Kommentar zum Bayern-Aus in Champions League und Pokal

Welt- oder Mittelklasse: Bosse vor Grundsatzentscheidung!

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Uli Hoeneß (re.) und Karl-Heinz Rummenigge werden bald wichtige Entscheidungen treffen müssen.
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München - 2:3 gegen Borussia Dortmund, raus aus DFB-Pokal und Champions League, nur zwei von sieben Spielen im April gewonnen - der FC Bayern München steht mehr denn je am sportlichen Scheideweg! Ein Kommentar:

Im Jahr 2007 griffen die Bayern-Bosse erstmals tief in die Vereinskasse und holten für insgesamt 90 Millionen Euro Stars wie Franck Ribery, Luca Toni oder Miroslav Klose an die Isar. Zehn Jahre später könnte es erstmals noch mehr werden! Denn der Umbruch in der inzwischen überalterten Mannschaft muss dringend eingeleitet werden.

Xabi Alonso und Philipp Lahm hören im Sommer auf, Franck Ribéry und Arjen Robben befinden sich inzwischen im Spätherbst ihrer Karriere. Und auf all diesen Positionen - mit Ausnahme der von Lahm, die von Joshua Kimmich übernommen werden könnte - besteht akuter Handlungsbedarf. Ein adäquater Ersatz bzw. Back Up steht bislang nicht bereit. Bei Renato Sanches fehlt es noch weit. Douglas Costa ist im Vergleich zu seiner Anfangszeit im Bayern-Trikot ein Schatten seiner selbst. Und ob Kingsley Coman die internationalen Ansprüche des Klubs auf Dauer erfüllen kann, erscheint fraglich.

Mit Niklas Süle und Sebastian Rudy stehen zwar zwei Neuzugänge bereits fest. Aber mit den beiden allein wird Bayern im Kampf um den Champions League-Sieg nicht weit kommen. Deswegen fordern Experten zurecht, in anderen "Sphären" zu denken und im Sommer groß einzukaufen. Namen geistern viele durch die Gazetten. Die interessantesten dürften dabei Alexis Sanchez, James Rodriguez und Marco Verratti sein.

Sanchez, Rodriguez und Verratti

Sanchez spielt derzeit bei Arsenal und wird bereits seit längerer Zeit hartnäckig mit dem FCB in Verbindung gebracht. Vorteil des Chilenen: Er ist flexibel auf den offensiven Außenpositionen einsetzbar und könnte bei Bedarf auch in der Sturmspitze für Robert Lewandowski einspringen.

Rodriguez hingegen ist ein anderer Spielertyp. Der 25-jährige Kolumbianer fühlt sich eher im offensiven Mittelfeld heimisch. Rodriguez steht bei Real Madrid derzeit auf dem sportlichen Abstellgleis. Sein Ex-Trainer Carlo Ancelotti gilt aber als großer Fan von ihm.

Auch Verratti ist ein potenzieller Kandidat. Der Italiener könnte im defensiven Mittelfeld in die Fußstapfen von Xabi Alonso treten. Von der Spielanlage her sind sich die beiden Strategen ähnlich - mit dem entscheidenden Unterschied, dass Verratti erst 24 Jahre alt und damit elf Jahre jünger als der hochdekorierte Spanier ist. Fraglich ist jedoch, ob es gelingt ihn von Paris St. Germain loszueisen.

Bosse vor Grundsatzentscheidung

Für Martin Weidner, stellvertretender Redaktionsleiter, ist klar: Bayern muss tief in die Tasche greifen.

Die Bosse werden deswegen bald eine wichtige Grundsatzentscheidung treffen müssen: Bleibt Javi Martinez, der 2012 für 40 Millionen Euro aus Bilbao kam, der Rekordtransfer der Münchner? Oder wird heuer erstmals mehr für einen Spieler bezahlt? Denn die 40 Millionen von damals reichen heute nicht mehr für den Transfer eines Weltklasse-Spielers. Denn nur Weltklasse, und keine Mittelklasse wird die Bayern in naher Zukunft wieder in die Nähe eines internationalen Titels bringen...

Ein Kommentar von Martin Weidner (martin.weidner@ovb24.de)

Quelle: rosenheim24.de

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