Polizei kontrolliert in Rosenheim

Beschimpft, angehupt, angefahren - Schulweghelfer müssen einiges aushalten

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An der Kreuzung vor der Astrid-Lindgren-Grundschule in Rosenheim unterstützt eine Schulweghelferin die Kinder beim Überqueren der Kreuzung
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Rosenheim - Schulweghelfer leisten einen wichtigen Beitrag, um den Schulweg sicherer zu machen. Doch leider werden sie auch immer wieder von Autofahrern angehupt oder beschimpft. Wir waren mit der Polizei unterwegs und haben eine Schulweghelferin bei der Arbeit begleitet.

Die Aktion fand in den sozialen Netzwerken großen Zuspruch: Am 27. März führte die Rosenheimer Polizei im Stadtgebiet eine groß angelegte Schulwegkontrolle durch. "Mehrere Schulleiter im Stadtgebiet Rosenheim bemängelten in einem Schreiben an unsere Oberbürgermeisterin die Situation an den Schul- und Radwegen in der Umgebung ihrer Schulen", berichtet Polizeihauptkommissar Robert Maurer. "Wir haben uns dieses Themas dann gerne angenommen, denn der sichere Weg von und zur Schule liegt uns allen am Herzen.

Schulweghelfer werden angepöbelt

Auch Schulweghelfer leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit des Schulweges. Doch leider liest man in den Kommentaren auf Facebook und Co auch immer wieder, dass gerade Schulweghelfer, die für die Sicherheit unserer Kinder sorgen, von Verkehrsteilnehmern angehupt, beschimpft, ja sogar angefahren werden. "Viiiiilen Dank für diese Aktion, aber die Schulweghelfer müssen viel öfter unterstützt werden!! Was man da erlebt, wie man beschimpft wird und sogar bewusst angefahren, das glaubt keiner, der das nicht als Schulweghelfer miterlebt hat!!" schreibt eine Leserin auf Facebook. "Hoffentlich bleibt es nicht nur bei einer Aktion! Die Schulweghelfer brauchen dringend Unterstützung, da uneinsichtige Eltern die Aufgabe immer wieder schwierig gestalten!" ist ein weiterer Kommentar. Diese Aussagen nimmt die Rosenheimer Polizei ernst und positionierte sich daher am Dienstag (9. April) in zivil an der Kreuzung vor der Astrid-Lindgren-Grundschule in Rosenheim.

Im Einsatz vor der Astrid-Lindren-Schule in Rosenheim

Es gibt auch Nachholbedarf bei den Eltern

Pünktlich um 7.30 Uhr trifft auch die Schulweghelferin mit Warnweste und Kelle bewaffnet ein, um die Kinder bei der Kreuzungsüberquerung zu unterstützen. Seit zwei Jahren hilft sie ehrenamtlich an dieser Kreuzung. Im großen und Ganzen hat sie gute Erfahrungen gemacht. "Aber es kommt schon vor, dass man angehupt wird oder den Mittelfinger gezeigt bekommt", sagt sie. "Man hört auch von Horrorgeschichten, dass Kollegen angefahren worden sind, aber das ist mir selber noch nicht passiert. Manchmal drängeln sich Autos an einem vorbei, aber touchiert wurde ich noch nie. Was man aber auch sagen muss ist, dass es Kinder gibt, die einfach losrennen und die Verkehrsregeln überhaupt nicht kennen." Hier bräuchten die Eltern Verkehrserziehungsnachhilfe. Am Dienstagmorgen ist aber alles problemlos verlaufen.

Die Schulweghelfer bekommen am Anfang jedes Schuljahres eine Einweisung durch die Polizei. Grundsätzlich gilt: Für die ehrenamtliche Tätigkeit können Schüler, die grundsätzlich mindestens 13 Jahre alt sind oder Erwachsene eingesetzt werden. Meist koordinieren die Schulen oder Eltern den Einsatz selbst.

Quelle: rosenheim24.de

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