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Post auf Instagram verunsichert Eltern

Triage auf der Kinderstation? Was an den Gerüchten dran ist und wie die RoMed-Klinik reagiert

Gerüchte über Triage auf der Kinderstation der Romed-Kliniken Rosenheim machen in den sozialen Netzwerken die Runde.
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Gerüchte über Triage auf der Kinderstation der Romed-Kliniken Rosenheim machen in den sozialen Netzwerken die Runde.

Triage auf der Kinderstation des Romed-Klinikums in Rosenheim? Eine Nachricht, die sich aktuell auf Social Media verbreitet und Eltern in der Region verunsichert. Was an den Gerüchten dran ist und wie die Romed-Kliniken reagieren.

Rosenheim - Die sozialen Netzwerke machen‘s möglich: Wie ein Lauffeuer verbreiten sich darin Gerüchte, Fake News machen die Runde - und lassen immer wieder zweifelnde, besorgte Menschen zurück. Ein Spiel mit der Angst läuft aktuell offenbar in der Region Rosenheim: zu Lasten besorgter Eltern von kranken Kindern.

Triage in den Romed-Kliniken?

Die Nachricht, die unter anderem über Instagram verbreitet wird, getitelt mit „Lesen! Es ist so grausam:“, in Kürze zusammengefasst: Im Klinikum Rosenheim soll der Krisenfall ausgerufen worden sein, es werde aufgrund der Vielzahl an RSV-Infektionen bereits triagiert, also ausgesondert, wer auf der Kinderintensivstation ein Beatmungsgerät erhalten soll und wer nicht.

Dramatische Schilderungen

Untermalt wird die Nachricht mit dramatischen Beispielen. Unter anderem berichtet ein vermeintlicher Insider von „einer Familie, von der drei von vier Kindern auf Intensiv liegen. 7 Wochen, 1,5 Jahre und 3 Jahre“, wobei das Dreijährige, schwerstbehinderte Kind kein Beatmungsgerät mehr bekommen habe, „weil es bei den anderen 2 ein besseres Out-come gibt...“. Hinzu kommen Schilderungen von Personalmangel, Abverlegungen und improvisiertes Versorgen von Kleinkindern.

Klassische Fake News

Die geschilderten Fälle: dermaßen dramatisch und gehäuft, dass man durchaus stutzig werden kann. Nachgefragt bei den Romed-Kliniken, bestätigt sich der Verdacht: Es handelt sich offenbar um klassische Fake News, die sich in Windeseile verbreitet haben.

Romed: „Frei erfunden“

Bei Romed zeigt man sich gegenüber dem OVB entsetzt über derartige Falschmeldungen. Auf OVB-Anfrage heißt es seitens einer Sprecherin: „Die Geschäftsführung der Romed-Kliniken ist auf zwei Nachrichten bei Instagram hingewiesen worden, in denen die Versorgung in der Kinderklinik vom Romed-Klinikum Rosenheim in diffamierender Weise und grob falsch dargestellt wird. Die Aussagen zu einer Triage beziehungsweise die Beschreibung konkreter Patientenbehandlungen sind frei erfunden.“

Klinikum prüft rechtliche Schritte

Die Hintergründe kann sich das Romed-Klinikum nicht erklären. Seitens der Sprecherin heißt es, dass der Autor beziehungsweise die Autorin dieser Instagram-Posts der Geschäftsführung nicht bekannt seien. Zudem, kündigt die Romed-Sprecherin an, würden rechtliche Schritte gegen diese offensichtliche Falschdarstellung geprüft.

RSV-Fälle sorgten für angespannte Lage

Was die Romed-Kliniken indes offen kommunizieren: Dass die Lage auf der Kinderstation angesichts der Vielzahl an RSV-Infektionen (Atemwegserkrankungen vorwiegend bei Kindern) aktuell angespannt bis „prekär“ ist. Man habe es mit einer sehr ausgeprägten Welle von RSV-Infektionen, die hauptsächlich Kleinkinder betreffe, zu tun. Stand 30. November 2022 (Nachmittag) befanden sich 16 Kinder mit RSV-Infektion in stationärer Behandlung (28. November: 17), Tendenz allerdings weiter steigend. Zum Teil benötigten diese Patienten Sauerstoff, teilweise auch eine apparative Atemunterstützung mittels High-flow-Brille. Seitens des Klinikums heißt es: „Die Situation ist so prekär, dass wir zum Teil geplante Operationen oder stationäre, geplante Aufnahmen aus anderem Grund absagen mussten.“

Triage in Rosenheim?

Eine Situation, wie sie die Romed-Kliniken aus Corona-Hochzeiten nur zu gut kennen - planbare Eingriffe mussten in diesen Zeiten immer wieder abgesagt und mitunter ausgesetzt werden. Von Triage war Rosenheim damals wie heute indes noch weit entfernt. „Wir können alle kleinen Patienten noch adäquat versorgen“, unterstreicht die Klinik-Sprecherin.

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