Fitness-Tipp: wild und natürlich

Wildnis auf dem Teller – gesunde und regionale Produkte aus der Natur!

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Landkreis Rosenheim - Heutzutage legen wir Wert auf frische, saisonale, regionale und möglichst unverarbeitete Lebensmittel. Wer kann, holt sich diese am besten vom Bauern um die Ecke, auf dem Markt, aus dem Bioladen oder vom gut sortierten Supermarkt. Bislang relativ unbeachtet ist dagegen, was uns die Natur bietet: feinste Wildgemüse direkt vor unserer Haustür!

Wildgemüse wächst wild und frei in der Natur. Die Natur bietet uns Menschen so viel. In den letzten Jahren beweisen unzählige wissenschaftliche Untersuchungen, welche Nachteile die größer werdende Naturentfremdung uns bringt und im Gegensatz dazu, wie gut Naturnähe uns allen doch tut. In Japan ist das „Wald baden“ beispielsweise schon seit den 90er Jahren eine anerkannte Therapie- Form.

Mit Wildgemüse regional leben

Mehr Informationen rund um das Thema Wildpflanzen finden Sie hier: original-bootcamp.com

Unsere modernen Kulturgemüse wurden über viele Jahrhunderte (Getreide, gar über Jahrtausende) gezüchtet. Die Ursprungsformen sind allerdings immer Wildpflanzen, die die Natur ganz alleine, ohne menschliches Beitun entwickelt hat. In den letzten Jahrhunderten haben wir mit Hilfe von Züchtungsverfahren diesen Pflanzen Vorteile hinzugefügt und Nachteile weggezüchtet. Besonders in den letzten Jahrzehnten war das Ziel der Züchtungen ein besonders schnelles Wachstum, eine möglichst schöne und voluminöse Endgröße, sowie Widerstand gegen Schädlinge und Krankheiten. 

Leider bleiben dabei oft viele Nährstoffe auf der Strecke. Aber Wildpflanzen wachsen in der Natur, in unseren Wäldern und auf unseren Wiesen noch annähernd so wie seit tausenden von Jahren. Allerdings sind auch sie vor den Einflüssen der Zivilisation nicht gefeit (Düngung, Wasserqualität, saurer Regen etc.). Aber die wertvollen Nährstoffe sind in ihnen noch deutlich stärker vorhanden als bei den modernen Gemüse-Kulturzüchtungen.

Nährstoffvergleich von Wildpflanzen und Kulturgemüse

Leider gibt es aktuell wenig verlässliche Daten zu den Nährstoffen unserer Lebensmittel und der Wildgemüse. Es wird wenig geforscht, vor allem im Bereich Wildpflanzen – es besteht dort kein Interesse der Industrie. Aber eine relativ gute Quelle für Gemüse jeder Art ist der Bundeslebensmittelschlüssel. Allerdings liegt auch hier nicht vor, wie die Daten erhoben werden. Es ist davon auszugehen, dass die Inhaltsstoffe der Pflanzen nicht immer gleich sind. Es gibt immer Abweichungen, abhängig von den Faktoren Bodenbeschaffenheit , Standort, Klima und von Einflüssen wie Nähe zu Düngung etc.. Im Bundeslebensmittelschlüssel befinden sich aber auch einige wenige Wildpflanzen. Die wenigen Daten zeigen Erstaunliches über unsere wild wachsenden Pflanzen:

Allein die Zahlen dieser Pflanzen sind sehr beeindruckend. 

Zum Beispiel:

  • Die Brennnessel besitzt zehnmal so viel Vitamin C wie die Süßkartoffel.
    • Der Löwenzahn enthält knapp zehnmal so viel Eisen wie die Möhre. Daher bietet es sich an, die wild wachsenden Pflanzen zur Ergänzung in unserer gesunden Ernährung zu nutzen. Denn wir tun damit nicht nur unserem Körper etwas Gutes - auch der Planet freut sich darüber: Wir verbrauchen weniger knappe Rohstoffe und Energie, die bei jeder Art von unter Menschenhand produziertem Gemüse verbraucht wird. Und letztendlich haben wir ja auch selbst Freude an der Zeit in der Natur und den selbst hergestellten Lebensmitteln.

Leckere Wildpflanzen-Rezepte (die Mengen beziehen sich auf eine Portion)

Brennnessel-Spinat 

Die Brennnessel kennt eigentlich jeder und sie wächst fast überall. Aber die wenigsten von uns wissen: Sie ist unser heimisches Superfood, eine Pflanze mit unschlagbar hohen Nährstoffen (siehe Tabelle). Hier ernten wir am liebsten den oberen, frischen Pflanzenteil.

Zutaten:

  • 3 große Handvoll Brennnessel-Blätter 
  • ½ Zwiebel 
  • Olivenöl
  • Meersalz/Pfeffer/Muskatnuss als Gewürze 
  • 1 Bio-Ei

Zubereitung: 

Blätter von den Stielen zupfen, waschen und wer mag auch grob hacken. Unser Tipp: mit der Teigrolle 2-3mal drüber rollen, dann ist der Großteil der Brennhaare abgebrochen. Sie können die Brennnessel anfassen ohne sich zu verbrennen. Zwiebel klein hacken und in heißem Olivenöl glasig anbraten. Brennnessel hinzufügen und 5-8 Minuten weich dünsten. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Dazu passt ein Spiegelei.

Giersch-Salat

Für die meisten Gartenbesitzer ist er nur ein lästiges Unkraut. Deshalb sollten Sie ihn am besten einfach wegessen statt sich drüber zu ärgern. Mit seinem nussigen Möhrenaroma ist er viel zu schade, um ihn nicht in der Küche zu verarbeiten. Und das ganze Jahr über wachsen frische, hellgrüne Blätter nach.

Zutaten:

  • 2 Handvoll kleine, hellgrüne Giersch-Blätter (je jünger desto leckerer) 
  • 4 Radieschen 
  • 10 Walnüsse (ggf. etwas Feta-Käse) 
  • Essig, Öl, Salz, Pfeffer, Honig, Senf für Dressing

Zubereitung:

Die Giersch-Blätter waschen und grob hacken oder zerrupfen. Walnüsse und Radieschen (und ggf. den Feta) ebenfalls grob hacken. Zutaten mischen und mit dem Salat-Dressing übergießen.

Taubnessel-Smoothie

Die Taubnessel ist eine clevere Pflanze: Mit ihren, der Brennnessel täuschend ähnlichen Blättern ist sie vor Fraßfeinden pefekt geschützt. Auch hier pflücken Sie den oberen Pflanzenteil, die Triebspitzen ggf. mit ein paar Blüten dran.

Zutaten:

  • 1 Handvoll Taubnessel-Triebspitzen 
  • 1 Apfel oder Banane
  • 0,2 Liter Soja- oder Hafermilch

Zubereitung:

Taubnessel-Triebspitzen sollten Sie zuerst gut waschen und im Anschluss nicht zu stark auswringen, etwas Wasser darf mit in den

Smoothie. Zusammen mit dem Apfel bzw. der Banane und der Soja- oder Hafermilch ab in den Mixer. Auf hoher Stufe mixen, damit das Chlorophyll in den Taubnessel-Blättern auch ordentlich aufplatzt.

Gundermann-Schokoblättchen

Der Gundermann war viele Jahrhunderte eine unserer wichtigsten Heil- und Gewürzpflanzen in unserer Gegend. Heute ist er leider etwas in Vergessenheit geraten. Die rankende Bodenpflanze wächst heute in jedem Wald und hat starke ätherische Öle. Pur genossen scheiden sich an ihm die Geister, aber erhitzt und vor allem in Verbindung mit Fetten wandelt er seinen Geschmack ganz großartig!

Zutaten:

  • 30 Gundermannblätter 
  • 30 Gramm Zartbitter-Schokolade 
  • 1 Teelöffel Kokosöl

Zubereitung: 

Zartbitter-Schokolade mit dem Kokosöl im Wasserbad schmelzen lassen. Die Gundermannblättchen einzeln eintunken, herausfischen und zum Trocknen auf einen Teller legen. Den Teller dann für gut eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Regionale Sammeltipps – die 6 „W’s“

Aber jetzt: Genug der Theorie, jetzt wird rausgegangen und geerntet! Für alle, die noch nie Wildgemüse geerntet haben, hier ein paar brauchbare Tipps dazu: 

1.) WIE sammeln Sie Wildgemüse? 

Wildpflanzen in der Natur zu sammeln ist mit dem Einkaufen im Supermarkt nicht zu vergleichen. Dort können Sie alles nehmen, was Ihnen angeboten wird – manchmal auch vielleicht etwas gedankenlos. In der Natur läuft das anders: Sie können den Spaziergang ins Grüne, in den Wald oder in den Park anders nutzen. Genießen Sie die kurze Auszeit an der frischen Luft. Lassen Sie mal die nachweislich gesunden Wirkstoffe der Bäume, Wiesen und der frischen Luft auf Ihr Immunsystem wirken. Und wenn Sie schon einmal draußen sind, passt es ganz gut, dass Wildpflanzen Sammeln etwas Zeit und vor allem Achtsamkeit braucht. Denn Sie müssen sich die Pflanzen genau anschauen und vielleicht auch in die Hocke gehen, um sie zu erkennen. Das bedeutet automatisch Bewegung und gleichzeitig wertvolle Entschleunigung. Sie fokussieren Ihre Aufmerksamkeit in diesen Minuten ganz auf die Pflanzen – ohne Ablenkung und Multitasking. So ein langsamer Spaziergang kann fast wie eine meditative Einheit für Kopf und Körper sein.

2.) WO finden Sie das Wildgemüse? 

Viele gehaltvolle Wildgemüse wachsen überraschenderweise dort, wo die Diversität in der Natur am größten ist: In kleinteiligen Flächen, Randzonen und Übergangsgebieten – mal auf der Wiese, mal im Wald. Glücklicherweise haben wir in Deutschland inzwischen sehr viele Naturschutzgebiete – hier dürfen die Wege nicht verlassen werden. Das muss auch gar nicht sein, denn viele Kräuter wachsen am Wegesrand. Aber vermeiden Sie, auf gedüngten Wiesen, an Wildwechseln oder an Hundewegen zu sammeln! 

3.) WAS können Sie sammeln? 

Generell gilt: Immer nur das sammeln, was Sie auch kennen. Es gibt tatsächlich einige giftige und viele unbekömmliche Pflanzen bei uns. Besuchen Sie deshalb am besten einfach mal eine Wildpflanzenwanderung, besorgen Sie sich einen Kräuterführer, machen Sie sich im Internet schlau - Sie müssen nicht direkt alle heimischen Wildpflanzen erkennen können. Lernen Sie Ihre fünf Lieblings-Pflanzen kennen, die Sie dann überall erkennen können

4.) WANN ist die beste Zeit? 

Der Saisonkalender! Wildpflanzen sind keine auf Haltbarkeit gezüchteten Gemüsesorten. Sammeln Sie zeitnah, wenn Sie sie brauchen und verarbeiten wollen. Die meisten Pflanzen verlieren recht schnell die wertvollen Inhaltstoffe. Der „Supermarkt“ Natur hat das ganze Jahr über für Sie geöffnet. Im Frühjahr und im Sommer gibt’s jedoch die meisten leckeren Dinge zu finden. 

5.) WIEVIEL sollten Sie sammeln? 

Sämtliche Pflanzen, die nicht besonders geschützt sind, dürfen wir in Deutschland für den Eigengebrauch sammeln. Da Vorratshaltung bei Wildgemüse in unverarbeiteter Form nicht funktioniert, nehmen Sie nur die Menge, die Sie an diesem Tag wirklich benötigen. Am besten von verschiedenen Pflanzen jeweils nur ein bisschen, damit die Pflanze auch noch weiterwachsen kann. Beachten Sie beim Sammeln bitte eins: Die wilden Pflanzen haben alle recht viele Gerbstoffe, die unsere Verdauung durch unsere modernen Lebensmittel nicht mehr gewohnt sind. Stellen Sie Ihre Ernährung also langsam darauf um, probieren Sie hier und da mal Wildpflanzen als Ergänzung und hören Sie auf Ihren Körper, welche Menge er gut verdauen kann. 

6.) WASCHEN ist Pflicht! 

Auch wenn im Verhältnis zu dem konventionell angebauten Gemüse (oft voller Pestizide und Insektizide) die Wildgemüse verhältnismäßig sauber sind: Alle Pflanzen sollten Sie vor Verarbeitung unbedingt mit klarem Wasser kurz abwaschen. Für die Dekoration von Speisen mitgenommene Blüten brauchen Sie nicht zu waschen, die schrumpfen dadurch zu sehr zusammen.

Frisch, regional und direkt aus der Natur

WILDGEMÜSE-BÜCHERTIPPS 

Über essbare Wildpflanzen gibt es bereits eine ganze Menge Literatur. Wildpflanzen-Bücher zeigen Ihnen, was Sie wann und wie essen können und von welchen Pflanzen Sie besser die Finger lassen sollten. Bücher für Wildpflanzen-Einsteiger: 

• Bräutigam, Gabriele Leonie: Wilde Grüne Smoothies, Hans-Nietsch- Verlag 2013 

• Fleischhauer, Steffen Guido / Guthmann, Jürgen / Spiegelberger, Roland: Essbare Wildpflanzen – einfach bestimmen, AT-Verlag 2016  

• Greiner, Karin: Superfood, Heimische Wildpflanzen, Ulmer Verlag 2016 

Oder Sie informieren sich online nach geführten Wildkräuterwanderungen in der Region. Gemeinsam in der Gruppe entdecken Sie die Natur und das frische Nahrungsspektrum, das sie Ihnen bietet. 

Nicht nur draußen Sammeln, sondern auch gesammelt draußen Sporteln? Melden Sie sich jetzt zu Ihrem Probetraining an und erleben den Team Spirit von Original Bootcamp! Kurse im gibt’s mittlerweile im Landkreis in Rosenheim, Wasserburg und Brannenburg!

Original Bootcamp

Quelle: rosenheim24.de

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