AUFdringlich-Aktion in Rosenheim

„Warum? Weil auch wir sterben“ - Laden-Inhaber in Rosenheim machen bei Protestaktion mit

Mehrere Unternehmer schlossen sich der Aktion an.
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In den sozialen Medien hat sich im Rosenheimer Raum schnell eine Aktion breit gemacht. Unter dem Hashtag #LeiseLauterWerden machen Unternehmer auf ihre Notsituation aufmerksam.

Rosenheim - Die Lage wird durch Corona immer angespannter für die Unternehmer und die Aktion „AUFdringlich“ möchte diesbezüglich ein Zeichen setzen. Egal ob Restaurantbetreiber oder Einzelhändler - um Punkt elf Uhr sollen die Eigentümer und Mitarbeiter Flyer vor den Läden verteilen. Damit sollen vorbeilaufende Menschen auf die derzeitige Situation der Branchen aufmerksam gemacht werden. Idealerweise, so der Initiator auf der Homepage des Aufrufs, bis zu sechsmal die Woche.


Ziel dieser Kampagne ist, dass der Lockdown beendet wird und „vernünftige“ Hilfszahlungen bei den Betreibern ankommen. In Rosenheim haben einige Unternehmer in ihren Instagram-Stories auf die Aktion aufmerksam gemacht und gleichzeitig noch andere Händler, Politiker und auch Vereine markiert. So soll die Botschaft weiter verbreitet werden.

Screenshot der Instagram-Story von Juwelier Krumtünger: Auf drei Stories aufgeteilt hat das Unternehmen versucht, andere Händler zu erreichen, aber auch Politiker der Stadt wie Daniela Ludwig (CSU).

Juwelier Krumtünger ruft andere Händler auf

Auf die Aktion aufmerksam gemacht wurden die Rosenheimer Inhaber vom Juwelier Krumtünger. Auf Nachfrage von rosenheim24.de erzählte Inhaberin Andrea Treibenreif, dass der Aufruf von einem Unternehmensberater aus der Schmuckbranche ins Leben gerufen wurde. Es geht ihr vor allem darum, auf die Situation des Einzelhandels aufmerksam zu machen.

Das Juweliergeschäft selbst lebt derzeit von Ersparnissen und Krediten. Die hauseigene Schmuckwerkstatt kann die laufenden Kosten aber nicht allein decken. Alle Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, Treibenreif stemmt zur Zeit alles allein mit ihrem Mann. „Ich sehe die Hintergründe der Maßnahmen, aber uns geht einfach die Luft aus. Ich habe Angst um unser Geschäft und um unsere Stadt“, sagt sie.

Flyer werden vor dem Juweliergeschäft nicht verteilt. Das habe laut der Inhaberin keinen Sinn, da auf dem Max-Josefs-Platz ohnehin nichts los sei. Sie möchte auch nicht leiser lauter werden, nicht aufdringlich sein, doch die Hilfen kommen zu spät oder zu wenig. „Das kann so nicht weitergehen“, erläutert Frau Treibenreif.

Auch Block6 teilte Hilferuf auf Instagram

Und auch der Laden Block6 wurde von Juwelier Krumtünger dazu aufgerufen mitzumachen. Eine Aktion, der sich die Inhaberin Sabrina Knierer nur zu gerne anschließt.

„Wir wurden vom Juwelier Krumtünger auf Instagram markiert und meinten, es wäre eine gute Aktion. Wir machen das aber nur über die sozialen Medien, weil dadurch mehr Reichweite generiert werden kann“, stellt Knierer rosenheim24.de gegenüber klar. Auf die Frage hin, wie es dem Betrieb im Moment geht, meint die Inhaberin, dass sie es derzeit sehr schwer haben. „Der Winter-Sale ist komplett weggefallen und jetzt geht auch der Frühlingsumsatz komplett flöten.“

Sie äußerte zudem, dass die Aktion „Click & Collect“ zwar „ein klein wenig“ helfe, aber es sei kein Vergleich zum sonstigen Geschäft. Generell erhofft sich Knierer, dass diese Botschaft bei den „richtigen Leuten ankommt“. „Durch die Konzepte, die wir im Laden haben, könne das Virus am wenigsten übertragen werden.“ Sie fügt außerdem hinzu: „Die derzeitigen Vorschläge der Politik sind hingegen ein Witz.“

Sabrina Knierer vor ihrem Geschäft Block6. Sie bietet Mode für Frauen an und hofft, dass die Läden bald aufmachen dürfen.jpg

Und die Instagram-Story scheint bereits weitere Kreise zu ziehen. Mittlerweile beteiligen sich auch das City-Management Rosenheim und das „Zum Santa“ an der Aktion. Es bleibt bis dahin zu sehen, ob und wie die Geschäfte ihre Pforten in Zukunft wieder öffnen dürfen. Solange heißt es aber abwarten und hoffen.

an und jk

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