Infoveranstaltung der Caritas Rosenheim für Flüchtlinge

Deutsch lernen - Zukunft aufbauen - Arbeiten - Hoffen

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Rosenheim - Deutsch lernen, Zukunft aufbauen, Arbeiten, Hoffen: Diese vier Schlagwörter nannten die jungen Leute am Ende der Veranstaltung des Caritas, die an der Berufsschule 2 in Rosenheim stattfand. 

Die beiden Caritas Asylsozialberater Melanie Bumberger und Alexander Rutsch wollten Antworten auf die vielen Fragen der jungen Leute aus Nigeria, Afghanistan, Syrien, Somalia und anderen Ländern geben. 

Drei Stunden lauschten die Schüler aufmerksam dem Vortrag in deutscher Sprache – alle Themen betreffen sie entweder direkt oder indirekt, durch Freunde und Familienmitglieder. Einige von ihnen wissen, sie dürfen in Deutschland bleiben – sie haben einen Aufenthaltstitel. 

Viele Fragen beschäftigen die jungen Leute

Häufig gestellte Fragen sind: Was bedeutet eine Wohnsitzauflage? Wie findet man eine Wohnung oder auch eine Arbeit? Werde ich meine Familie je wiedersehen können? Was passiert wenn mein Aufenthaltstitel abläuft? Andere unter ihnen haben einen Negativ-Bescheid vom Bundesamt bekommen. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt und fast jeder von ihnen hat eine Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Sie stecken häufig nach Jahren des Wartens auf die Entscheidung über ihr Asylverfahren, nun in der nächsten „Warteschleife“ und einer großen Unsicherheit. Mit dieser Angst umzugehen, ist für viele sehr schwer. 

Unwahrheiten verbreiten sich schnell

Gemeinsam wird nach Lösungen gesucht.„Weiterfliehen in ein anderes Land?“ Man redet viel. Jeder hat irgendwo, irgendwas gehört. Schnell verbreiten sich Gerüchte oder Unwahrheiten. Ziel der Caritas Asylsozialberater war es in der Veranstaltung auch Fragen zu beantworten, die die jungen Leute beschäftigen, sie sich aber häufig nicht trauen, diese zu stellen. Durch Information soll Klarheit über die Möglichkeiten und Grenzen vermittelt werden, aber auch verstehbar werden, was mit ihnen passiert bzw. auch gegen oder für sie von Staatsseite entschieden wird. 

„Deutschland will mich nicht, warum soll ich Deutsch lernen“

Viele Schulen stellen fest, dass die jungen Leute unregelmäßig in die Schule kommen oder auch manchmal ganz vom Unterricht fernbleiben. Ein Grund ist häufig die Perspektivlosigkeit: „Deutschland will mich nicht, warum soll ich Deutsch lernen“, so hört man die Berichte der Helfer und Lehrer, die versuchen die jungen Leute nach einem abgelehnten Asylverfahren weiter zu motivieren

Bei der Veranstaltung der Caritas waren viele der jungen Leute da, die noch Hoffnung haben. Sie wollen sich mit der Schule eine Tagesstruktur geben, jedoch auch ablenken, von den Gedanken, die ihnen Angst machen. Warum ist es trotzdem und gerade deshalb wichtig weiter in die Schule zu gehen? Fragten die beiden Asylsozialberater am Ende der Veranstaltung: Deutsch lernen – eine Zukunft aufbauen – Arbeiten – Hoffen, so die Resonanz der Schüler.

Pressemeldung Caritas Zentren in Stadt und Landkreis Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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