Reihentestung sorgt für Verkehrschaos

Widersprüchliche Aussagen und Verwirrung nach Corona-Fällen an Rosenheimer Gymnasium

Finsterwalder Gymnasium / Corona-Test
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Zwei Corona-Fälle am Finsterwalder Gymnasium sorgen derzeit für ordentlich Gesprächsstoff.

Rosenheim - Eine Corona-Reihentestung von Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe des Finsterwalder Gymnasiums sorgte am Dienstagvormittag in der Rosenheimer Innenstadt für ein Verkehrschaos. Und nicht nur diese Tatsache sorgt bei vielen Eltern für Unverständnis.

Über 40 Personen wurden am Dienstagvormittag, 15. September, zeitgleich um 11 Uhr auf den Innenhof des Gesundheitsamtes in die Herzog-Heinrich-Straße bestellt. Dabei handelte es sich um direkte Kontaktpersonen von zwei Schülern des Finsterwalder Gymnasiums, welche positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden.


>>> Einen Tag später kam es erneut zu einer Reihentestung am Gesundheitsamt Rosenheim. In einer Kindertagesstätte in Hochstätt und in der Grundschule Hochstätt wurde zuvor jeweils eine Person positiv getestet. <<<

Corona-Reihentestung sorgt für Verkehrschaos in Rosenheim


Da sämtliche Schülerinnen und Schüler derselben Klasse bzw. von Klassen, in denen fachübergreifender Unterricht mit den Betroffenen stattgefunden hat sowie betroffene Lehrer mit dem Auto zur Reihentestung kommen mussten, kam es im Zentrum von Rosenheim zu einem Verkehrschaos. „Wir haben über eine Stunde auf der Hauptstraße im Auto gewartet“, erklärte ein verärgerter Vater gegenüber rosenheim24.de. Der Stau habe auf alle umliegenden Straßen Auswirkungen gehabt, merkte eine andere Verkehrsteilnehmerin an.

Die Reihentestung am Gesundheitsamt sorgte im gesamten Stadtzentrum für Verkehrsbehinderungen.

Die Bildung von Fahrgemeinschaften oder die Anreise per Fahrrad wurde nicht genehmigt. Das bedeutete auch, dass sämtliche Schülerinnen und Schüler von ihren Eltern oder Aufsichtsberichtigten zum Gesundheitsamt gebracht werden mussten. „Für Eltern, welche beide erwerbstätig sind, ist das schwierig", so der Vater einer Schülerin.

Gesundheitsamt bezieht Stellung: „Termine werden oft nicht pünktlich wahrgenommen“

Auf Anfrage von rosenheim24.de erklärte Ina Krug, Pressesprecherin des Landratsamtes Rosenheim, dass das Gesundheitsamt seit Monaten Testungen im Drive-In-Testzentrum am Gesundheitsamt durchführe, das Verfahren gut eingespielt sei und sich bewährt habe.

„Aus Erfahrungen der Vergangenheit haben wir feststellen müssen, dass Termine von Probanden oft nicht oder nicht pünktlich wahrgenommen werden, so dass nicht zumutbare Leerlaufzeiten für das Abstrichpersonal, welches in kompletter Schutzausrüstung wartet, entstanden sind. Insofern wird eine zeitversetzte Einbestellung nur noch bei sehr großen Zahlen von Kontaktpersonen praktiziert. Dass in diesem Falle alle Personen zeitgleich gekommen sind, war die Ausnahme.

Bei mehreren zeitgleichen Ausbrüchen kann es aber im Einzelfall auch einmal vorkommen, dass verschiedene Teams verschiedene Ausbrüche ermitteln und es dann im Einzelfall zu Überschneidungen bei der Terminvergabe kommt. Der Abstrich wird von geschultem Personal im Vollschutz durchgeführt", so Krug weiter.

Eine Reihentestung sei zudem „nicht der Zeitpunkt, um Fragen zu beantworten oder zu klären, was leider immer wieder versucht wird. Dadurch verzögert sich die Abstrichentnahme, was zu Lasten der Wartenden geht“.

Unterschiedliche Aussagen sorgen für Verwirrung

Alle getesteten Schülerinnen und Schüler bekamen am Montag vom Gesundheitsamt eine 14-tägige Quarantäne ausgesprochen. Diese verkürze sich auch bei einem negativen Testergebnis nicht, erklärte das Gesundheitsamt Rosenheim auf Anfrage von rosenheim24.de.

Nach Informationen von rosenheim24.de, wurden die beiden positiven Corona-Fälle schon kurz vor dem Wochenende bekannt. Denn mehrere Schüler berichteten bereits am Freitag ihren Eltern, dass zwei Mitschüler aus der zehnten Jahrgangsstufe infiziert worden seien und die Schulleitung das Gesundheitsamt informiert habe.

Die Schulleitung des Finsterwalder Gymnasiums wandte sich am Sonntag per Elternbrief an die Erziehungsberechtigten. Darin hieß es: „Bedauerlicherweise muss ich Ihnen mitteilen, dass es in einer 10. Klasse zwei positiv auf COVID-19 getestete Schüler gibt. Die Schülerinnen und Schüler aller 10. Klassen bleiben daher vorsichtshalber zunächst morgen, Montag, 14.09.2020, vom Präsenzunterricht ausgeschlossen und dürfen das Schulgelände nicht betreten. Bezüglich des weiteren Vorgehens warten wir auf Anweisung des Gesundheitsamtes.“ Auf Anfrage von rosenheim24.de verwies die Schulleitung am Montag auf das Gesundheitsamt.

Elternbrief am Sonntag - Labornachweis am Montag

Die Testung und Quarantänemaßnahmen von Seiten des Gesundheitsamtes folgten dann erst am Dienstag. „In beiden Fällen der positiv getesteten Schüler ist die Labormeldung nachweislich erst am 14.9.20 im Gesundheitsamt eingegangen. Eine Meldung von dem betroffenen Gymnasium ist am Freitag nicht in unserem Funktionspostfach angekommen, insofern können wir die Meldung (Anm. d. Red.: Aussagen der Schüler bzw. die Veröffentlichung des Elternbriefs) nicht nachvollziehen, zumal in einem Fall der Abstrich erst am 12.9.20 entnommen wurde“, führte Krug im Gespräch mit rosenheim24.de aus.

Alle weiteren Klassen des Finsterwalder Gymnasiums sind derzeit nicht betroffen. Spezielle Desinfektionsverfahren in den betroffenen Klassenräumen seien nicht erforderlich, eine gründliche Reinigung und Lüftung der Klassenzimmer reiche laut Angaben des Gesundheitsamtes aus. „Sobald weitere Fälle auftreten, werden auch bei diesen die engen Kontaktpersonen ermittelt. Es ist davon auszugehen, dass die Schulen im Rahmen ihres Hygienekonzeptes dafür Sorge tragen, dass enger Kontakt unter dem Lehrpersonal minimiert ist“, ergänzte Krug.

mz

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