Kommentar zur Starbulls-Hauptrunde 2016/17

An einem Strang ziehen, um den "Super Gau" zu verhindern!

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Mehr Schatten als Licht: Die Starbulls Rosenheim haben eine schwierige Hauptrunde 2016/17 hinter sich.
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Rosenheim - Die Hauptrunde der DEL2-Saison 2016/17 ist am Sonntag zu Ende gegangen. Die Starbulls haben diese auf einem mauen 12. Platz abgeschlossen und müssen erstmals seit dem Wiederaufstieg in die zweite Liga im Jahr 2010 in die Abstiegsrunde. Ein Kommentar:

Schon zu Saisonbeginn konnte man erahnen, dass es eine sehr holprige Spielzeit werden würde. Von den ersten sechs Spielen wurde nur eines gewonnen - und die Starbulls standen gleich im Tabellenkeller. 14 Punkte fehlten am Ende zum Erreichen der Pre-Playoffs - ein deutliches Indiz, dass in dieser Saison doch einiges nicht so gelaufen ist, wie man sich das an der Mangfall ursprünglich vorgestellt hatte. Doch es gibt Gründe dafür:

Viele verletzte Spieler

Zum einen waren oder sind da die vielen Verletzungen. Mit Micky Rohner, Simon Fischhaber, Dominik Daxlberger, Peter Lindlbauer oder Michi Baindl - um nur einige zu nennen - fielen oder fallen Leistungsträger monatelang aus. Derart "geballt" hatten Verletzungen die Grün-Weißen in den vergangenen Jahren nie erwischt.

Bei der Verpflichtung der Kontingentspieler ist es nicht optimal gelaufen, was eigentlich eine Grundvoraussetzung für einen Standort wie Rosenheim ist, um in der extrem ausgeglichenen Liga weiter vorne mitzumischen. Tyler Scofield hat eingeschlagen (ligaweit auf Platz sieben bei den Top Scorern), bei Tyler McNeely (Platz zehn) wusste man im Vorfeld, woran man ist. Verteidiger Cameron Burt hat sich nach schwachem Start deutlich gesteigert. Greg Gibson hat hingegen nicht "funktioniert". Der Kanadier musste vorzeitig gehen. Auch mit Ex-NHL-Star Krys Kolanos zogen die Starbulls mehr oder weniger eine "Try Out-Niete", ehe Joonas Valkonen nach wochenlanger Vakanz die Position endlich stabil besetzen konnte. Der Finne macht seither einen unauffälligen, aber sehr soliden Job in der Starbulls-Abwehr.

Zudem gab es unübersehbare Probleme im Überzahl-Spiel, die sich eigentlich durch die ganze Saison zogen. Mit 15,5 Prozent Erfolgsquote liegen die Starbulls in dieser Statistik auf dem viertletzten Platz. Mit Heilbronn (22,2 Prozent) oder Bad Nauheim (20,4 Prozent) sind andere Teams, die ebenfalls in die Playdowns müssen, beispielsweise deutlich besser. Das Spiel der Starbulls war in diesen Spielsituationen oft viel zu statisch und nur allzu selten war ein Spieler im "Slot" postiert, um auch mal ein "dreckiges" Tor durch Abfälschen oder Abstauben erzielen zu können.

Und dann ist da noch die finanzielle Frage. Der Etat in Rosenheim dürfte in den vergangenen Jahren in etwa konstant geblieben sein. Zudem fließt - im Gegensatz zu manch anderem Standort - ein gehöriger "Batzen" davon in die Nachwuchsarbeit. Doch mit viel Akribie und zum Teil neuen Stadien haben die Konkurrenten sukzessive aufgeholt und die Starbulls zum Teil sogar überholt. Nicht umsonst können gute Kontingentspieler wegen lukrativer Angebote anderer Klubs selten in Rosenheim weiterbeschäftigt werden.

Starbulls-Ergebnisse in der Abwärtsspirale

Die Saisonergebnisse der Starbulls befinden sich bereits seit geraumer Zeit mehr und mehr in einer Abwärtsspirale. Nach dem Semifinale und dem DEB-Pokalsieg in der Aufstiegssaison 2010/11 gab es anschließend eine Final- und zwei weitere Halbfinal-Teilnahmen der Starbulls. Vergangenes Jahr ging es über die Pre-Playoffs immerhin noch ins Viertelfinale, wo gegen Bremerhaven das schnelle "Aus" kam. Heuer müssen die Grün-Weißen nun erstmals in den Playdowns um den Klassenerhalt kämpfen!

Es gab jedoch auch Lichtblicke. Zum einen die geniale Trikotaktion, initiiert vom Fanbeauftragten Holger "Pan" Weißenbach", bei der die Fans unter dem Motto "Wir für euch und ihr für uns" als Trikotsponsor ihrer Mannschaft auftraten. Und auch die Unterstützung war vorbildlich. Sowohl beim 1:7 gegen Bietigheim als auch beim blamablen 0:7 am Sonntag gegen Dresden hörte man kaum ein böses Wort von den Rängen. Stattdessen gab es bis zur Schlusssirene lautstarke Anfeuerungsrufe.

Auch die DNL-Spieler haben sich ein Lob verdient. Egal ob Florian Krumpe, Valentin Hein oder Veit Wieczorek - die Jungs taten sich positiv hervor, als ihnen Trainer Franz Steer in schweren Wochen das Vertrauen schenkte. Dazu zählen muss man eigentlich auch Yannik Wenzel und Thomas Reichel, die zwar "fest" zum Kader der Profi-Mannschaft gehörten, aber eigentlich ebenfalls noch für die DNL-Truppe spielberechtigt wären.

"Basispapier 2020" mit Vier-Jahres-Plan

Spätestens ab Sommer soll dann alles besser werden - glaubt man zumindest dem siebenteiligen "Basispapier 2020", das die Starbulls-Verantwortlichen kurz vor Weihnachten 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt haben. In vier Jahren wolle man strukturell wie finanziell in der Lage sein, in der DEL zu spielen, heißt es darin unter anderem. Zwar ist der Verein aufgrund der drei Meisterschaften in den 80er-Jahren und dem Pokalsieg 2011 über jeden Zweifel des sportlichen Erfolges erhaben, aber ob bei diesem Papier Anspruch und Wirklichkeit nicht auseinander klaffen, muss man abwarten.

Zunächst müssen sich nun alle gemeinsam der Gegenwart stellen und an einem Strang ziehen, um den Klassenerhalt gegen Heilbronn möglichst rasch unter Dach und Fach zu bringen! Ein Abstieg wäre der "Super-Gau" und würde das Rosenheimer Profi-Eishockey weit zurückwerfen, wenn nicht gar dessen völliges "Aus" bedeuten!

Quelle: rosenheim24.de

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