"Technik-Rallye" in Westerndorf St. Peter

Technik-Rallye: Sozialpädagogin Corinna Reiner (rechts) ist eine der Projektbetreuer. Sie machte den Kindern Mut, sich an Werkzeug zu wagen.
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Technik-Rallye: Sozialpädagogin Corinna Reiner (rechts) ist eine der Projektbetreuer. Sie machte den Kindern Mut, sich an Werkzeug zu wagen.

Rosenheim - Mit Spiel und Spaß das Interesse an technischen Berufen zu wecken, ist Ziel einer bayernweiten Aktion des Bildungswerkes der Bayerischen Wirtschaft.

Jetzt machte die „Technik-Rallye“ Station in der Volksschule Westerndorf St. Peter. 65 Kinder der sechsten und siebten Klasse lernten sägen, schleifen und löten.


Die „Technik-Rallye“ ist eines von vielen Projekten der Bildungsinitiative „Technik – Zukunft inBayern“, welche die bayerischen Metall- und Arbeitgeberverbände als Hauptsponsoren unterstützen. Seit 2003 werden die bayerischen Schulen besucht. Zur Schule Westerndorf St. Peter ist die „Technik-Rallye“ nun schon zum zweiten Mal durch die Initiative von Stefan Mayr gekommen.

Der Westerndorfer Lehrer ist für den Landkreis Rosenheim als „Schule-Wirtschaft-Experte“ zuständig. Solche gibt es mittlerweile in allen Landkreisen Bayerns, um die Vernetzung von Haupt- und Mittelschulen und der Wirtschaft weiter auszubauen.


Mayr ist von der „Technik-Rallye“ begeistert: „Das ist eine gute Sache. Berührungsängste vor Werkzeugen werden genommen, und die Schüler entdecken, dass es viel mehr interessante Berufe gibt als sie sich dachten. “Teilnehmen dürfen an dem Projekt alle Schüler. Wichtig ist den Initiatoren aber gerade das weibliche Geschlecht. „Die Mädchen sollen sehen, dass technische Berufe sehrwohl auch für sie geeignet sind“, erklärt Mayr. In Westerndorf St. Peter waren die Mädchen mit ebenso großer Begeisterung bei der Sache wie ihre männlichen Mitschüler.

Allerdings begutachteten einige der Schülerinnen die Werkzeuge zuerst noch mit einiger Skepsis. „Ich hatte noch nie eine Säge in der Hand“, gab die zwölfjährige Jenny zu. Trotzdem traute sie sich dann, mit diesem Werkzeug einen kleinen Delphin aus einer Sperrholzplatte auszusägen. Stolz begutachtete sie schließlich ihr Werk: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das so gut kann.“

Projektbetreuer Michael Stoß wunderte das überhaupt nicht. Mit rund 2000 Schülern hat es der gelernte Werkzeugmacher im Rahmen der „Technik-Rallye“ jedes Jahr zu tun. Sein Fazit: „Die Mädchen stellen sich keines falls dümmer an als die Buben. Eher könnte ich das Gegenteil behaupten. Die Schülerinnen haben meist enormen Ehrgeiz und gutes Fingerspitzengefühl.“ Zwei Schulstunden lang versuchten sich die Buben und Mädchen an Lötkolben, Akkuschrauber und Nietenzange. Die einzelnen Stationen der „Technik-Rallye“ waren durchaus anspruchsvoll: So mussten beispielsweise die Drähte eines Fahrraddynamos richtig zusammengeschlossen werden.

„Ich habe keine Ahnung, wie das funktioniert“, meinte der elfjährige Joshua. Aber der Bub gab nicht auf und tüftelte so lange herum, bis es endlich klappte. Dann strahlte er mit der Lampe zusammen über das ganze Gesicht. Einen Berufswunsch hat er bis jetzt noch nicht. Doch nach der „Technik-Rallye“ könnte er sich zumindest vorstellen, einmal einen technischen Beruf zu ergreifen.

Oberbayerisches Volksblatt

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