Reiserecht

Darf ich mein Ticket für Bus und Bahn verschenken - oder droht ein Bußgeld?

Haben Sie sich schon mal eine Fahrkarte für Bus oder Bahn gekauft, diese dann nur kurz genutzt, so dass sie noch verwendbar wäre? Die könnte ja noch jemand nutzen - oder etwa nicht?

Ähnliches dachte sich ein junger Mann aus Düsseldorf - der nun möglicherweise sogar mit einem Bußgeld rechnen muss. Aber der Reihe nach.

30-Jähriger hinterlegt gebrauchte Fahrkarte für andere Fahrgäste

Der Düsseldorfer Kevin K. hinterlegt seit Jahren Tickets, die er gekauft hat und die noch gültig sind, gut sichtbar an Fahrkartenautomaten. Andere Reisende und Pendler können diese so noch nutzen.

Jetzt hat er selbst mal so ein "Second-Hand-Ticket" gefunden und postet dazu sogar ein Bild in die Gruppe NETT-WERK Düsseldorf auf Facebook - was eine große Diskussion auslöste. Viele feierten den jungen Mann als eine Art Robin Hood, andere wiederum beschwerten sich über die Dreistigkeit, denn so entstehe der Stadt ein finanzieller Schaden. Unzählige Kommentare sind unter dem Post von Kevin K. zu finden, über den er schrieb: "Seit Jahren schon klemme ich meine noch gültigen Einzelfahrten in den Automaten, wenn ich aussteige. Gestern gab es das erste mal eins zurück."

Lesen Sie hier: Verspätung mit der Bahn: So kommen Sie an Ihre Entschädigung.

Gebrauchte Fahrkarte verschenken - nette Geste oder strafbar?

So nett die Geste zu sein scheint, gibt es an der Sache tatsächlich den einen oder anderen rechtlichen Haken. "Einzelfahrkarten sind nicht übertragbar", stellt Rheinbahnsprecher Georg Schumacher gegenüber dem Portal RP Online klar. Demnach habe sich Kevin K. also strafbar gemacht. Aber ist das wirklich der Fall?

Rechtliche Konsequenzen habe die Weitergabe laut dem Portal Chip.de nämlich nur dann, wenn der Fahrkartenkontrolleur mitbekomme, dass die Fahrkarte von einem zum anderen Fahrgast weitergegeben werde. Zudem sei es nicht strafbar, das Ticket an einem Ort weiterzugeben, an dem eine Anzeige wegen Schwarzfahrens nicht möglich ist, also außerhalb des Bahnsteigs.

Ob es jedoch moralisch vertretbar ist, sein Ticket weiterzugeben, das sei dahingestellt. Denn dass dem jeweiligen Unternehmen dadurch ein finanzieller Schaden entsteht, das steht wohl außer Frage.

Auch interessant: Deutsche Bahn: Warum lassen sich im Zug manche Fenster nicht öffnen? Und: Zugfahren mit Hund: Worauf muss ich achten?

sca

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Rubriklistenbild: © Facebook /‎ Kevin Kribben‎ an NETT-WERK Düsseldorf

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