Kündigungen Nummer fünf und sechs eingegangen

Causa Frischpack: Es hagelt weitere Kündigungen für Monika A. 

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Das Protestwagerl gegen die Firma Frischpack steht wieder in Kolbermoor an der Staatsstraße
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Tuntenhausen - Es wird nicht ruhig im Fall Frischpack. Nachdem die Mitarbeiterin Monika A. bereits den zweiten Prozess gegen den Verpackungsspezialisten aus Mailling gewonnen hatte, hagelt es für sie nun weitere fristlose Kündigungen.

Das Bild ist - bis auf die Änderungen der Tafeln - unverändert. Immer noch steht an der Kolbermoorer Staatsstraße das "Protestwagerl", auf dem mit unterschiedlichen Schildern auf Prozesse und Prozessausgänge gegen die Firma Frischpack GmbH aus Mailling in der Gemeinde Tuntenhausen hingewiesen wird.

Die Mitarbeiterin Monika A., die über 26 Jahre bei der Firma Frischpack arbeitete, zog bereits zwei Mal wegen fristloser Kündigung vor das Rosenheimer Arbeitsgericht. Einmal war ihr von ihrem Arbeitgeber Frischpack wegen des Verteilen eines Flugblattes fristlos gekündigt worden. Gegen diese Kündigung klagte sie und gewann. Die zweite Kündigung bekam sie, weil sie ihren Lebensgefährten, der Hausverbot bei Frischpack hat, mit in den Hausverkauf des Betriebes nahm. Sie klagt wieder dagegen und gewinnt auch diesen Prozess im Juni 2019

Kündigungen am laufenden Band

Doch was unmittelbar vor und nach diesem Prozess geschah, daran hätte sie wohl auch selber nicht geglaubt, obwohl sie ihrem Arbeitgeber oftmals kritisch gegenüber stand.  In der Vergangenheit setzte sie sich für bessere Arbeitsbedingungen ein, verteilte Flugblätter vor dem Firmengelände. "Inhalt des Flugblatts war die Kritik an der NGG und vor allem an Werkverträgen, zweijährigen Befristungen, Leiharbeit und der ständig zunehmenden Samstagsarbeit", so die Mitarbeiterin damals. 

Mit einem Anhänger machen die Kläger auf die Prozesse aufmerksam

Nach dem gewonnenen zweiten Prozess kann Monika A. ihre Arbeit aber nicht wieder aufnehmen. Der Grund: Es hagelt weitere Kündigungen. Eine dritte fristlose mit Datum 18. Juni und auch eine vierte fristgerechte Kündigung mit Datum 24. Juni hatte sie bereits kurz vor dem zweiten Prozess erhalten. In dem Kündigungsschreiben werde angegeben, dass diese "höchstvorsorglich" und "aus wichtigem Grund" ausgesprochen werde. Doch die Kündigungswelle geht weiter. Am 8. Juli erhält sie die fünfte fristlose Kündigung mit dem gleichen Wortlaut wie in der dritten. Am 10. Juli flattert Kündigung Nummer sechs ins Haus. Wieder fristlos. Wieder der gleiche Wortlaut. 

Einen Tag später, am 11. Juni beobachten Monika A. und ihr Lebensgefährte aus ihrem Küchenfenster heraus, wie eine Frau aus dem vor ihrem Briefkasten wartenden Frischpack-Firmenauto ausstieg und einen Brief in den Briefkasten einwarf: Küdigung Nummer sieben. Als Monika A. und ihr Lebensgefährte die Frau ansprachen, was sie denn hier mache, sei diese ohne Reaktion auf den Beifahrersitz des zuvor gewendeten Firmenautos geflüchtet und zügig davon gefahren.

Das sagt Frischpack dazu

Frischpack will sich zu der Kündigungswelle während des laufenden Verfahrens nicht äußern. Von Seiten der Geschäftsführung heißt es lediglich: "Leider machen formaljuristische Hintergründe diese Kündigungen aktuell notwendig."

jb

Quelle: rosenheim24.de

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