Bayern 1 streicht die Volksmusik aus dem Programm

"Als Blasmusiker bin ich schon enttäuscht!"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
  • schließen

Bayern - Die Absetzung der Volksmusik auf Bayern 1 sorgt für viel Entrüstung. Viele wünschen sich ein Beibehalten der Tradition - zurecht! Ein Kommentar:

Laut Wikipedia wird Bayern traditionell als Heimat der Volksmusik und der Jodler angesehen. Das ist ein großer Teil unserer Kultur. Umso mehr schockt viele nun die Meldung, dass Bayern 1 die Volksmusik aus dem Programm nehmen will.

Auch bei mir hat das für Kopfschütteln gesorgt. Die Stunde Volksmusik zwischen 19 und 20 Uhr ist beispielsweise an Abenden, an denen ich mit dem Auto unterwegs bin, eine angenehme Alternative, um den Alltagsstress ein wenig auszublenden und ein bisschen bayrische Musik zu genießen.

Volksmusik gehört einfach dazu

Volontär Andreas Hundseder ist von der Absetzung der Volksmusik überhaupt nicht begeistert.

Und das ist nicht die Ansicht eines engstirnigen Tracht-Fanatikers. Mein Musikgeschmack ist breit gefächert, vom Rammstein - bis zum LaBrassBanda-Konzert war schon alles dabei. Und doch: Als Blasmusiker gehört für mich die Volksmusik einfach dazu. Daher bin ich schon enttäuscht, dass diese Plattform gestrichen werden soll.

Der Bayerische Rundfunk verweist auf "BR Heimat", das digitale Angebot. Natürlich kann man sich extra ein Digitalradio kaufen. Natürlich kann man das Online-Angebot nutzen. Aber das wollen einfach viele Menschen nicht. Für viele, mich eingeschlossen, gehört die Volksmusik einfach ins öffentlich-rechtliche Radio. Dafür zahle ich Rundfunkgebühren.

Vielfalt macht das Radio interessant

Dabei ist auch völlig klar, dass der BR - wie jeder andere Betrieb auch - auf wirtschaftlichen Erfolg fixiert ist. Aber gerade die Vielfalt macht doch das Radiohören interessant. Auch wenn die Quoten mit Popmusik höher sind: Geht es nur nach Zuhörerzahlen, haben wir in ein paar Jahren Radiosender, die nur noch am Namen zu unterscheiden sind. Diese Entwicklung muss ich nicht haben.

Volontär Andreas Hundseder als Musiker auf dem Oktoberfest.

Oder, wie ein Musikerkollege, mit dem ich zusammen auf dem Münchner Oktoberfest musiziere, gesagt hat: "Soll dann als nächstes das 'Betthupferl' und der Sonntagsgottesdienst gestrichen werden?"

Es gibt bereits eine Online-Petition

Mit meinem Unverständnis stehe ich dabei nicht allein im Feld. Verschiedene Medien haben bereits Leser zu Wort kommen lassen. Häufiger Tenor: "Die Volksmusik zu streichen ist der falsche Weg". Und genau das ist der Fall. Mittlerweile gibt es sogar schon eine Online-Petition gegen die Absetzung der täglichen Volksmusik auf Bayern 1.

Die Volksmusik sorgt für Lebensqualität. Und mit Volksmusik meine ich gute, handgemachte und vor allem bodenständige Volksmusik und nicht den aufgesetzten Musikantenstadl- und Stadlshow-Käse.

Und diese Volksmusik soll für jeden zugänglich sein. Für jeden Bayern und für jeden Gast in Bayern. Denn - so abgedroschen der Spruch mittlerweile sein mag - lautet der Slogan des Bayerischen Rundfunks nicht: "Do bin i dahoam"? Und zur bayerischen Heimat gehört traditionell Volksmusik.

Kommentar von Andreas Hundseder (andreas.hundseder@ovb24.de)

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: reingeklickt

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare