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Stadt Rosenheim verärgert

Streit um die Westtangente: Große Angst vor Stau-Chaos beim Umbau

Die Kosten für den Umbaul soll die Stadt tragen.
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Die Kosten für den Umbau soll die Stadt tragen.

Bis Mitte 2025 sollen die Arbeiten an der Westtangente abgeschlossen sein. Das staatliche Bauamt fürchtet bei der derzeitigen Verkehrsführung jedoch einen Rückstau auf die neue Strecke, wenn zu viele Autos in Rosenheim abfahren. Nun soll die Stadt ran, doch die ist wenig begeistert.

Rosenheim – Die Begeisterung unter den Mitgliedern des Rosenheimer Verkehrsausschusses hielt sich in Grenzen, als Karl Kergl vom Staatlichen Bauamt Rosenheim jüngst über die weiteren Schritte beim Bau der Westtangente informierte. Denn im Ergebnis teilte ihnen der Projektleiter mit: Dort, wo derzeit noch der Schwaiger Kreisel den Verkehr auf zwei Spuren aus Rosenheim raus und hineinführt, soll nach Möglichkeit künftig eine Ampelkreuzung stehen. Bezahlen soll das die Stadt Rosenheim.

Verkehr aktiv steuern können

Denn: Mit dem weiteren Ausbau der Westtangente in Richtung Norden fürchten die Planer, dass sich der Verkehr bis auf die neue Strecke zurückstauen könnte. Der Charme der Ampel-Lösung aus Sicht des Staatlichen Bauamtes: Der Verkehrsfluss ließe sich durch die Ampeln im Gegensatz zum Kreisel aktiv steuern.

Die bestehende Staatsstraße 2078 vor dem Schwaiger Kreisel sei schon heute bereits massiv durch den Verkehr belastet. „Es gibt in diesem Streckenzug mehrere, nicht koordinierbare Knotenpunkte“, sagte Projektleiter Kergl. Darunter auch besagter Kreisverkehr, der bereits an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gekommen sei.

Ergeben habe dies, eine Verkehrsuntersuchung, die Kergl an diesem Abend vorstellte. „Mit dem Ausbau der Westtangente kommt eine weitere Verknüpfung dazu. Die Verkehrsmengen werden zwar nicht mehr, aber es wird sich eine Verlagerung einstellen, und wir müssen von unserer Seite auf diesen weiteren Knotenpunkt mit zwei weiteren Kreuzungen im Detail betrachten und leistungsfähig ausbilden“, umschrieb der Projektleiter das Problem seiner Behörde.

Dazu gehört unter anderem der Ausbau der zweispurigen Staatsstraße 2078, die inzwischen ebenso an die „Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit angelangt ist“, wie Kergl referierte.

Verbreiterung der Staatsstraße 2078

Der Wegfall des Kreisels zugunsten einer Ampelkreuzung ist eine von drei verschiedenen Ausbauvarianten für den Rosenheimer Teil der Strecke, die Kergl an diesem Abend vorstellte. Eine dieser Optionen spielt auch das Szenario durch, dass sich die Stadträte nicht überzeugen lassen, den Kreisel auf Kosten der Stadt zu einer Ampelkreuzung umzubauen, genannt „Variante null“. Für diesen Fall schwebt dem Staatlichen Bauamt zumindest eine Erweiterung der Staatsstraße 2078 von zwei auf vier Spuren bis auf Höhe der Geigelsteinerstraße vor.

Könnte sich Rosenheim doch zu einem Umbau durchringen, sieht eine weitere Variante den Ausbau der Staatsstraße bis kurz vor den Schwaiger Kreisel vor, auf vier statt zwei Spuren vor, wie Kergl erläuterte. Die dritte Option schließlich wäre der weitere Ausbau der Äußeren Münchener Straße auf ebenfalls vier Spuren.

Verärgerung im Stadtrat

Dass die Mitglieder des Verkehrsausschusses zu ihrer jüngsten Sitzung fraktionsübergreifend eher verschnupft auf die Aussicht reagierten, den Schwaiger Kreisel zugunsten einer Ampelkreuzung aufzugeben, kommt nicht von ungefähr. Denn schon den heutigen Kreisverkehr habe das Staatliche Bauamt Rosenheim der Stadt damals angepriesen, um den Verkehrsfluss von Rosenheim nach Kolbermoor am Laufen zu halten. Auch damals trug Rosenheim als Baulastträgerin die Kosten für den Kreisel.

Die neuerliche Verkehrsprognose sorgte deshalb unter anderem bei CSU-Fraktionschef Herbert Borrmann für Verärgerung: „Wir haben auf Bemühungen des Straßenbauamtes reagiert und damals diesen Kreisel gebaut. Es wurde uns mit Verkehrszählungen erklärt, dass dieser funktioniert und auch für die Zukunft gut geeignet ist. Und jetzt sagen Sie uns, wir müssen noch mal Geld ausgeben, um das Ganze zurückzunehmen“, sagte Borrmann zu Kergl.

Der Schwaiger Kreisel sei schon jetzt an den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit, so die Projektleiter Karl Kergl, sei der Schwaiger Kreisel.

Ärgerlich für den CSU-Fraktionschef ist zudem, dass sich die Stadt Kolbermoor derzeit darum bemühe, einen Großteil des Verkehrs weg von der Rosenheimer Straße zur parallel verlaufenden Staatsstraße zu leiten, die schließlich in der Äußeren Münchener Straße mündet. „Deshalb muss man die Zahl jener Kolbermoorer, die derzeit über die Staatsstraße fahren, mitberücksichtigen“, forderte Borrmann in Richtung des Staatlichen Bauamtes.

Mehrbelastung durch besseren Ausbau

So oder so liebäugeln die Christsozialen mit einer Stichstraße, welche den Verkehr am Schwaiger Kreisel entlasten soll. Dies auch, um der „Gewerbeexpansion“ auf Kolbermoorer Gemarkung und dem damit verbunden Verkehrsbewegungen zu begegnen.

Auch der Grünen-Stadtrat Franz Opperer zeigte sich von der Aussicht, den Schwaiger-Kreisel für eine Ampelkreuzung zurückzubauen, nicht angetan. Zumal in anderen europäischen Staaten Kreisverkehre schon seit geraumer Zeit dafür sorgten, dass Pkw und Lkw nicht ins Stocken geraten.

Und auch ein vorgeschlagener vierspuriger Ausbau der äußeren Münchener sorgte bei Opperer für Stirnrunzeln. Eine derart großzügig dimensionierte Straße sorge, fürchtet der Grüne, erst recht dafür, dass sich Autofahrer dafür entscheiden, nach Rosenheim reinzufahren, statt die künftige Westtangente zu nutzen.

Zweifel waren auch bei Oberbürgermeister Andreas März zu hören: „Wenn ich mir das so anschaue, muss ich mich tatsächlich fragen, ob die Rosenheimer mit der Variante Null nicht ganz gut hinkommen.“

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