Vom Brückenberg bis zum Bahnhof

Selbsttest zur Ampelschaltung in Rosenheim: Wie schlimm ist es wirklich?

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Die Verkehrsführung in der Münchener Straße bewegt viele Rosenheimer
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Rosenheim - Die Münchener Straße und insbesondere ihre Verkehrsführung ist in der jüngsten Vergangenheit immer mehr in die Kritik geraten. Vor allem die Ampelschaltung ist vielen ein Dorn im Auge. Doch ist es wirklich so schlimm? Wir haben den Selbsttest gemacht.

Die CSU Stadtratsfraktion stellte einen Prüfantrag zur Verbesserung des Verkehrsflusses auf der Münchener Straße, nachdem sie bereits im Stadtrat und Verkehrsausschuss auf die Problematik hingewiesen hatte. Der Grund: "Man kommt hier nicht vorwärts", sagte CSU-Stadtrat und Verkehrsausschussmitglied Daniel Artmann in der jüngsten Stadtratssitzung. In der aktuellen Situation würden die Fußgängerampeln und Ampeln an den Einmündungen zu den Seitenstraßen in einem festen Intervall (zyklisch) auf Grün schalten. „Dies führt dazu, dass Autos auf der Münchener Straße an roten Ampeln halten müssen, ohne dass Fußgänger die Straße queren oder Fahrzeuge aus dem neuen Gewerbegebiet am Bahnhof ausfahren“, erklärt Artmann weiter.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer teilte in der Stadtratssitzung als selber Betroffene mit, dass sie sich schon einmal über die Ampelschaltung in diesem Bereicht erkundigt habe. "Das Fachamt hat mir aber sehr klar und deutlich klar gemacht, dass die Schaltung hier ihre maximale Optimierung erreicht hat." Baudezernent Helmut Cybulska ergänze, dass das Ampelsystem auf den Ausbauzustand des Bahnhofareals ausgelegt sei, wo dann sehr viel größere Verkehrsmengen bewältigt werden müssen, wenn sich alle angesiedelt haben. Für Kreisverkehre hätte man laut Cybulska in Privatgrundstücke gehen müssen, sie seien also keine Alternative gewesen.

Wir machten den Selbsttest

Wir wollten wissen, ob die Situation vom Brückenberg bis zum Bahnhof und zurück wirklich so schlimm ist und haben den Selbsttest gemacht. Das wohl wissend, dass dieser Test nur an einem Tag zu einer bestimmten Zeit durchgeführt wurde und somit keine repräsentative Dauerstudie darstellt. Durchgeführt haben wir den Test am Montagmorgen (11.Februar 2019) um 7.30 Uhr, also im Berufsverkehr sowohl stadteinwärts als auch stadtauswärts. 

Fahrt 1: Luitpoldstraße - Münchener Straße - Brückenberg

Start: 7.25 Uhr, Luitpoltstraße Einmündung Anton-Kathrein-Straße
Ende: 7.31 Uhr, Brückenberg, Äußere Münchener Straße Einmündung Enzenspergerstraße
Dauer gesamt: 5 Minuten 53 Sekunden

In diesem Streckenbereich befinden sich insgesamt neun Ampeln. Während unserer Fahrt mussten wir an vier roten Ampeln stehen, auf eine Ampel sind wir bei rot zugefahren, diese schaltete aber währenddessen auf grün um. Die restlichen Ampeln konnten wir mit grün passieren

Bilder vom Selbsttest Ampelschaltung stadtauswärts

Fahrt 2: Brückenberg - Münchener Straße - Luitpoldstraße

Start: 7.32 Uhr, Brückenberg, Äußere Münchener Straße Einmündung Enzenspergerstraße
Ende: 7.35 Uhr, Luitpoltstraße Einmündung Anton-Kathrein-Straße
Dauer gesamt: 3 Minuten 5 Sekunden

Besser sah es stadteinwärts aus. Hier brauchten wir zwei Minuten und 48 Sekunden weniger. Auch in die andere Richtung muss man neun Ampeln passieren. Hier standen wir jedoch nur an zwei Ampeln. An den anderen sieben konnten wir bei grün vorbeifahren. 

Bilder vom Selbsttest stadteinwärts

Mehrere Mitarbeiter fahren den Weg täglich

Aus unserer Redaktion befahren mehrere Mitarbeiter die Strecke täglich. Auch sie bestätigen, was unser Selbsttest bereits verdeutlicht hat: Stadtauswärts ist es schlimmer als stadteinwärts. "Ich fahre auf Grund unserer Schichten die Strecke nicht ganz zur Rushhour sondern meistens ein bisschen davor oder danach", sagt stellvertretender Chefredakteur Martin Weidner. "Aber selbst da ist es auffällig, dass man auch außerhalb der Stoßzeiten selten durch kommt, ohne mehrmals an roten Ampeln zu stehen. Stadtauswärts ist es schlimmer." Redakteurin Jennifer Bretz, die den Selbsttest am Montag zusammen mit einem Kollegen dokumentierte, meint: "Ich fahre oft auch nicht zur Rushhour und empfinde es daher als nicht so schlimm. Natürlich steht man an der ein oder anderen Ampel, aber in meinem Empfinden verliere ich dadurch höchstens ein paar Minuten."

Wie empfinden Sie die Verkehrssituation in diesem Bereich?

Quelle: rosenheim24.de

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