Polizei leitet Ermittlungsverfahren ein

76-Jährige erfindet Fahrerflucht in Rosenheim - das droht der Frau jetzt

Rosenheim - Am Samstagmorgen wurde angeblich eine ältere Dame von einem Auto angefahren. Der Unfallfahrer sei geflohen, behauptete sie. Wie sich herausstellte, war die Geschichte frei erfunden. Nun könnten rechtliche Konsequenzen drohen.

Bürgerinnen und Bürger zeigten sich zutiefst erschrocken, als am Samstag die Polizei vermeldete, dass eine 76-jährige Dame von einem/r unbekannten Fahrer/in mit dem Auto angefahren und einfach liegen gelassen wurde. Die Frau war für kurze Zeit bewusstlos und erlitt durch den Unfall schwere Verletzungen in Form eines Armbruches, einer Rippenfraktur sowie einer kleinen Platzwunde am Kopf. Die Polizei startete in der Folge einen Zeugenaufruf um den Fahrerflüchtigen zu finden.


Am Dienstag nahm der Fall dann eine überraschende Wendung: Nach Gründung einer Ermittlungsgruppe konnte die Tat von der Polizei aufgeklärt werden. Die 76-jährige Rosenheimerin gestand bei einer weiteren Vernehmung, dass die Unfallflucht durch einen roten Kleinwagen mit Münchner Kennzeichen von ihr nur erfunden wurde. Sie hatte sich die Verletzungen wegen eines Sturzes selber zugezogen. Die Polizei hat nun gegen die Frau ein Ermittlungsverfahren wegen Vortäuschen einer Straftat eingeleitet.

Was droht der Frau nun?

Das Vortäuschen einer Straftat ist in § 145d des Strafgesetzbuches geregelt. Hierbei geht es darum, dass sowohl Gerichte wie auch Polizei und Staatsanwaltschaft vor einer unberechtigten Inanspruchnahme geschützt werden sollen. Denn hierdurch werden sie in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigt. Je nachdem, wie groß die Auswirkungen einer solchen falschen Anzeige sind, kann das Gericht entweder eine Geldstrafe oder eine Gefängnisstrafe (bis zu drei Jahren) verhängen. Zum anderen können auch die Kosten für die polizeilichen Maßnahmen vom Anzeigenden zurückgefordert werden. Und das kann schnell sehr teuer werden.


Solche Fälle scheint es öfter zu geben

Unsere Leser berichten in den Kommentaren auf Facebook von ähnlichen Vorfällen: "Genau so etwas ist mir am Kreisverkehr in Rimsting mit einer Frau passiert. Die ist gegen mein stehendes Auto bei Schneefahrbahn gestürzt und hat behauptet, ich hätte sie angefahren. Ein Zeuge im Fahrzeug dahinter hat alles beobachtet", schreibt ein Kommentator. 

Eine andere Frau schreibt: "Ich habe es selbst erlebt. Vor mir fuhr ein Kombi und rechts ein älterer Fahrradfahrer sehr unsicher. Der Kombi fuhr links an ihm vorbei, er stürzte ohne dass er vom Kombi berührt wurde vor mein Auto. Da ich genügend Abstand hatte, konnte ich rechtzeitig bremsen. Er lag am Boden und jammerte, dass ihn ein Auto angefahren hätte und er verletzt sei. Gottseidank waren genügend Zeugen anwesend, die alles gesehen hatten. Man glaubt es kaum, er stand auf, nahm sein Fahrrad und lief davon."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Paul Zinken/d

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