Oldtimerfan recherchiert zur Geschichte seines Autos aus Rosenheim

Wer kennt dieses Auto und dessen Besitzer?

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Rosenheim/Niedersachen - Mehr als 22 Jahre hat der Rosenheimer Polizist Rudi Sommerfeldt den VW 1600 TL gefahren. Danach ist der Klassiker in Ebersberg gemeldet gewesen. Nun sucht der neue Besitzer nach Hinweisen über die Geschichte des Autos.

Mit einer ungewöhnlichen Anfrage hat sich Horst-Dieter Valentini aus dem niedersächischen Calberlah an unsere Redaktion gewandt - er ist auf der Suche nach der Geschichte seines Autos. Und das ist nicht irgendein Auto, sondern eine echte Rarität - nämlich ein 1970 gebauter Volkswagen 1600 TL.

Als seine beiden Kinder langsam erwachsen geworden sind, hat er nach einer neuen Aufgabe gesucht. Frau, Haus und Garten bekommt er gut unter einen Hut. Was also tun? "Meine Verbundenheit mit Volkswagen-Fahrzeugen ist groß und ein Oldtimer ist doch ein tolles Hobby", sagt er. "So hat sich die Idee, einen Volkswagen aus meinem Geburtsjahr zu kaufen weiterentwickelt." Die ist bis heute in den Augen seiner Frau eine sinnlose und überflüssige. Aber egal!

"Beim Stöbern nach den entsprechenden Baujahren bin ich auf den Käfer, den Bulli und den Typ 3 gestoßen", erzählt Horst-Dieter Valentini. "Nach und nach habe ich recherchiert und mich über die automobile Welt aus dieser Zeit kundig gemacht."

Doch Käfer und Bullis sind weithin bekannt. Eine Rarität soll es werden. Also hat er sich näher mit den 1600er Modellen beschäftigt. Es gibt drei verschiedene Karosseriestile - ein Stufenheck, ein Variant und die Touring Limousine (TL), also eine Fließheckvariante. "Bis heute finde ich dieses Fahrzeug aus der Typ-3-Reihe am schönsten", schwärmt der Oldtimerfan.

Eines Tages hat er im Internet einen 1600 TL gefunden, der in Nürnberg zum Verkauf angeboten worden ist. "Das Fahrzeug war für seine 45 Jahre in einem guten Zustand", sagt er. "Meine Voraussetzung für den Kauf war, das ich das Auto geschweißt, fahrfähig und mit Tüv sowie H-Zulassung bekomme." Und dann geht alles ganz schnell.

"Nun besitze ich einen königsroten Volkswagen 1600 TL, in der Ausstattung mit schwarzen Kunstledersitzen", schwärmt der Oldtimerfan. "Folgende Extras wurden ab Werk eingebaut: Heizbare Heckscheibe und Radio." Das Auto ist am 25. Mai 1970 fertiggestellt worden und am 9. Juni 1970 innerhalb Deutschlands ausgeliefert sowie am 19. Juni 1970 in Rosenheim zugelassen.

"Aus dem originalen Fahrzeugbrief geht hervor, dass der erste Besitzer Rudi Sommerfeldt, ein Polizist aus Rosenheim, das Auto von 1970 bis 1992 gefahren hat", sagt Horst-Dieter Valentini. "Eine erste Stilllegung wurde am 8. Oktober 1992, also nach 22 Jahren, drei Monaten und 20 Tagen im Fahrzeugbrief dokumentiert." 

Doch was ist dann passiert? "Leider habe ich den Besitzer, der mit diesem Auto 8.148 Tage unterwegs gewesen ist, nicht mehr erreichen können. Eine Anfrage beim Einwohnermeldeamt hat ergeben, dass er gestorben ist", erzählt Horst-Dieter Valentini. "Gerade deshalb gebührt diesem Besitzer, dem 1989 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen wurde, die Ehre, dass das Auto nach seinem Nachnamen benannt wurde, also Sommerfeldt heißt."

Am 21. März 1994 ist das Auto dann wieder in Betrieb genommen worden. Der zweite Besitzer hat in Anzing gewohnt und das Auto im Landkreis Ebersberg angemeldet. Aber bereits nach 105 Tagen ist es am 4. Juli 1994 erneut stillgelegt worden. "Seitdem fristete mein 1600 TL in irgendwelchen Garagen, Scheunen oder Werkstätten ein einsames Dasein, ohne wirklich groß bewegt zu werden", sagt Horst-Dieter Valentini. "Der Dornröschenschlaf wurde nach 7.668 Tagen fast auf den Tag genau nach 21 Jahren beendet. Seit dem 2. Juli 2015 ist Sommerfeldt auf meinen Namen zugelassen."

Der Tacho ist nach fast 50 Jahren in Betrieb gerade auf 71.000 Kilometer umgesprungen. "Wie oft diese Zahl allerdings schon angezeigt wurde, weiß ich leider nicht", sagt der aktuelle Besitzer. "Ich bin damit in den vergangenen zweieinhalb Jahren immerhin fast 3.000 Kilometer gefahren. Viel ist es nicht, aber es ist ja auch ein Liebhaberstück und kein Alltagsauto."

Bei der Rosenheimer Polizei ist Rudi Sommerfeldt nicht mehr bekannt. Zu lange scheint sein Einsatz bereits her zu sein. Dies erklärt Sprecher Markus Zimmerer vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd. Auch bei der Polizeiinspektion Rosenheim direkt nachgefragt, können die Beamten dort nicht weiterhelfen.

Wer kennt Rudi Sommerfeldt und kann helfen?

Wer kann Hinweise zu dem Auto geben oder kennt Zeitzeugen, die Rudi Sommerfeldt gekannt haben oder jemanden kennen, der Näheres zu dem Volkswagen 1600 TL sagen kann? Das Kennzeichen lautete damals RO-S 818. "Mein Glück wäre perfekt, wenn sich sogar ein paar originale Aufnahmen aus privaten Archiven fänden", sagt Horst-Dieter Valentini. "Soweit mir bekannt ist, hat Rudi Sommerfeldt immer in der Salinstraße in Rosenheim gewohnt. Laut dem ersten Fahrzeugbrief in der Hausnummer 28, laut dem letzten Eintrag in Telefonbüchern in der Salinstraße 2 oder 3."

Wer etwas weiß, kann sich bei Horst-Dieter Valentini unter der E-Mail-Adresse h.valentini@t-online.de melden.

ksl

Quelle: rosenheim24.de

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