Nährstofftest: Reiche und gesunde Ernte

Rosenheim - Warum wächst mein Salat nicht? Oder warum gehen meine Tomaten kaputt? Diese Fragen werden Hobbygärtnern jetzt beantwortet.

Richtig düngen ist gar nicht so einfach. Nur der Gartler, der die Zusammensetzung seines Bodens kennt, ist in der Lage, die erforderliche Düngerart und entsprechende Düngermenge zuzugeben.


Hilfe kommt jetzt vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Rosenheim e.V. und von den Gartenfachberatern im Landratsamt. Sie bieten im Herbst dieses Jahres und im Frühjahr kommenden Jahres eine Untersuchung der Gartenböden an.

Der Gartenboden und die darin enthaltenen Pflanzennährstoffe sind Grundlage für reichliches Wachstum und gute Qualität der Pflanzen und Früchte, betont Gartenfachberater Josef Stein. Damit sich Gartenpflanzen und ihre Früchte gut entwickeln können, müssen die Hauptnährstoffe PH-Wert, Stickstoff, Phosphor und Kali im Boden ausreichend vorhanden sein. Zugeführt werden sie über Ernterückstände, Mist und Kompost oder auch über organischen und mineralischen Dünger aus dem Düngersack.


Dabei ist ein ausgewogenes Verhältnis der Nährstoffe zueinander wichtig, so Stein. Ein Zuviel oder ein Zuwenig stellt die Pflanzen vor Probleme. Ist der Nährstoffgehalt zu niedrig, dann hungern die Pflanzen und sie wachsen und blühen spärlich, sagt der Gartenfachberater. Ist der Nährstoffgehalt zu hoch, kann es ebenfalls zu Problemen beim Wachstum und vor allem bei der Widerstandsfähigkeit und Qualität der Pflanzen kommen.

Damit aber immer noch nicht genug. Laut Stein kann auch das Verhältnis der Nährstoffe zueinander verschoben sein. Als Beispiel nennt er zu viel Stickstoff bei zu wenig Kali. Das ist für die Widerstandskraft und die Qualität der Pflanzen die ungünstigste Variante. Äpfel beispielsweise verlieren dadurch ihre Lagerfähigkeit und werden stippig, d.h. die Fruchtschale sinkt an mehreren Stellen ein, der Apfel schmeckt zunehmend bitter.

Dem Boden selbst sieht man es nicht an, ob die Nährstoffversorgung unausgewogen ist. An den Symptomen der Pflanzen kann der Fachmann Probleme erahnen, Gewissheit erlangt selbst der Profi erst über die Nährstoffanalyse des Bodens. Stein rät, seinen Boden alle zwei bis sechs Jahre untersuchen zu lassen, um richtig zu düngen. Der verantwortungsbewusste Gärtner erreicht damit gutes Wachstum und optimale Erntequalität. Er spart zudem meist Geld und schont das Grundwasser.

Alle vier Jahre bieten der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Rosenheim zusammen mit den Gartenfachberatern im Landratsamt eine Bodenuntersuchung für private Gärten an. Diese kontinuierlichen Untersuchungen sind Josef Stein und seinem Kollegen Harald Lorenz wichtig. Seit 1987 halten sie die Entwicklung statistisch fest und wissen daher beispielsweise, dass etwa 80 Prozent der Gartenböden mit Phosphor überdüngt sind und dass in der Tendenz Kali eher zu wenig im Boden ist.

Die Kosten für die Standarduntersuchung (Humuszustand, PH-Wert, Phosphor, Kali, Düngezustand) liegen bei 9,70 Euro. Für einen Aufschlag von 1,80 Euro sind zusätzliche Analysen von Magnesium und Spurenelementen möglich.

Gartenbesitzer, die ihren Boden untersucht haben wollen, können sich bis Mitte November bei den örtlichen Gartenbauvereinen anmelden. Dort werden sie über das Wann und Wie der Probennahme informiert. Die Ergebnisse einschließlich einer individuellen Düngeempfehlung erhalten die Gartler rechtzeitig zur Frühjahrsbestellung ihrer Gärten.

Weitergehende Informationen zu diesem Thema gibt es zudem bei den Gartenfachberatern im Landratsamt, telefonisch unter 08031 392 4531 oder per E-Mail: gartenkultur@lra-rosenheim.de.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

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