Wieder rückt die Grausamkeit des IS in den Fokus. Am 12. Januar 2016 wird in Istanbul, vermutlich von dem IS, ein Anschlag verübt. 12 Menschen verlieren ihr Leben. Am Dienstag schockierten mehrere Explosionen in Brüssel, bei denen mindestens 34 Menschen ihr Leben verloren, der IS bekannte sich zu den Terroranschlägen. 

Diese Liste macht, obwohl sie nicht vollständig ist und die grausamen Terroristen noch weitere, schreckliche Anschläge verübten, unglaublich fassungslos und traurig. Und sie zeigt, was das Ziel des Islamischen Staates ist: Er will Angst verbreiten und den Westen zerstören.

Jürgen Todenhöfer zum IS und Pegida

Am Dienstagabend, wenige Stunden nach den Explosionen in Brüssel, berichtete Jürgen Todenhöfer in München aus seiner Zeit beim IS. 

Auch Jürgen Todenhöfer, Islam-Experte und Publizist, ist einmal mehr schockiert ob der Grausamkeit, mit der die Terroristen dieses Ziel erreichen wollen. Am Dienstagabend nahm er an der Veranstaltungsreihe "Politik der Woche" im Münchner Gasteig teil - einen besseren Tag, direkt nach den grausamen Anschlägen in Brüssel, hätte es für das politische Gespräch zwischen dem Islam-Experten und dem ehemaligen Münchner Oberbürgermeister, Christian Ude, nicht geben können. Zum Thema "Im Inneren des Islamischen Staates" berichtete der Publizist Todenhöfer dem Publikum von seiner Sicht auf den IS.

Er selbst hielt sich zehn Tage im Terror-Netzwerk des IS auf. Und für ihn ist klar: "Pegida spielt dem IS in die Karten."

Der IS-Terror spaltet unsere Nation

Der IS ist auf dem besten Weg, die Gesellschaft zu spalten. Organisationen wie Pegida oder Parteien wie die AfD gewinnen an Zustimmung in der Bevölkerung. Mit Slogans wie "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" vertieft die Alternative für Deutschland den bereits jetzt bestehenden Graben zwischen Islam-Gegnern und Islam-Befürwortern. Auf der anderen Seite stehen beispielsweise Gegendemonstranten der Antifa, die ihre Ansichten ebenfalls an den Bürger bringen wollen. 

Viele deutsche Einwohner sehen sich zwei Extremen ausgesetzt, für oder gegen Merkels Flüchtlingspolitik - eine Alternative in der Mitte scheint es für einige Bürger nicht mehr zu geben

Der Westen als größter Feind des IS

Social Media Beauftragte Bettina Pohl besuchte am Dienstag die Todenhöfer-Veranstaltung in München und ist sich sicher: "Nur gemeinsam können wir den Terror eindämmen"

Doch wer ist eigentlich dieser Westen, gegen den diese radikalen Islamisten vorgehen wollen? Sind das nur die Amerikaner, die deutschen Bürger oder die französischen Staatsangehörigen? Nein, es sind alle im Westen lebenden Menschen- unabhängig von ihrer Glaubenszugehörigkeit, ihrer Staatsbürgerschaft oder ihrer Hautfarbe. Der Islamische Staat macht nicht Halt vor in Deutschland lebenden Muslimen oder in der Türkei lebenden Christen. Er unterscheidet nicht zwischen einem Pegida-Anhänger und einem Antifa-Mitglied. Ihm geht es einzig darum, unsere Freiheit, unseren Frieden und unser Lebensgefühl zu zerstören.

Wie können wir uns dem IS entgegenstellen?

Genau deswegen müssen wir uns alle gemeinsam erheben: Egal welcher Partei man angehört und egal welcher Religion man sich zugehörig fühlt. Es ist an der Zeit, den Dialog zu suchen. Zu Menschen, die Angst haben und zu Menschen, die wütend sind. Zu Menschen, mit denen wir vielleicht unter anderen, friedlichen Bedingungen kein Gespräch beginnen würden. Wir müssen dem IS eine klare Botschaft schicken: "Wir halten zusammen und ihr werdet uns nicht spalten." Nicht nach Paris, Istanbul, Ankara oder Brüssel. Nicht nach den nächsten Wahlen. Wir halten als Nation und als Europa zusammen. Das aus Katholiken und Protestanten, aus Sunniten und Aleviten besteht. Wir sind stärker als der Terror.

Kommentar von Bettina Pohl (bettina.pohl@ovb24.de)

Quelle: rosenheim24.de

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