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Nach Hilferuf einer Rosenheimer Mama: Wohnung gefunden

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Marlena Hellwig und ihre Tochter Alia aus Rosenheim suchen verzweifelt eine Wohnung
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Rosenheim - Eine alleinerziehende Mutter aus Rosenheim mit einer mehrfach schwerst behinderten Tochter schrieb einen emotionalen offenen Brief an Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. Sie war verzweifelt auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Doch nun hat sich alles zum Guten gewendet.

Update, 4. November: Neue Wohnung gefunden

Soeben meldete sich Marlena bei rosenheim24.de und teilte mit, dass sie nun endlich eine Wohnung gefunden und den Mietvertrag unterschrieben hat. "Alle Genehmigungen sind raus und wir haben jetzt eine neue Wohnung", sagt Marlena.

Vorbericht

Marlena Hellwig ist verzweifelt: Ihr und ihrer mehrfach schwerst behinderten Tochter Alia wurde ihre Vier-Zimmer-Wohnung in der Innenstadt zum 31. Dezember gekündigt, weil eine Investmentfirma das Haus gekauft hat und es nun teuer renovieren will. 

"In der Kündigung wird mir auch jegliche Chance genommen nach der Sanierung wieder einzuziehen, wir könnten es uns wahrscheinlich eh nicht mehr leisten", sagt Marlena. Seit fast neun Jahren wohnen sie und Alia dort. 

Mit 720 Euro kalt war die Bleibe für die Mutter noch bezahlbar. Sie weist aber erhebliche Mängel auf: "Die Badewanne ist kaum zu benutzen und die Dusche auch nicht zu lange, weil es sonst unten im Laden von der Decke tropft. Die Fenster lassen Wasser und Wind durch. Die Toilette ist draußen auf dem Balkon und im Winter müssen wir uns Jacken anziehen, um die Toilette zu benutzen." 

Es passiere im Winter teilweise, dass das Wasser sowohl in der Toilette als auch im Spülkasten einfriere. Die Fliesen im Bad und in der Toilette halten grade mal so, sagte sie weiter.

"Wir finden einfach nichts"

"Wir leben unter diesen Bedingungen, weil wir einfach nichts finden. Entweder ist es nicht erschwinglich oder man will keine "Behinderten" im Haus haben", schildert Marlena ihre Situation. Im Internet schaute sie  nach Alternativen, sprach mit Immobilienmaklern und wandte sich an das Sozialamt - ohne Erfolg. Die meisten Wohnungen seien zu teuer gewesen, seien zudem nicht geeignet für ein schwerst behindertes Kind

Marlena verfasste daher einen emotionalen offenen Brief an Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, in dem Sie um Hilfe bittet und auch das Vorgehen von Immobilieninvestoren anprangert. 

"Wieso lassen Sie zu, dass diejenigen, die eh schon wenig haben, noch den Rest ihres Daseins verlieren? Warum lässt die ganze Politik es zu, dass die "armen" Menschen immer ärmer gemacht werden und die reichen sich immer mehr in die Tasche stecken? Wann stoppt die Politik endlich diesen Mietwahnsinn?", schreibt sie in dem Brief. 

Marlena teilte ihren Hilferuf auf Facebook und das Echo ist riesig. Bisher wurde der Post 676 Mal kommentiert und 2.892 Mal geteilt (Stand 31.10.2019).

Stadt Rosenheim reagiert

Die Stadt Rosenheim hat bereits auf den offenen Brief reagiert. Pressesprecher Thomas Bugl bestätigte gegenüber rosenheim24.de: "Der offene Brief an Frau Oberbürgermeisterin Bauer ist am Freitag, 25. Oktober, bei uns eingegangen. Mit Frau Hellwig wurde seitens der Stadt Rosenheim sofort Kontakt aufgenommen, sie hat bereits in der letzten Woche im Wohnungsamt vorgesprochen." 

Es seien ihr Möglichkeiten der Beratung aufgezeigt worden. Zudem zeichne sich eine Lösung bereits konkret ab, hieß es seitens der Stadt weiter. Hellwig sieht dies jedoch anders. Bei dem Treffen sei nicht viel herausgekommen, sagte sie. Aufgeben will sie jedoch nicht und hofft weiter, dass die bald ein neues Zuhause für Alia und sich finden wird. 

jb

Quelle: rosenheim24.de

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