Sanierungsarbeiten in Pfarrkirche Heilig Blut laufen auf Hochtouren

Kirche nicht von Gewitter verschont

Der von Wasserschäden besonders betroffene Teil: Die Holzlatten waren marode und mussten ausgetauscht werden.
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Der von Wasserschäden besonders betroffene Teil: Die Holzlatten waren marode und mussten ausgetauscht werden.

Rosenheim - Was ist los in der Pfarrkirche Heilig Blut? Das denken sich zurzeit viele Gläubige, wenn sie dort vor versperrten Türen stehen.

Seit im Juni der Gewittersturm über die Stadt fegte, ist der Zutritt zu dem Gebäude aus Sicherheitsgründen verboten. Von außen lassen sich fast keine Schäden erkennen. Wer aber einen Blick ins Innere erhascht, staunt angesichts der enormen Sanierungstätigkeit.


Manchmal schaffen es Neugierige, den ersten Innenraum der Kirche zu betreten. Da ist dann aber für die Meisten Schluss: Eine dicke Plastikplane verhüllt den Blick auf mehr. Allerdings weist ein "Sichtloch" darauf hin, dass es einigen Besuchern letztendlich doch gelungen ist, sich einen Überblick über das zu verschaffen, was sich derzeit in dem Bauwerk abspielt.

Der gesamte Innenraum ist eingerüstet. Fotos: schlecker

Der gesamte Innenraum ist eingerüstet. Die Wände, Gemälde, Sitzbänke und der Altar werden durch Planen von Schmutz und Staub abgeschirmt, sogar die Orgel wurde abgebaut.

Tatsächlich begrenzt sich das Problem aber "nur" auf die Decke. Bei dem Unwetter am 22. Juni wurden Teile des Daches abgedeckt, Hagel und Regen drangen ein. Als Sofortmaßnahme wurde das Dach noch nachts repariert.

Doch damit war es noch lange nicht getan, wie sich schnell herausstellte. Das eingedrungene Wasser schädigte Stuck und Deckenteile stellenweise sehr und sorgte mit seinem Gewicht sogar für Einsturzgefahr. Darum wurde der Zutritt zur Kirche sofort gesperrt. Seit dieser Zeit finden alle Gottesdienste der Pfarrei Heilig Blut in Sankt Martin in Happing statt.

Die Sanierungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Die Planung dafür hat das Kolbermoorer Ingenieurbüro Franz Bartl übernommen. Pfarrer Daniel Reichel und Kirchenpfleger Günter Wiesholler schauen regelmäßig vorbei, um sich über den aktuellen Stand zu informieren. Wenn alles planmäßig verläuft, soll am dritten Adventssonntag zum ersten Mal wieder ein Gottesdienst in Heilig Blut stattfinden.

Ob dieser Termin eingehalten werden kann, hängt auch von der Witterung ab. Große Teile der Decke werden in den kommenden Tagen neu verputzt. Um sie danach streichen zu können, muss die Masse ausgetrocknet sein und dafür wäre feucht-nasses Wetter nicht förderlich. Wiesholler und Reichel hoffen darum auf weiterhin schönes Oktoberwetter.

Bei der ausgiebigen Untersuchung der Decke fielen auch Schäden auf, die wohl schon seit vielen Jahren bestanden haben, aber bisher noch nie aufgefallen sind. "Viele Holzlatten unter dem Putz waren völlig marode. Anscheinend ist an diesen Stellen in der Vergangenheit schön öfter einmal Wasser eingedrungen", vermutet der Kirchenpfleger.

Saniert werde zudem nun auch das große Deckengemälde, das den auferstandenen Jesus darstellt. Gemalt wurde es im Jahr 1948. Auch darauf sind deutliche Wasserflecken zu sehen, die nun vorsichtig von Experten entfernt werden.

Mit den Sofortmaßnahmen und den derzeit laufenden Arbeiten belaufen sich die Kosten voraussichtlich auf 250000 Euro. Getragen werden diese wohl von der Sturm- und Hagelversicherung. Selbst aufkommen muss die Pfarrei jedoch für Folgemaßnahmen, die in Zukunft dem Dach eine größere Stabilität verleihen sollen. Diese Arbeiten werden aber laut Pfarrer Reichel erst im Frühjahr in Angriff genommen.

Die maroden Holzlatten werden demnächst in der Kirche Sankt Martin in Happing ausgestellt, damit sich auch diejenigen, die derzeit keinen Zugang zu Heilig Blut haben, vorstellen können, was hinter den Planen passiert.

Oberbayerisches Volksblatt

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